Wiesenhof-Schlachtfabrik in Bogen geht in Flammen auf!

Bogen mit atze„Die Grill-Saison 2015 wird richtig heiß!“
Atze Schröder, das neue Werbegesicht der PHW-Gruppe, hat noch keine einzige Wiesenhof-Bratwurst in die Kameras halten können, da eröffnet die Wiesenhof-Schlachtfabrik im bayerischen Bogen schon jetzt und völlig unerwartet die Grillsaison 2015.
Ein Feuer zerstörte in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar fast die gesamte Schlachtfabrik, in der vorher über 200.000 fühlende Individuen pro Tag getötet wurden. Der Brand verursachte einen geschätzten Schaden im hohen zweistelligen Millionenbereich. Zwei Feuerwehrleute rutschten bei den Löscharbeiten aus und zogen sich dabei leichte Prellungen zu. Da aber gerade Umbauarbeiten in der betroffenen Werkshalle stattfanden  wurde ansonsten während des Feuers niemand verletzt. Die Brandursache ist bislang aufgrund von Einsturzgefahr der Brandruine noch nicht zu ermitteln gewesen.

Die Tiere die bisher in der Fabrik in Bogen geschlachtet wurden, transportiert PHW nun nach eigenen Angaben in andere Schlachtfabriken des Konzerns. Wohin genau bleibt Konzerngeheimnis.
Für die Arbeiter_innen suchen PHW und die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) gerade zusammen nach einer Lösung. Ob diese Lösung auch die Arbeitsbedingungen für die Arbeiter_innen verbessert lässt sich stark bezweifeln. Wenn die Lösung für die Tiere ist, an anderen Stellen getötet zu werden, dann wird sich an den ausbeuterischen Bedingungen für die Werkvertragsarbeiter_innen wohl auch nichts ändern.
Dennoch lässt sich nicht bestreiten, dass die völlige Zerstörung der Schlachtfabrik in Bogen insgesamt eine gute Sache war. Denn das Problem ist das ausbeuterische System und nicht die Faktoren die dieses System angreifen. Nicht durch den Brand müssen die Tiere nun längere Transportwege ertragen, sondern durch das Profitstreben von Konzernen wie PHW, die weiterhin alles versuchen werden, um trotzdem noch an ihr Geld zu kommen.

Wie es scheint ist „Wiesenhof“ nach Verlust einer seiner Schlachtfabriken natürlich noch lange nicht am Ende, doch es zeigt sich wie empfindlich dieses ganze System eigentlich doch ist. Was sonst so unzerstörbar wirkt, musste nach einem Feuer in einer einzigen seiner scheiß Fabriken erst einmal tief durchatmen. Und noch halten sie an ihrer ausbeuterischen Produktionsweise fest.
Die Frage ist nur, wie lange noch? Der Brand in der Bogener Schlachtanlage wird ein prägendes Ereignis bleiben, aus dem sich einige wichtige Erkenntnisse ziehen lassen.
Was passiert eigentlich, wenn eine ganze Schlachtfabrik plötzlich verschwindet, was passiert mit den Tieren, mit den Arbeiter_innen und wie wirkt sich das auf die Brütereien und Mastanlagen drumherum aus? Wie viel Widerstand braucht es und welches Ausmaß muss dieser annehmen, um dieser riesigen Ausbeutungsindustrie ernsthaft etwas entgegen zusetzen? Wie reagieren Konzerne wie PHW auf verschiedene Ereignisse und was kann  sinnvoll gegen sie verwendet werden? Und vor allem, wie viele fühlende Lebewesen werden noch ausgebeutet und getötet bis der Protest für die Tierausbeutungsindustrie unerträglich wird.

Wenn es nach Atze Schröder geht, dann sollte es gar keinen Protest geben, denn die Ausbeutung soll noch eine ganze Zeit ungehindert weiter gehen. Sein Vertrag mit der PHW-Gruppe läuft ab 2015 für drei Jahre. In drei Jahren sterben für PHW hunderte Millionen Tiere in den Fabriken.
Und wenn es nach dem Feuer geht, dann braucht es nur wenige Stunden um eine ganze Schlachtfabrik in ein Trümmerfeld zu verwandeln. Und wenn es so bleibt, dass dabei keine_r verletzt wird, dann kann die Schadenfreude nicht länger hinterm Berg bleiben.

Angestoßen