Kurzbericht: Prozess in Straubing

Die Prozesse wurden unter einem massivem Polizeiaufgebot im Amstgericht abgehalten. Die Einlasskontrollen dauerten fast 1 ½ Stunden und die Angeklagten wurden vor ihrer Ferienwohnung am Morgen schon von einer Polizeiwanne begrüßt.

Die Prozesse fanden Zeitgleich statt, hatten aber einer sehr unterschiedliche Länge und Ausgang.

Das erste Verfahren war schon nach der Zeugenbefragung vorbei. Die Richterin war der Meinung das es aufgrund so einer lückenhaften Beweislage schwer werden würde eine Verurteilung zu erwirken und regte an das Verfahren ohne Auflagen einzustellen.
Den zwei Angeklagten war vorgeworfen worden in dem Baucontainer Sachbeschädigungen begangen zu haben, außerdem sollen sie einen Hausfriedensbruch begangen haben.

Im zweiten Verfahren war ein Mensch wegen Hausfriedensbruch angeklagt. Er soll, laut der Staatsanwaltschaft aus Spaß, auf einen Kran geklettert sein und dort ein Transparent aufgehangen haben. Er wurde zu 10 Tagessätzen verurteilt.

Im längsten Verfahren waren drei Menschen wegen Hausfriedensbruch angeklagt. Der vor schlechter ironie nur so triefende Richter, der sich bei gegenderter Sprache darüber beschwerte das die „männliche Form“ unterschlagen werde, verurteilte sie zu zweimal 20 und einmal 60 Tagessätzen.
Das ganze wurde ausgeschmückt mit geistreichen Behauptungen der Staatsanwaltschaft, es sei das gleiche einen Schlachthof auf dem Mars zu blockieren wie eine Baustelle in Bogen.

Nach den Prozessen wurden die Aktivist_Innen von der Polizei durch die Stadt begleitet und bis zum Abend hielten es die Beamt_Innen für notwendig die Ferienwohnung zu bewachen.