Mangelnder Brandschutz bei geplanter Schlachtfabrik in Wietzen-Holte!?

Für ein Feuer in der geplanten Schlachtanlage in Wietzen-Holte nicht gerüstet.

Für ein Feuer in der geplanten Schlachtanlage in Wietzen-Holte nicht gerüstet.

„Die Ausrüstung der Gemeinde wird allerdings nach übereinstimmender fachlicher Einschätzung bei weitem als nicht ausreichend angesehen“ (Ubben)

Wenn es nach dem Gewerbeaufsichtsamt Hannover geht, dann steht dem Neubau der Schlachtfabrik in Wietzen-Holte nichts mehr im Weg. Die
Genehmigung hat die Nienburger Geflügelspezialitäten (PHW/Wiesenhof) schon seit Anfang Februar 2016 in der Tasche. Doch kurz vor der Erteilung der Genehmigung kam noch eine wichtige Frage auf. Der Mensch, der diese Frage noch eben ins Genehmigungsverfahren einwarf, war ein gewisser Siebelt Ubben. Ubben arbeitet im Amt für Brand- und Katastrophenschutz bei der Polizeidirektion Göttingen* und hatte bis Anfang Dezember 2015 nach eigenem Bekunden noch gar keine Kenntnis von der anstehenden Schlachtfabrikgenehmigung in Wietzen-Holte. Wegen des dringenden Anliegens Ubbens, noch vor der Genehmigung „Gespräche mit der für den abwehrenden Brandschutz zuständigen Stelle“ zu führen, wurde am 12ten Januar 2016 eine Besprechung im Rathaus Marklohe abgehalten.

So wurde sich dann, ungefähr vier Wochen vor der Genehmigung, erstmals ausführlich mit den zuständigen Gemeinde-, Kreis- und Ortsbrandmeister*innen, Brandschutzprüfer*innen und mit der Samtgemeindeverwaltung zu folgendem Thema ausgetauscht: Ist die zuständige Feuerwehr eigentlich für einen Brand in der geplanten Wiesenhof-Fabrik ausreichend vorbereitet?

Und die Antwort ist: Nein, ist sie nicht!

Die vorhandenen Löschfahrzeuge wären für einen Brand, wie er zuletzt bei den Wiesenhof-Schlachtanlagen in Bogen (Bayern) oder Lohne (Niedersachsen) aufloderte, nicht geeignet. Zu einer Werksfeuerwehr soll die Nienburger Geflügelspezialitäten -trotz erhöhter Brandgefahr in der Fabrik- dann aber auch nicht verpflichtet werden. Ob die benötigte Zusatzausrüstung für die Feuerwehr dann mit Sicherheit noch beschafft wird, ist eine Frage, die in den Dokumenten des Gewerbeausichtsamtes nicht mehr beantwortet wird. Und noch eine Frage: Ist die zuständige Feuerwehr eigentlich gut genug für einen Brand in der bereits bestehenden Schlachtfabrik ausgerüstet? Wir wissen es nicht. So bleiben dann eben erstmal die Defizite in der materiellen Ausrüstung der Feuerwehr zurück, aber die neue Schlachtanlage ist schon mal genehmigt. Da können wir nur hoffen, dass sich bei einem Feuer in der geplanten Wiesenhof-Schlachtfabrik in Wietzen-Holte, ähnlich wie in Bogen und Lohne, kein Lebewesen in den Fabrikhallen -die da in Flammen stehen- befindet. Den Holter Anwohner*innen raten wir im Falle eines Brandes die Fenster und Türen ihrer Häuser nicht zu voreilig wieder zu öffnen, es könnte eventuell ein bisschen dauern bis die neue Wiesenhof-Fabrik gelöscht werden kann.

*Das Amt für Brand- und Katastrophenschutz in Göttingen nimmt die Aufgaben des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes wahr. Es prüft somit
beispielsweise, ob es für Unternehmen mit erhöten Brandgefahren notwendig ist eine Werksfeuerwehr aufzustellen.

Quellen: Unterlagen des Gewerbeaufsichtsamtes:

1 „Gesprächsvermerk über die Besprechung bei der Samtgemeinde Marklohe betreffend den Brandschutz der geplanten Schlachtanlage in Wietzen/Holte Langeln.“ vom 29ten Januar 2016.

2 Mail-Kommunikation Ubben (Amt für Brand- und Katastrophenschutz Göttingen) und Könemann (Gewerbeaufsichtsamt) vom 10ten Dezember 2016 und 13ten Januar 2016