Solidarität mit Andre und Philipp

Einleitung [Stand 11ter März 2016]

Andre und Philipp wird vorgeworfen, in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 2014 die Schaufensterscheiben von Geschäften – insbesondere von einem Pelz- und Ledergeschäft – in Braunschweig zerschlagen zu haben. Neben der Sachbeschädigung steht der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung im Raum, da sie sich gegen zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes mit Hilfe von Pfefferspray und Brecheisen gewehrt haben sollen.

In der selben Nacht wurden die Aktivisten von Polizisten festgenommen und misshandelt.

36 Gruppen und Einzelpersonen solidarisierten sich mit den beiden Aktivisten und Unterzeichneten im Januar 2015 eine Solidaritätserklärung.

Am 16ten März 2016 fand der erste Prozesstag gegen Andre und Philipp im Amtsgericht Braunschweig statt. Vieles stellte sich in der Zeugenbefragung anders da als in der Pressemitteilung und in den Ermittlungsakten der Polizei.

Auch die AG-Antirepression der Kampagne gegen Tierfabriken erklärt sich solidarisch mit Andre und Philipp und nutzt diese Seite um Solidaritätsaktionen und das Prozessgeschehen zu dokumentieren.

Wenn ihr Fragen habt, Andre und Philipp eure Solidarität kundtun wollt oder auch die Solidaritätserklärung unterzeichnen möchtet dann schreibt uns gerne:
E-Mail:
Verschlüsselte Erreichbarkeit: GnuPG-Schlüssel

8ter Dezember 2016: Bericht zum zweiten Verhandlungstag im Michelen-Berufungsprozess im Landgericht Braunschweig

Mit dem letzten Zeugen verlief die Beweisaufnahme noch mehr im Sand. Die Staatsanwaltschaft forderte dennoch hohe Strafen. Das Urteil fiel dagegen „milde“ aus. weiterlesen

23ter November 2016: Berufungsverhandlung gegen zwei Tierbefreiungsaktivisten – 1. Tag

Mit den Worten „Ich hab noch gar nicht angefangen“ zu drohen, nachdem eine Person unter einem über Schmerzen klagt und auf andere Menschen zu stürzen und „Verpisst Euch, ihr Assis“ rufen – für den Wachmann Kontny, einer der Hauptbelastungszeugen, anscheinend ein ganz normales Verhalten und Kommunikationsweise seines Berufsalltages. Der erste Prozesstag in dem Verfahren gegen Andre und Philipp wegen mehrerer kaputter Schaufensterscheiben und einer angeblichen gefährlichen Körperverletzung gegen zwei Sicherheitsbeamte, zeigte enorme Widersprüche zu dem Urteil des Amtsgerichts Braunschweig auf und unterstrich eine Bewertung als Notwehrsituation. weiterlesen

21.ter Oktober 2016: Aufruf zur Solidarität mit den angeklagten Tierbefreiungsaktivisten aus Braunschweig!

Kommt zur Berufungsverhandlung am 23.11. in Braunschweig!

Am 03ten Mai 2016 endete nach fünf Prozesstagen der Prozess gegen zwei Tierbefreiungsaktivisten mit Haftstrafen die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Ihnen wurde vorgeworfen am 25.12.2014 mehrere Schaufensterscheiben des Pelzgeschäftes „Michelen“ und jeweils eine Scheibe bei den Geschäften „Milkau“ und „Ernsting`s Family“ kaputt gemacht zu haben. Zusätzlich sollen sie sich mittels einer Brechstange und Pfefferspray gegen zwei angreifende Sicherheitsbeamte gewehrt haben.

Sowohl die Angeklagten mit ihren Anwält*innen, als auch die Staatsanwaltschaft legten Berufung gegen das Urteil vom Amtsgericht Braunschweig ein. Trotz der sehr dünnen Beweislage und vieler Ungereimtheiten im ersten Prozess – die von der Justiz in der Urteilsbegründung teilweise einfach ignoriert wurden -, fordert die Staatsanwaltschaft nun in ihrer Berufungsbegründung noch höhere Strafen für die beiden Aktivisten, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden sollen. Der erste Tag des Berufungsprozess findet am 23ten November 2016 vor dem Landgericht Braunschweig statt.

