Nein heißt Nein! Skandal um Wiesenhofs Bratwurst-Werbespot.

nein heisst nein

+++Triggerwarnung+++

Einige werden die vor Sexismus triefenden Bruzzzler-Werbespots mit Atze Schröder bereits kennen. Und wer dachte, geschmackloser geht es nicht mehr, der*die wird nun von PHW/Wiesenhof eines Besseren belehrt. In einem Ende März online gestellten Werbespot spricht Atze Schröder -der gerne mit Bratwürsten auf Penisse anspielt- folgende Worte in die Kameras: „Und, seid ihr bereit für die größte Wurst des Sommers? Hier ist das Ding. Danach müssen Gina und Lisa erst mal in die Traumatherapie.“

Hintergrund zu diesen Worten scheint ein Vergewaltigungsvorwurf aus dem Jahr 2012 von Gina-Lisa Lohfink (bekannt durch Germanys Next Topmodel) gegen zwei Männer zu sein, die sie in einem Berliner Club kennenlernte. Die beiden Männer filmten die Vergewaltigung und veröffentlichten die Videos ohne Lohfinks Wissen im Internet. In den Aufnahmen, die auch als Beweismittel im Ermittlungsverfahren von der Staatsanwaltschaft Berlin angesehen wurden, wirkt Gina-Lisa Lohfink teilnahmslos und aphatisch und sagt mehrmals „Nein,Nein,Nein“ und „Hör auf“.
Doch darin sah die Berliner Staatsanwaltschaft keine Vergewaltigung und verhängte gegen Lohfink einen Strafbefehl, weil sie die beiden Männer zu Unrecht beschuldigt hätte. Gegen diesen Strafbefehl hat der Anwalt von Lohfink Einspruch eingelegt. Ende Juni 2016 kam es nun zum ersten Prozesstag, dass Urteil wird Anfang August erwartet. Wiedereinmal wird hier eine Betroffene sexualisierter Gewalt zur Täterin gemacht, weil ein Nein nach der (bisherigen) Gesetzesdefinition nicht ausreicht um eine Nicht-Einwilligung deutlich zu machen.

Die Solidarität mit Lohfink und die Empörung über PHW/Wiesenhofs Werbespot ist groß. Nach wachsenden Protesten gegen diesen Werbespot sah sich PHW/Wiesenhof gezwungen diesen aus dem Internet zu nehmen. Auch der Musiker und Botschafter von Werder Bremen (Wird von PHW/Wiesenhof gesponsort) Jan Delay zog seine Konsequenzen aus dem Spot. Er legte sein Botschafter-Amt nieder bis Werder eine Stellungnahme zu dem Werbespot veröffentlicht. Und Lohfink selbst erwägt nun rechtliche Schritte gegen PHW/Wiesenhof.

Atze Schröder und PHW/Wiesenhof reagierten auf den Protest gegen ihren Werbespot mit dem Versuch sich herauszureden. Schröder schrieb auf Facebook: „Der Werbespot ist vor einem Jahr gedreht worden und hätte niemals veröffentlicht werden dürfen. Schon gar nicht jetzt, wo er einen Bezug herstellt, der ekelhaft ist und so nie gedacht war.“ und weiter: „Ich bin absolut und ausnahmslos gegen jede Form sexueller Gewalt.“ Diese „Entschuldigung“ ist nicht der einzige Witz von Atze Schröder der nicht witzig ist. Wie kann Schröder behaupten gegen sexualisierte Gewalt zu sein, während er gleichzeitig ständig Sexismen reproduziert, die zu sexualisierter Gewalt führen. Und dann noch so zu tun, als hätten Schröder und PHW/Wiesenhof beim Dreh im Jahr 2015 gar keinen Bezug zu den bereits 2012 öffentlich gemachten Vorfällen um Gina-Lisa Lohfink hergestellt, scheint ein weiterer unverschämter Versuch zu sein sich aus der Verantwortung zu stehlen. Und selbst wenn es keinen personifizierten Bezug zu Gina-Lisa gegeben hätte, ist die Aussage, das irgendein Mensch nach der „großen Wurst“ eine Traumatherapie braucht, nichts anderes als eine Verherrlichung sexualisierter Gewalt.

Übrigens wurden die widerlichen Bruzzzler-Werbespots von diesen Firmen produziert: Ferry Film & TV Produktions GmbH in Hamburg und der KD&P Werbeagentur GmbH in Bremen (letztere produzierte nach Aussage von PHW/Wiesenhof auch den aktuell diskutierten Spot)

Wer auch dort seinen Unmut loswerden möchte, sollte dies tun. Hier die Kontaktdaten:

KD&P Werbeagentur GmbH:
Tel.: +49 421 55715 0
Fax: +49 421 55715 55
E-Mail: kdp@kdp.de
Flughafenallee 28
28199 Bremen

Ferry Film
Film & TV Produktions GmbH
Kleiner Kielort 7c
20144 Hamburg
Tel.: +49 40 41111 477
E-Mail: info@ferryfilm.com
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Was bleibt uns da noch viel zu sagen:

Halt die Fresse Atze/Wiesenhof!

Nein heißt Nein!