Morgen: „Tierproduktion stoppen! Klima retten!“ Demo in Hannover

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Kampagne gegen Tierfabriken / Foto: Jens Büttner/dpa- Bildfunk
Morgen um 14.00 Uhr am Opernplatz in Hannover startet die erste große Aktion gegen die EuroTier-Messe.

Wir freuen uns auf eine große und entschlossene Demonstration!

Hier nochmal Informationen zum Ablauf:

Die Route der Demo:

Opernplatz – Georgstraße – Baringstraße – Osterstraße – Karmarschstraße – Friederikenplatz – Lavesallee – Archivstraße – Calenberger Straße – Schloßstraße – Holzmarkt – Kramerstraße – Hanns-Lilje-Platz – Schmiedestraße – Georgstraße – Schillerstraße – Bahnhofstraße

Es wird drei Kundgebungen geben: Zu Beginn um 14 Uhr am Opernplatz, zwischendurch in der Calenberger Str., zum Abschluss gegen 16 Uhr in Bahnhofsnähe (bei den Straßenbahnschinen Richtung Kröpcke).

Am Startpunkt der Demo am Opernplatz wird es vegane Snacks von Veganes Hannover geben.

Um 18 Uhr findet noch ein Vernetzungstreffen im Elchkeller, Schneiderberg 50, statt.

In der Jungen Welt erschien heute folgendes sehr lesenswerte Interview zur Demonstration:

»Tierproduktion ist ein globales Problem«

In Hannover wollen Aktivisten gegen die Messe »Euro-Tier« und industrielle Mast demonstrieren. Gespräch mit Friederike Schmitz

Interview: John Lütten

Kommende Woche findet in Hannover die »Euro-Tier« statt, eine von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft veranstaltete internationale Fachmesse. Gegen die demonstrieren Sie an diesem Sonnabend unter dem Motto »Tierproduktion stoppen! Klima retten!« Wieso?

Die »Euro-Tier« ist mit über 2.500 Ausstellern aus fast 60 Ländern eine der wichtigsten Messen in diesem Bereich und nennt sich selbst »Leitmesse für Tierhaltungsprofis«. Sie ist ein zentrales Forum der Industrie und ihrer Lobbyisten, dient dem Austausch und der Vernetzung. Das nehmen wir zum Anlass, auf die zerstörerischen Folgen der globalen Tierproduktion aufmerksam zu machen. Denn sie steht nicht nur für die massenhafte Gewalt gegen Tiere, für prekäre Arbeit und Menschenrechtsverletzungen, sondern ist mitverantwortlich für den Klimawandel, Artensterben und die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen.

Sie wollen vor allem »den fatalen Zusammenhang von Klimawandel und Tierausbeutung« in den Fokus rücken.

Die Haltung und Nutzung von Tieren zur Produktion von Fleisch, Milch und Eiern hat einen bedeutenden Anteil am menschengemachten Klimawandel. Wissenschaftliche Studien beziffern ihren Part am Ausstoß von Treib­hausgasen auf 14 bis 25 Prozent. Vor allem die Futtermittelindustrie trägt durch Waldrodungen und den objektiv irrationalen Verbrauch natürlicher Ressourcen maßgeblich zum Kohlendioxidausstoß sowie zur Vernichtung ökologischer Vielfalt bei. Auch die Verdauungsgase aus der Rinderzucht sind ein Problem. Aber sowohl die offiziellen Klimaschutzabkommen wie auch die Klimabewegung thematisieren die Rolle der Fleischindustrie bislang kaum.

Die Arbeitsbedingungen in der Fleischwirtschaft gelten außerdem als besonders prekär, gewerkschaftliche Organisation existiert kaum.
junge Welt stärken

Dagegen wenden wir uns ebenfalls. Schließlich haben die industrielle Vernutzung von Tieren und die Ausbeutung der Arbeiter dieselbe Ursache – das Profitstreben der Unternehmer und Konzerne. Das ist der Grund etwa für die Werkvertragspraxis, die massiven Verstöße gegen das Arbeitsrecht und die abscheulichen Zustände in Mast- und Schlachtbetrieben. Dazu kommen Menschenrechtsverletzungen und unterdrückerische Politik: Im globalen Süden etwa kommt es zu Landraub und Vertreibung indigener Gruppen durch die Futtermittelindustrie, und die hiesige Fleischbranche ruiniert ausländische Märkte durch Billigexporte.

Sie schreiben im Demoaufruf, all das sei eine Systemfrage und kritisieren Klimaschutzabkommen als »Greenwashing«. Das müssen Sie erklären.

Wir glauben nicht, dass es mit Klimagipfeln, »grüner« Technologie oder veganem Lifestyle getan ist. Natürlich brauchen wir Schutzabkommen, bessere Technik und ethischen Konsum. Aber solange der Kern der Sache – die Ökonomie – nicht angetastet wird, läuft all das Gefahr, Augenwischerei zu sein, mehr zur Modernisierung der Industrie als zu ihrem Umbau beizutragen. Es geht ganz grundsätzlich um die Frage, wie wir leben und produzieren wollen.

Klingt gut – aber lässt sich das ohne Eingriffe in die gegenwärtige Eigentumsordnung realisieren?

Wahrscheinlich nicht. Aber dazu vertreten wir bislang keine einheitliche Position. Unser Netzwerk verbindet ein linker Grundkonsens, und es geht uns mit dieser Demonstration erst einmal darum, verschiedene Strömungen und Anliegen in einem gemeinsamen Projekt zu verbinden.

Was ist dabei der gemeinsame Nenner? Bei Ihrer Demonstration wirken Klima-Aktivisten, die Tierbefreiungsbewegung und marxistischen Gruppen mit …

Der Kreis an Unterstützern ist heterogen, und nicht alle haben sich dem Wortlaut unseres Aufrufs angeschlossen. Gemeinsam ist allen, dass sie die gegenwärtige Tierindustrie als Problem erkennen und wollen, dass die aktuelle Entwicklung, also das Wachstum dieser Branche, gestoppt wird. Wenn wir unter den Beteiligten und darüber hinaus Austausch und Diskussion über die Situation der Tiere und Alternativen zum derzeitigen Kapitalismus anstoßen können, wäre das ein wichtiger Schritt nach vorn.