Schon während des ersten Prozesses erhielten die Angeklagten viel Solidarität. Eine Solidaritätserklärung mit über dreißig unterzeichnenden Gruppen und Einzelpersonen, Kundgebungen, ein GoIn beim Pelzgeschäft „Michelen“ und viele solidarische Prozessbeobachter*innen begleiteten die beiden Aktivisten.

Dort soll wieder angeknüpft werden. Es wird wieder einige Solidaritätsveranstaltungen geben und natürlich kommen wir auch in den Gerichtsaal um zu zeigen, dass die angeklagten Aktivisten nicht alleine sind!

Freiheit für Mensch und Tier!
Kein Knast für Andre und Philipp!

Termine:

Berufungsprozess – 23ter November 2016 – 10:30 Uhr – Landgericht Braunschweig

Kundgebung vor Prozessbeginn – 23ter November 2016 – 09.45 Uhr – Haupteingang Landgericht Braunschweig

Kundgebung gegen „Michelen“ – 22ter November 2016 – 16 Uhr – Poststraße vor dem Pelzgeschäft

Vortrag: Die Pelzindustrie und wie Tierbefreier*innen ihr das Handwerk legen – 18ter November 2016 – 18.30 Uhr – Haus der Kulturen Braunschweig e.V. Am Nordbahnhof 1 –

Die Pelzindustrie versuchte Ende der 1990er Jahre einen Strategiewechsel einzuleiten, weg von ganzen Pelzmänteln hin zu Pelzverbrämungen, massenhaft verkauft in Warenhäusern und Bekleidungsketten. Doch Tierbefreiungsgruppen organisierten sich deutschland- und österreichweit und gingen als Offensive gegen die Pelzindustrie mit kraftvollen Kampagnen erfolgreich gegen Unternehmen vor, die Pelzwaren in ihre Sortimente aufnahmen. Pelzartikel sucht man bei C&A, Karstadt oder Peek&Cloppenburg heutzutage vergebens.

Derweil versuchen Lobbyvereine wie das Deutsche Pelzinstitut Jahr für Jahr ein Comeback der Pelzindustrie herbeizureden. Tatsache ist, die ewige Wiederholung von “Pelz ist wieder im kommen” macht die Aussage nicht wahrer. Tatsächlich sinken die Absätze der Pelzindustrie, gleichsam die Anzahl von Kürschner*innen, „Pelzfarmen“ und pelzverarbeitenden Unternehmen in Deutschland.

In einem Vortrag gibt ein Aktivist einen Überblick über die Entwicklungen der Pelzindustrie in Deutschland und berichtet von Protesten der Anti-Pelz-Kampagnen, Tierbefreiungen auf den verbliebenen Pelzfarmen und den wiederkehrenden Repressalien gegen Aktive der Tierbefreiungsbewegung.

3ter Mai 2016: Prozess gegen zwei Tierbefreiungsaktivisten in Braunschweig endet mit hohen Strafen.

Richterin Bettge und Staatsanwalt Koch

Am 03.05.2016 endete nach fünf Prozesstagen der Prozess gegen zwei Tierbefreiungsaktivisten aus Braunschweig mit Haftstrafen die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Ihnen wurde vorgeworfen am 25.12. 2014 mehrere Schaufensterscheiben des Pelzgeschäftes Michelen und jeweils eine Scheibe bei den Geschäften Milkau und Ernsting`s Family kaputt gemacht zu haben. Zusätzlich sollen sie sich mittels einer Brechstange und Pfefferspray gegen zwei Sicherheitsbeamte gewehrt haben. Zusammengelegt wurde das Verfahren mit einen Verfahren wegen Erschleichung von Leistungen was gegen Philipp geführt wurde. Verurteilt wurde Andre wegen Sachbeschädigung und doppelter gefährlicher Körperverletzung zu 11 Monaten Haft auf Bewährung. Philipp wurde wegen gefährlicher Körperverletzung freigesprochen und wegen Sachbeschädigung und zweimal Erschleichung von Leistungen zu 7 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. In dieser Bewährungszeit müssen sie zudem 150 Sozialstunden abarbeiten und einen Wohnwortwechsel ankündigen. weiterlesen

22ter April 2016: Bericht vom vierten Verhandlungstag

Bericht vom vierten Verhandlungstag am 22.04.2016 im Amtsgericht Braunschweig.

