Farbe an Mastanlage: Rückhalt von Rückschrittlichen! Mastanlagenbetreiber steht nicht alleine da!

Bildquelle: peiner-nachrichten.de

„Wir wollen die Landwirtschaft nicht mehr stigmatisieren, wie es der politische Gegner tut.“² (Christoph Plett – CDU)

Es gibt einen weiteren Pressebericht (siehe unten) bezüglich der während der Soliwoche von Unbekannten mit Schriftzügen verzierten Hühnermastanlage in Solschen (Landkreis Peine)¹. Der betroffene Mastanlagenbetreiber Christoph Ehlers – der neben seiner bestehenden Mastanlage noch eine weitere Anlage für 45.000 Hühner bauen möchte – bekam Solidarität von einer kleinen handvoll Menschen aus der Agrarindustrie und aus CDU-Kreisen (Soliwoche mal anders).

Unter anderem erhielt Ehlers Zuspruch vom CDU-Abgeordneten Christoph Plett, der in Zeiten von nicht abreißen wollenden Skandalszenen aus Tierfabriken von einer „Stigmatisierung“ der Landwirtschaft spricht. Bei Plett scheinen die Schäden und das Leid, dass die vorherrschende Agrarindustrie anrichtet auf Ignoranz zu stoßen und die anhaltende breite und berechtigte Kritik an diesen Zuständen empfindet er offenbar als „Stigmatisierung“. Christoph Plett will – (neben mehr Polizei und mehr Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen) – „(…) das Konventionelle und die Biolandwirtschaft gut miteinander harmonisieren.“². Wie das aussieht kann man sich nun im Landkreis Peine anschauen. Neben einer Mastanlage, in der 36.000 Hühner eingepfercht werden, soll eine weitere für 45.000 Hühner gebaut werden und der Abgeordnete Plett ist begeistert. So sieht bei der CDU also eine „Harmonisierung“ aus!?

Plett ist sich beim Blick auf die Mastanlage von Ehlers sicher: „Ich weiß, dass es dem Tierwohl entspricht“. Eine Begründung für diese steile Behauptung, warum Massentierhaltung nun aufeinmal etwas mit Tierwohl zu tun haben soll, liefert der Pressebericht nicht. Es wird lediglich darauf verwiesen, dass regelmäßig eine Tierärztin die Hühnermastanlage begutachtet und noch nie etwas beanstandet hat. Das die Veterinär*innen selbst abgestumpft sind, oder bei Tierschutzverstößen auch mal mehr als ein Auge zudrücken, sollte jedoch spätestens nach den aktuellsten Recherchen in einer Schlachtfabrik in Tauberbischofsheim bekannt sein.

Die tierärztlichen Kontrollen versagen nicht erst seit gestern auf ganzer Linie, was die miserablen Zustände in den Tierfabriken regelmäßig zeigen. Zudem sind die gesetzlichen Regelungen was Tierschutz bedeuten soll nicht gleichbedeutend mit Tierwohl. Wenn ein*e Tierärztin darauf achtet, dass zum Beispiel bei der Tötung von Hühnern während der Mast ordnungsgemäß diesen Hühnern mit einem Knüppel auf den Kopf geschlagen wird, um ihnen danach das Genick zu brechen, dann erfüllt es zwar den gesetzlichen „Tierschutz“-Anspruch, aber hat eben nichts mit Tierwohl zu tun. Tierärzt*innen, denen das Leben der Tiere wichtig wäre, würden sich gegen Tierfabriken richten und nicht für diese arbeiten und damit dieser Tierausbeutung ein weiteres Fortbestehen sichern.

Wer bei (Massen-) Tierhaltung von Tierwohl spricht und sich dann auch noch dafür einsetzt, dass immer mehr riesige Tierfabriken entstehen, der betreibt eine rückschrittliche Politik auf Kosten von Mensch, Tier und Natur. Das Ziel derer, die da in Solschen entsetzt vor ein bisschen Farbe an einer Wand stehen, ist nicht das Wohl der Tiere, sondern Wirtschaftlichkeit ohne Rücksicht auf die Natur und das Leben anderer. Wäre es anders, dann würden Ehlers, Plett und co. entsetzt vor der Anlage stehen und sagen: „36.000 überzüchtete Hühner auf engstem Raum einsperren und später töten? Das geht gar nicht!“

¹http://kampagne-gegen-tierfabriken.info/soliwoche-farbliche-umgestaltung-einer-huehnermastanlage-im-landkreis-peine/

²http://regionalpeine.de/christoph-plett-cdu-darum-mache-ich-politik/

Hier der Bericht von peiner-nachrichten.de vom 02ten März 2018:

„Politik stärkt Landwirt Christoph Ehlers den Rücken

Solschen Landtagsabgeordneter Christoph Plett und Landwirte verurteilen die Schmiererei an der Mastanlage.

Stinke sauer ist Landwirt Christoph Ehlers aus Solschen. Wie berichtet, schmierte jemand die Drohung „1. Warnung – keine weitere Mastanlage“ an seine Hähnchenmastanlage.
Ehlers hat Anzeige gegen unbekannt erstattet, allerdings mit wenig Hoffnung auf Ermittlung der Täter, wie er selbst sagt. In seiner Mastanlage befinden sich 36 000 Tiere. Sie wird regelmäßig von einer Stalltierärztin begutachtet, bisher ohne Beanstandungen. Der Landwirt betreibt seine Anlage seit sechs Jahren.

CDU-Landtagsabgeordneter Christoph Plett traf sich am Freitag mit Ehlers, Ortsbürgermeister Berend Heinemann, Ute Hansen (Frauenunion) und deren Mann Erich (ebenfalls Landwirt) sowie Günter Mertins, Gemeinderatsmitglied Ilsede, an der Anlage. Einhellige Meinung: Das geht gar nicht. Die Warnung ist laut Plett ein Straftatbestand, den man nicht einfach hinnehmen könne.

Plett unterstützt Ehlers in seinem Vorhaben, einen weiteren Betrieb auf der Ackerfläche zu errichten. „Ich weiß, dass es dem Tierwohl entspricht“, ist er sich sicher. Was passiert sei, lehne er kategorisch ab. Man müsse Ehlers den Rücken stärken, denn es gehe hier um seine wirtschaftliche Existenz. Die mutmaßlichen Täter sollten sehen, dass der Landwirt nicht alleine dastehe.

Bereits seit fünf Jahren läuft der Antrag für eine zusätzliche Anlage. Bis dato wartet Ehlers auf das Ja zur Baugenehmigung vom Landkreis. Gemeinsam mit Landwirt Reinhard Mittenhard (Groß Bülten) will er die weitere Mastanlage bewirtschaften.
Die Schmierereien sind nur schwer zu beseitigen. Mit einem Sandstrahler werde der Beton des Gebäudes geschädigt. „Inzwischen haben wir ein Mittel gefunden, das man nutzen kann. Die bisherigen Kosten liegen bei etwa 1200 Euro“, ergänzt Ehlers.“

https://www.peiner-nachrichten.de/peine/ilsede/article213602639/Politik-staerkt-Landwirt-Christoph-Ehlers-den-Ruecken.html