Rückblick auf den Abend mit Atze Schröder

(Teilweise übernommen von https://linksunten.indymedia.org/de/node/137274)

Wer lachen will und Beifall klatschen bei Atze Schröders Bühnenshow „Richtig fremdgehen“ muss ziemlich tolerant sein. Tolerant gegenüber einleitenden Videoszenen mit eindeutigen sexualisierten Übergriffen; tolerant gegenüber Witzen, in denen billige Geschlechter-Klischees bedient werden, und tolerant gegenüber dem mehrfach transportierten Bild, dass Frauen vor allem zwei Funktionen zu erfüllen hätten: schön und jederzeit für Sex zu haben zu sein.
Wer gestern Abend bei Atze Schröders Auftritt in Braunschweig war, sah sich zusätzlich noch mit der Information konfrontiert, dass der Entertainer Werbung für Wiesenhof macht. Denn vor der Veranstaltungshalle am Europaplatz forderten zwanzig Demonstrierende die Kündigung des Werbevertrags zwischen Comedian und Fleischkonzern. Sie verteilten Flugblätter, hielten Reden, sprachen mit Showbesucher_innen und präsentierten ihre Message auf Bannern und Infowägen.

Entlang der Schlange am Einlass wurde gegen Atzes Kooperation mit Wiesenhof protestiert und mit Flyern informiert.

Entlang der Schlange am Einlass wurde gegen Atzes Kooperation mit Wiesenhof protestiert und mit Flyern informiert.

Ihre Kritik: Atze Schröder fördere Umweltzerstörung und Ausbeutung, indem er sich grinsend in Hühnermastanlagen ablichten lasse. Diese Fabriken stünden für milliardenfaches Leid der darin gehaltenen Hühner, für die Unmöglichkeit, ihre grundlegendste Bedürfnisse zu befriedigen, sowie für massenhaftes Zusammenbrechen unter dem eigenen Körpergewicht. Ocean R. betonte zudem in einem Redebeitrag: „Die verwendeten Futtermittel werden aus Südamerika importiert. Dort werden dafür Regenwälder gerodet und Menschen vertrieben und ermordet.“

Den Demonstrant_innen ging es um weit mehr als lediglich Atze und Wiesenhof - die Aktion richtete sich auch gegen jede andere Form der Tierausbeutung.

Den Demonstrant_innen ging es um weit mehr als lediglich Atze und Wiesenhof – die Aktion richtete sich auch gegen jede andere Form der Tierausbeutung.

Doch nicht nur das Geschehen vor der Halle dürfte Atzes Spaß geschmälert haben. Auch während seines Auftritts erschallte es plötzlich aus dem Publikum: „Kündige den Vertrag mit Wiesenhof!“ und „Wiesenhof ist schuldig! Atze macht mit! Auf Kosten der Tiere ein Mordsprofit!“ Und auch auf seiner Facebookseite, per Telefon und E-Mail wurde er in den letzten Tagen vielfach für seine Zusammenarbeit mit dem Ausbeutungskonzern kritisiert.

Lokale Medien berichteten über die Aktion und weitere Proteste gegen Atzes Wiesenhof-Werbung, online hier
und (kostenpflichtig) hier