Und es geht weiter… Am vergangenen Freitag ging der Prozess gegen Philipp und Andre in die nächste Runde. Das eigentlich erwartete Urteil blieb erneut aus. Stattdessen setzte der Staatsanwalt zu einem weiteren Versuch an, die urteilsrelevante Zuordnung von Angeklagten und Tatvorwürfen aufzuklären. weiterlesen

13ter April 2016: Berichten vom dritten Verhandlungstag

Bericht vom dritten Verhandlungstag am 13.04.2016 im Amtsgericht Braunschweig.

Das große Problem des Gerichts – Wer soll was getan haben im Rahmen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung – bleibt auch nach diesem Prozesstag weiter bestehen. Oder um mit den Worten des Oberstaatsanwalts zu sagen, „Das hier wird zunehmend zum zentralen Problem“. Eine Identifizierung der „Täter“ war auch durch die weiteren Zeugenaussagen nicht möglich. Als Zeugen geladen waren der Polizeibeamte Bräuer und erneut der Wachmann Keim, die mit ihren Aussagen in erster Linie Schatten ins Dunkel brachten.

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24ter März 2016: Solifoto-Aktion für Andre und Philipp

Wir bedanken uns bei unseren Genoss*innen von Tierbefreiung Frankfurt, die Gestern eine Solidaritätsaktion für Andre und Philipp in der Frankfurter Innenstadt durchführten.

Gemeinsam gegen Repression!

Solidarität mit Andre und Philipp

Solidarität mit Andre und Philipp

23ter März 2016: GoIn bei Michelen – Solidarität statt Ausbeutung und Repression!

Kampagne gegen Tierfabriken

Heute fand der zweite Prozesstag gegen Andre und Philipp im Amtsgericht Braunschweig statt. Ihnen wird vorgeworfen die Schaufensterscheiben des Pelz- und Lederladens „Michelen“ in der Poststraße in Braunschweig zerschlagen und sich gegen zwei Wachleute gewehrt zu haben.

Um unsere Solidarität mit den Angeklagten Ausdruck zu verleihen, haben wir den Geschäftsablauf von „Michelen“ gestört. Heute Nachmittag betraten wir den Laden, warfen mit Schnipseln, auf denen zu lesen war „Tiere sind keine Ware“, „Schluss mit dem Profit auf Kosten der Tiere“ und „Solidarität statt Ausbeutung und Repression“, riefen Parolen und machten anderweitig Lärm und Krach. Anschließend verließen wir das Geschäft und verschwanden unentdeckt in der Fußgänger*innenzone.

Michelen fordern wir dazu auf, auf den Verkauf von Waren aus Ausbeutungsverhältnissen wie z.B. Leder und Pelz zu verzichten!

Die Richterin und den Oberstaatsanwalt fordern wir dazu auf, dass Verfahren einzustellen oder die Angeklagten frei zu sprechen!

Der heutige Prozesstag wurde nach der Zeugenbefragung des Streifenpolizisten Urban und des Staatschützers Norbert Antl auf den 13ten April um 10.30 Uhr vertagt. Ein ausführlicher Bericht folgt. Den Bericht vom ersten Prozesstag findet ihr HIER.

