RÜCKBLICK AUF DAS BLOCKUPY FESTIVAL

Bereits im Mai 2014 folgten Aktivist_innen der Kampagne gegen Tierfabriken gemeinsam mit anderen Aktivist_innen des Bündnisses für Tierbefreiung, den Aufruf zu den dezentralen Blockupy Aktionstagen und blockierten die Schlachtfabrik in Wietze.

Auch für das Blockupyfestival vom 20.-23.11.2014 in Frankfurt beteiligten wir uns an der Mobilisierung, dem Programm und der Demonstration.

Es folgt ein Bericht des Bündnisses Tierbefreiung goes Blockupy:

Umweltzerstörung und Tierausbeutung unmöglich machen

Wir haben diskutiert, getanzt und das EZB-Gelände kurzzeitig besetzt

UMZUG hatte das Blockupy-Bündnis den Demonstrationszug am 23.11.2014 in Frankfurt genannt, denn die Aktivist*innen aus den verschiedenen linken Spektren trugen neben Transparenten, Fahnen und Plakaten dieses Mal auch Umzugskartons mit sich auf dem Weg zum Neubau der EZB, mit denen sie ihr symbolisch den Müll zurückbringen wollten, den sie zusammen mit all den anderen herrschenden Akteuren der kapitalistischen Krisenpolitik in den vergangenen Jahren produziert hatte. Auf den Umzugskartons stand geschrieben, gemalt und geklebt, was auf den Müllhaufen der Geschichte gehört: die Ausbeutung, Unterdrückung, Ausgrenzung von und Gewalt gegen Menschen und Tiere und die Zerstörung der Natur.

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Als die Demonstration nach dem Umzug durch die Stadt an der EZB angekommen war, überquerten erst die Umzugskartons den Zaun der EZB, dann etwa 100 Teilnehmende des Protestzugs, die sich durch die Abschottung der EZB nicht aufhalten lassen wollten, direkt ihren Müll vor ihrer Haustüre abzuladen. Schnell flogen auch zwei Kartons, auf denen Bilder und Schriftzüge zur Gefangenhaltung, Ausbeutung und Tötung von Tieren aufgebracht waren, über den Zaun der EZB, ein Banner mit der Aufschrift „Umweltzerstörung und Tierausbeutung unmöglich machen” wurde direkt vor dem Eingang zur EZB entrollt.

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Mehr und mehr Aktivist*innen kletterten über den Zaun, die EZB-Fassade wurde mit Farbe markiert, immer größer wurde der Berg an aufgestapelten Kartons vor der Eingangstüre des Neubaus der EZB, den sie am 18. März 2015 feierlich eröffnen möchte. Derzeit zieht sie bereits in ihr neues Prestigeobjekt ein: ein großes Gelände mit der wuchtigen alten Großmarkthalle aus Stein, aus der optisch zwei neue Wolkenkratzer aus Glas emporsteigen. Wie eine Burg ist das Gelände von einem Graben umgeben, der geflutet werden kann, um unliebsame Besucher*innen – so etwa Protestierende – auf Abstand zu halten. Damit verstärkt die EZB stellvertretend für die anderen kapitalistischen Machtzentren ihre Symbolkraft als antidemokratische Einrichtung, die die neoliberale Krisenpolitik gegen die Bedürfnisse und Interessen des Großteils der Menschen durchsetzt, um das kapitalistische Ausbeutungssystem weiter aufrecht zu halten.

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Über die Folgen und konkreten Opfer der Krisenpolitik, deren Ursachen und Entwicklung sowie über Gegenstrategien wurde bereits in den Tagen zuvor während des Blockupy Festivals in Workshops und Stadtführungen diskutiert. In fünf Arbeitsgruppen arbeiteten Aktive aus verschiedenen linken Kämpfen zudem an Querschnittfragen. Bei Abendveranstaltungen mit Podiumsdiskussionen und Plena kamen die Aktivist*innen zusammen, um gemeinsam zu diskutieren. Wichtiger Bestandteil des Blockupy Festivals bildeten darüber hinaus kritische Filme, Theateraufführungen, eine Fotoausstellung und Matinée. Austauschen und entspannen konnte man sich zudem bei einem Konzert, einer Party und einem Barabend.
Tierbefreiungsaktivist*innen führten im Rahmen des Blockupy Festivals einen gesellschaftstheoretischen Workshop zu „Natur und Tiere in der Krise” und einen praxisorientierten Workshop zu Ankettaktionen durch. In beiden Workshops fand der wichtige Austausch mit Aktiven anderer sozialer Kämpfe statt. Im ersten Workshop wurde zum Verhältnis von ökonomischer, ökologischer, sozialer und politischer Krise und dem Tierausbeutungssystem gesprochen, im zweiten wurde über effektive Blockadeaktionen und -mittel, deren Durchführung und Probleme diskutiert.

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Auch wenn Tierbefreiungsaktivist*innen bereits seit 2012 an den Blockupy Aktionen teilnehmen, so wurden viele erst durch diese Workshops darauf aufmerksam, dass einen Teil der kapitalistischen Verwertungslogik und ihrer sozialen und politischen Verelendungs- und Zerstörungsmechanismen die verschiedenen spezialisierten Industrien darstellen, die Tiere in Wert nehmen und vernutzen. Dies weckte auch das Interesse der Frankfurter Rundschau, die in ihrer Wochenendausgabe vom 22./23. November 2014 nach einem Gespräch mit Tierbefreiung goes Blockupy den Artikel „Befreit die Tiere” veröffentlichte (zum Artikel hier klicken).
Bis zur Befreiung ist noch ein weiter Weg und der kapitalistische Müllhaufen wird stetig weiter wachsen. Wie dieser zu beseitigen und Befreiung zu erreichen ist, darüber möchte Blockupy im März weiter diskutieren und am 18. März 2015 in Frankfurt zu den Protesten gegen die Eröffnung des EZB-Neubaus zusammenkommen.

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