Solidarische Grüße an die angeklagten Rechercheaktivist*innen der Tierrechtsbewegung!

Kampagne gegen Tierfabriken - Tierrechtsprozess

Am Montag den 26. September stehen drei Aktivist*innen in Haldensleben (bei Magdeburg, Sachsen-Anhalt) vor Gericht. Vorgeworfen wird ihnen, 2013 in einen Betrieb der Firma „van Gennip Tierzuchtanlagen GmbH“ eingedrungen zu sein, um dort die entsetzlichen Zustände, unter denen die Schweine dort leben müssen, zu dokumentieren. Der Tierrechtsverein Animal Rights Watch e.V. veröffentlichte die Bilder und zeigte die Betreiber der Anlage wegen Verstoßes gegen § 17 des Tierschutzgesetzes an, 2015 stellte die selbe Staatsanwaltschaft, die jetzt die drei Aktivist*innen auf die Anklagebank zerren will, das Verfahren ein.

Nicht nur weil wir es wichtig finden, dass auch weiterhin die barbarischen Bedingungen unter denen Tiere in dieser Gesellschaft leben und sterben müssen, möglichst vielen Menschen vorgeführt wird, schicken wir unsere solidarischen Grüße nach Haldensleben.

Wir fordern die Richter*innen des Amtsgerichts Haldenslebens dazu auf, unsere Genoss*innen freizusprechen und in Ruhe zulassen!

Ausbeutung beenden! Bis Jeder Käfig leer ist! Bis jede Schlachtfabrik still steht!

Via ARIWA ( Animal Rights Watch)

Drei Rechercheaktivist/innen wegen Hausfriedensbruchs angeklagt Am Montag, den 26. September wird in Haldensleben (bei Magdeburg, Sachsen-Anhalt) über einen Fall von Hausfriedensbruch im Zusammenhang mit einer Undercover-Recherche – die ARIWA veröffentlicht hat – verhandelt.

Was: Hauptverhandlung wegen Hausfriedensbruchs gegen 3 Rechercheaktivist/innen

Wann: Montag, 26. September 2016, 09:00 Uhr

Wo: Amtsgericht Haldensleben, Stendaler Str. 18, 39340 Haldensleben

Ab 8:30 Uhr wollen wir mit einer Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude auf die Ausbeutung von Tieren in der sogenannten Nutztierhaltung aufmerksam machen. Auch das Videomaterial aus der Anlage soll gezeigt werden. Ab 9 Uhr wollen wir der Gerichtsverhandlung beiwohnen.

Wir freuen uns über weitere Teilnehmer/innen – als Zeichen gegen Tierausbeutung und zur Solidarität mit den drei Angeklagten. Bitte unbedingt einen Personalausweis mitbringen, sonst gibt es keinen Einlass. Am Eingang des Gerichts finden Einlasskontrollen statt, die einige Zeit in Anspruch nehmen können. Bitte seid daher rechtzeitig vor Ort und bringt euren Personalausweis mit. Wir bitten auch darum, im Gerichtssaal nicht zu stören, da es uns auf die Klärung einer juristischen Frage ankommt.

Zum Hintergrund:
Animal Rights Watch (ARIWA) veröffentlichte 2013 Material aus der „van Gennip Tierzuchtanlagen GmbH“ in Sandbeiendorf (Sachsen-Anhalt). Damit wurden neben massiver Tierquälerei auch zahlreiche Rechtsverstöße in einem der größten Schweinebetriebe Deutschlands aufgedeckt. Verstöße, die durch anschließende behördliche Kontrollen bestätigt wurden, bei früheren Routinekontrollen aber nicht festgestellt worden waren. Während das Strafverfahren gegen Verantwortliche der van Gennip Tierzuchtanlagen GmbH & Co. Handels-Kommanditgesellschaft wegen Verstoßes gegen § 17 Tierschutzgesetz Ende 2015 eingestellt wurde, stehen die Rechercheaktivist/innen nun wegen Hausfriedensbruchs vor Gericht.

Aus Sicht von ARIWA ist das Betreten solcher Anlagen zu Dokumentations- und Beweiszwecken gerechtfertigt. Das Recht der Tiere auf physische und psychische Unversehrtheit und auf ein Leben ohne Qual und Bedrängnis überwiegt unseres Erachtens das Hausrecht der Anlagenbetreiber und deren wirtschaftliche Interessen. Ein milderes Mittel, die Öffentlichkeit über die Zustände in den Tierfabriken zu informieren und die Strafverfolgungs- und Veterinärbehörden zum Tätigwerden zu motivieren, ist uns nicht bekannt. Denn häufig werden die Veterinärbehörden erst dann gegen Tierschutzverstöße aktiv, wenn Videomaterial vorliegt und dessen Veröffentlichung für öffentliches Interesse an weiterer Aufklärung sorgt. Wir sehen in der Erstellung und Verbreitung dieser Aufnahmen daher keinen Rechtsverstoß, sondern eine bürgerliche Pflicht. Das Urteil kann die rechtliche Bewertung solcher Fälle grundlegend beeinflussen.
Die Berichterstattung aus dem Jahr 2013 könnt ihr hier nachlesen. Fotos aus der Anlage findet ihr hier.