LederPelz

23ter März 2016: Bericht vom 2ten Verhandlungstag

Wenig eindeutige Erkenntnisse, aber umso mehr zweifelhafte Aussagen. Der zweite Verhandlungstag im Prozess gegen die Tierbefreiungsaktivisten Phillipp und Andre im Amtsgericht Braunschweig (Bericht vom ersten Tag HIER) trug mehr indirekt zur Aufklärung der Geschehnisse am 25.12.2014 bei. Weder konnten die Beschuldigten mit Blick auf die ihnen vorgeworfenen Körperverletzungen identifiziert werden, noch lies sich die Höhe des entstandenen Sachschadens ermitteln
und auch über die Misshandlung der Beiden durch die Polizei breitete sich ein Schleier vorgeblichen Unwissens. Stattdessen bot die Befragung der geladenen Polizeibeamten Urban und des ermittlungsleitenden Beamten Antl jedoch reichlich Anlass, den Entstehungshintergrund der Anklage kritisch zu beleuchten. weiterlesen

16ter März 2016: Bericht vom 1ten Verhandlungstag

Zeichnung Richterin und die beiden Zeugen Kontny und Keim

Zeichnung Richterin und die beiden Zeugen Kontny und Keim

Bericht vom ersten Verhandlungstag am 16.03.2016 im Amtsgericht Braunschweig.

Zwei Aktivisten aus dem Umfeld der Kampagne gegen Tierfabriken stehen derzeit in Braunschweig vor Gericht. Andre und Phillipp sind der Sachbeschädigung und der gefährlichen Körperverletzung angeklagt. Konkreter wird den Beiden vorgeworfen, in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 2014 die Schaufenster von Geschäften, insbesondere die des Pelz- und Ledergeschäfts Michelen in der braunschweiger Innenstadt mit Brechstangen zertrümmert zu haben (Sachschaden wohl 15.000 Euro).
Als sie während der Tat von zwei Wachmännern ergriffen wurden, hätten sie diese mit Pfefferspray und Brechstangen abgewehrt und ihnen Verletzungen zugefügt. Philipp soll sich zusätzlich an einem anderen Tag an einer Umsonstfahraktion in Zügen der Deutschen Bahn beteiligt haben (Mehr dazu im extra Abschnitt am Ende des Berichts)

Michelen

Am 16.03.2016 begann nun der Prozess im Amtsgericht Braunschweig.
Die Vorwürfe der Anklage klingen teilweise martialisch. Umso erfreulicher ist es, dass sich mehr als ein dutzend Menschen zum ersten Verhandlungstag einfanden, um Andre und Phillipp während der Verhandlung als auch durch Protestkundgebungen gegen Tierausbeutung und Repression im vor- und nachhinein solidarisch beizustehen. Dem repressiven Einschüchterungsversuch von Staatsanwaltschaft und Polizei konnte somit ein Zeichen des widerständigen Zusammenhalts entgegengesetzt werden. Der erste Verhandlungstag begann nun mit der obligatorischen Befragung der beiden Angeklagten, die sich jedoch nicht zu den Vorwürfen äußern wollten. So verlagerte sich die Aufmerksamkeit auf die Zeugen Keim und Kontny, die zum Tatzeitpunkt beim Wachschutz der nahe gelegenen Eislaufbahn angestellt waren und eingriffen. Wichtigstes Ergebnis der vorläufigen Beweisaufnahme durch die Zeugen: Der dramatische Gewaltvorwurf konnte recht eindeutig relativiert werden. Gravierende oder gar bleibende Schäden haben beide Zeugen nach eigenem Bekunden nicht davongetragen. Die durch angebliche Schläge verursachte Augenhöhlenverletzung des Zeugen Keim entpuppte sich nach eigener Aussage und einer ärztlichen Untersuchung lediglich als leichter Kratzer. Die vermeintliche Augenreizung des Zeugen Kontny durch den Einsatz von Pfefferspray blieb wiederum nur vorübergehend. Stattdessen seien beide unmittelbar nach der Aktion sogar schon wieder zu Späßen aufgelegt gewesen. Eine Krankschreibung sei ebenfalls nicht nötig gewesen. Sogar die Braunschweiger Zeitung, die in der Vergangenheit mit dem unhinterfragten Abschreiben von Polizeipressemitteilungen und Werbung für Michelen glänzte, zweifelt mittlerweile scheinbar am Vorwurf der Brechstangenschläge. So mutmaßt sie im Artikel „Anschlag auf Pelzladen – Angeklagte schweigen vor Gericht“ vom 17ten März 2016 unter anderem: „Klar ist inzwischen: Die vermeintliche schwere Augenverletzung des Wachmannes erwies sich in der Klinik als kleinerer, wenn auch stark blutender Kratzer, verursacht durch einen Kontakt mit einer Brechstange. Schlugen die Täter wirklich, wie behauptet, auf die Wachleute ein? Auch hier gibt es nun Zweifel. Die beiden Angeklagten hätten lediglich mit ihren Brecheisen „kreisende Bewegungen“ ausgeführt und damit Schläge angedroht, hieß es.“ weiterlesen

7ter März 2016: Aufruf zur Solidarität mit den angeklagten Tierbefreiungsaktivisten in Braunschweig

Unsere Solidarität gegen ihre Repression

16ter März 2016

09.30h Solidaritätskundgebung vor dem Amtsgericht Braunschweig (An der Martinikirche 8)

10.30h Prozess im Amtsgericht (Saal E101)

15.00h bis 17.00h Kundgebung vor den Pelz- und Ledergeschäft Michelen (Poststraße 13)

19.00h Vortrag: „Fleischvermarktung: Die Werbestrategien der Tierindustrie“ Hugo-Luther-Straße 60a, großer Saal

Den beiden Aktivisten wird vorgeworfen, in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 2014 die Schaufensterscheiben von Geschäften – insbesondere von einem Pelz- und Ledergeschäft – zerschlagen zu haben. Neben der Sachbeschädigung steht der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung im Raum, da sie sich gegen zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes mit Hilfe von Pfefferspray und Brecheisen gewehrt haben sollen.

In der selben Nacht wurden die Aktivisten von Polizisten festgenommen und misshandelt. In dem Artikel „Sind Sie Mitglied in der Animal Front?‘ – Polizeigewalt bei Festnahme von zwei Aktivisten in Braunschweig“ beschreiben die beiden Aktivisten ihre Erlebnisse:

„Auf der Wache wollten die Bullen rausfinden, wer wir sind und was wir zu den Vorwürfen zu sagen hätten. Dabei wurde P. einmal mit dem Nachnamen eines anderen, ihm bekannten Aktivsten angesprochen. Zu den Vorwürfen machten wir keine Aussagen. A. wurde mehrfach in den Bauch geschlagen, beide wurden komplett ausgezogen, P. wurde mehrfach an verschiedenen Stellen geschlagen, gegen Beine und Füße getreten und gewaltsam ins Gesicht gefasst.
Später wurden wir beide – weiterhin voneinander getrennt – zur Polizeistation in der Friedrich-Voigtländer Straße gefahren. A. musste dort mehrere Stunden lang in einem kleinen, hell beleuchteten Raum sitzen, während P. erneut ausgezogen, geschlagen, getreten und in eine hell beleuchtete Zelle gesperrt wurde.“

Seit der Eröffnung des Pelz- und Ledergeschäfts im Herbst 2014 kam es zu zahlreichen Aktionen, die auf die Schließung des Geschäfts und die Befreiung aller Tiere aus menschlicher Herrschaft abzielten.

So organisierten Tierrechtler*innen der „Tierrechtsinitiative Braunschweig (Tibs)“ mehrere Kundgebungen und eine Zelle der „Animal Liberation Front ALF“ entglaste bereits im Oktober 2014 die Schaufenster des Ladens. In einem Bekenner*innenschreiben, welches kurze Zeit später auf der linken Internetplattform Indymedia auftauchte, begründeten sie die Aktion wie folgt:

„ … Die Profiteure dieser Industrie wissen natürlich was sie tun. Jeder Mensch weiß inzwischen was in den unzähligen Tierausbeutungsbetrieben passiert. Jede Kundgebung oder Demonstration dagegen – so wichtig diese auch sind – zeigt nichts von Grund auf neues. Doch aus dem wissen über das Leid von anderen Lebewesen werden keine sofortigen Konsequenzen gezogen.
Was zählt sind stets die eigenen Interessen wie die angestrebte Profitmaximierung! Daraus ziehen wir nun unsere Konsequenzen und setzen bei den Profiteuren an und zwar genau wo es sie interessiert: An ihren Finanzen!“

Einen der beiden Aktivisten wird zusätzlich vorgeworfen sich im Mai 2015 an mehrtägigen „Schwarzfahr-Aktionstagen“ beteiligt zu haben. Durch „offensives Schwarzfahren“ mit Transparenten, Schildern und Flyern protestierten mehrere Aktivist*innen in Bahnhöfen und Zügen gegen die Kriminalisierung von „Schwarzfahrer*innen“ und für eine freie Mobilität für alle.

Zeigen wir den Aktivisten vor und im Gericht, dass sie nicht alleine sind und wir ihnen solidarisch zur Seite stehen.

Zeigen wir am Nachmittag des Prozesstages – vor dem „Pelz- und Ledergeschäft Michelen“ – der Justiz und der Tierausbeutungsindustrie, dass es ihnen nicht gelingen wird unseren Widerstand gegen dieses ausbeuterische System zu brechen.

Bis jeder Käfig leer ist!

Für eine Gesellschaft in der Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen und Tieren unmöglich ist!

27ter Januar 2015: Solidarität mit den von Polizeigewalt betroffenen Tierbefreiungsktivisten aus Braunschweig!

In der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 2014 wurden unsere Genossen Andre und Philipp in der Innenstadt festgenommen. Über mehrere Stunden wurden sie auf zwei Braunschweiger Polizeiwachen festgehalten, vollständig ausgezogen und mehrfach geschlagen und getreten. Anlass für die Misshandlung war offenbar, dass sie jede Aussage gegenüber der Polizei verweigerten. Ihnen wird vorgeworfen, die Schaufenster des Pelz- und Ledergeschäfts Michelen zerschlagen zu haben. Außerdem sollen sie sich zur Wehr gesetzt haben, als zwei Wachleute sie in der Nähe des Geschäfts zu Boden warfen und festhielten. Die Polizei spricht in einer Pressemitteilung von Sachbeschädigung und Körperverletzung durch die beiden Aktivisten.

Das Pelz- und Ledergeschäft Michelen war seit seiner Eröffnung im vergangenen Jahr aufgrund seiner besonders ausbeuterischen Geschäftspraxis bereits mehrfach Ziel von Aktionen und Protesten. Seine Schaufenster sind nicht zum ersten Mal beschädigt worden: Zu einem vorangegangenen Angriff auf die Glasfront des Ladens im Herbst 2014 bekannte sich in einem Bekennungsschreiben die Animal Liberation Front (ALF), die weltweit Aktionen für die Befreiung aller Tiere von Unterdrückung und Ausbeutung durchführt.

Weitere Informationen zu den Geschehnissen des 25.12.2014 und der Aktion im Oktober wurden auf der Internetplattform linksunten.indymedia veröffentlicht.

Andre und Philipp engagieren sich seit mehreren Jahren gegen Tierausbeutung und andere Formen der Unterdrückung. Das ist auch der Polizei bekannt. In der Vergangenheit wurde bereits des öfteren aufgrund teils absurder Vorwürfe gegen sie ermittelt. In der Nacht des 25.12. lautete eine der Fragen, die ihnen zwischen Schlägen und Tritten gestellt wurde: „Sind sie Mitglied in der Animal Front?“

Es ist unklar, was die Polizei Andre und Philipp im weiteren Verlauf anzuhängen versuchen wird. Fest steht aber: Die Gewalt, die unseren Genossen angetan wurde, und die drohende Strafverfolgung lassen sich für uns nicht rechtfertigen.

Es spielt für uns keine Rolle, ob die Aktivisten die ihnen vorgeworfenen Handlungen begangen haben oder nicht. Wir unterstützen sie in ihrem Entschluss der Aussageverweigerung. Für den Fall, dass die beiden Aktivisten noch weitere Repression erfahren – sei es in Form von Hausdurchsuchungen oder Strafverfolgung – können sie sich unserer Solidarität und Unterstützung gewiss sein.

Das, was die beiden in jener Nacht erleben mussten, ist ein Angriff auf uns alle, die wir für eine Welt frei von Unterdrückung und Ausbeutung kämpfen.

Unterzeichner*innen

  1. sj – die falken – bezirk braunschweig
  2. Linksjugend solid Braunschweig
  3. Left Side Papenteich
  4. „Volxküche im Brühlchen“ aus Hildesheim
  5. Allmende Verden
  6. die Tierbefreier e.V. mit ihren 13 Ortsgruppen
  7. Tierbefreiung Frankfurt
  8. Tierbefreiung Hamburg
  9. Arbeitsgruppe Antirepression der Kampagne gegen Tierfabriken
  10. Mastanlagen Widerstand
  11. Tierfabriken Widerstand
  12. Grüne Woche Demaskieren
  13. Tierbefreiung goes Blockupy
  14. Kampagne LPT-Schließen
  15. Facebook-Projekt Tierrechtsinfos
  16. Redaktion Tierbefreiung
  17. Lorenz Steininger
  18. Barbara Reinke
  19. LSCV – Schweizer Liga gegen Vivisektion und für die Rechte des Tieres
  20. Tierrechtsgruppe Basel
  21. Hanna Poddig
  22. sara hambuch
  23. Ingo von der Tierbefreier OG Jena
  24. Martin Glogger
  25. ökoscouts
  26. Kampagne Frankfurt Tierzirkusfrei
  27. Tierrechtsinitiative Aschaffenburg
  28. Anarchistische Tierbefreiungsoffensive Kiel
  29. silentcriesdistro
  30. fastvoods
  31. Polit Eco Clothing
  32. Vegan Network
  33. Tierrechtstermine Hamburg
  34. Basisgruppe Tierrechte (BAT, Wien)
  35. Niklas Heiland, Göttingen
  36. Animal Liberation Network

2ter Januar 2015: „Sind Sie Mitglied in der Animal Front?“ – Polizeigewalt bei Festnahme von zwei Aktivisten in Braunschweig

Folgender Bericht wurde auf linksunten.indymedia veröffentlicht.

Am 25. Dezember 2014 waren wir irgendwann nach Mitternacht gemeinsam in der Braunschweiger Innenstadt unterwegs, wo wir plötzlich von zwei fremden Menschen auf die Straße geworfen und festgehalten wurden. Nach einer Weile kam die Polizei und brachte uns getrennt voneinander zunächst auf die Wache in der Münzstraße, denn wir stünden im Verdacht, eine Sachbeschädigung und eine Körperverletzung begangen zu haben. Mit der gewohnten Übertreibung redete ein Polizist von „Einbruch, Diebstahl, alles!“, ein anderer von versuchter Gefangenenbefreiung und ein anderer sogar von versuchtem Totschlag. Mit derart zahlreichen und heftigen Beschuldigungen wollten die Cops uns vermutlich Angst machen und unter Druck setzen, während wir erst durch eine spätere Pressemitteilung der Polizei erfahren haben, was genau eigentlich die Vorwürfe sind.
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29ter Dezember 2014: Pressemitteilung der Polizei

POL-BS: Wachleute stellten Tatverdächtige beim Fenster einschlagen

Durch das beherzte Eingreifen von zwei Wachleuten konnten zwei Personen dingfest gemacht, die mit Brechstangen mehrere Fensterscheiben von Geschäften auf der Poststraße kaputt schlugen.

Die Tatverdächtigen versuchten, sich durch massive Gegenwehr dem Festhalten zu entziehen, indem sie die Wachmänner mit Reizgas besprühten und mit Brechstangen nach ihnen schlugen. Ein 26-Jähriger musste mit erheblicher Gesichtsverletzung ins Krankenhaus gebracht werden.

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25ter Dezember 2014: Braunschweiger Pelz- und Ledergeschäft Michelen wieder sabotiert.

Folgender Bericht wurde am 27ten Dezember 2014 auf der Internetplattform linksunten.indymedia veröffentlicht:

an weihnachten (25.12.2014) wurde die glasfassade des pelz- und ledergeschäfts „michelen“, welche kurz zuvor erneuert wurde, wieder zerstört.
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