Erste Soliwochen-Aktion gegen die „Initiative Tierwohl“ und Wiesenhof!

In Braunschweig haben heute einige Aktivist*innen der Kampagne gegen Tierfabriken – Niedersachsen – (KgT) die Aktions- und Solidaritätswoche mit einer Aktion bei Lidl und Aldi eingeleitet. Sie füllten Einkaufswägen mit „Tierwohl“- Geflügelfleisch von Wiesenhof, hingen Bilder an die Wägen und stellten diese in den Discountern ab. Die Bilder zeigten die tatsächlichen Zustände in den Hühner-Mastanlagen und kritisierten die „Initiative Tierwohl“, die Naturzerstörung und die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie. Was dazu führte, dass viele Kund*innen interessiert an den Einkaufswägen verweilten und sich über unsere Kritik informierten. Diese Aktion widmen wir auch den angeklagten Aktivist*innen, die sich Ende Februar und Mitte Mai vor Gericht wieder finden müssen, weil sie aktiv dieses ausbeuterische System gestört haben.

Hintergrund:

Lidl und Aldi beteiligen sich an der sogenannten „Initiative Tierwohl“. Dies ist ein freiwilliges Bündnis aus Einzelhandelsgrößen und Agrarindustrie/Fleischwirtschaft, das – wie es der Name schon verrät – mehr „Tierwohl“ in den Mastanlagen verspricht. Zu Beginn der „Initiative Tierwohl“ war auch der Deutsche Tierschutzbund im Berater*innenausschuss vertreten. Vor kurzem beendete der deutsche Tierschutzbund jedoch die Zusammenarbeit, denn bei genauem Blick entlarvt sich diese „Tierwohl-Initiative“ als bloße Werbe-Kampagne, deren Anforderungen an die Tierhaltung kaum über die miesen gesetzlichen Mindeststandards hinaus gehen. So bestehen die Kriterien der „Initiative Tierwohl“ lediglich aus Scheinverbesserungen, wie eine kleine Beschäftigungsmöglichkeit (wie ein kleiner Heuballen) pro 2700 Hühner oder ein paar Zentimeter mehr Platz pro Huhn in der Mastanlage (18 statt 20 Hühner pro Quadratmeter). Aus welchem Holz diese „Tierwohl-Initiative“ geschnitzt ist, sieht man auch an ihren Nutznießern. In den Kühlregalen von Aldi und Lidl wird die Tierwohl-Palette 2018 weiter intensiviert und der Lieferant heißt PHW/Wiesenhof.

PHW/Wiesenhof will sein „Tierwohl“-Angebot im Jahr 2018 auf 60 Prozent steigern. Damit wird auf die zunehmend kritische Haltung der Verbraucher*innen gegenüber der Massentierhaltung reagiert. Mit großer Werbung, in der Wörter wie „Tierwohl“ oder – bei Aldis Wiesenhof-Tierwohllabel – „Fair&Gut“ groß und breit auf den Verpackungen zu sehen sind, versucht der Einzelhandel und die Fleischindustrie zusammen aus einem zunehmend schlechtem Image heraus zu kommen. Scheinbar auch mit Erfolg. Immer mehr Kund*innen greifen zu „Tierwohl“-Fleisch hinter dem eigentlich Massentierhaltung steckt, weil sie denken, dass es den Tieren besser gehe. Auch PHW/Wiesenhof selbst spricht von einer „nennenswerten Entwicklung“ im Bereich der „Tierwohl-Programme“ wie „Fair&Gut“ und „Privathof“. Den Tieren in den Mastfabriken geht es währenddessen genauso schlecht wie bisher, nur dass ihr Fleisch unter einem „Tierwohl“-Label verkauft wird. Den einzigen denen es dann gut geht, sind Wiesenhof, Lidl, Aldi und co., denn diese finden ihr Wohl im Umsatz- und Imageplus. Aus der Sicht von Tier- und Verbraucher*innenschutz ist die „Initiative Tierwohl“ eine riesige Mogelpackung, aus Sicht der eingepferchten Tiere eine weitere Katastrophe.

Tierausbeutung muss kompromisslos abgeschafft werden. Mit (Schein-)Reformen geben wir uns nicht zufrieden!

Freiheit für Mensch, Tier und Natur!

Weitere Informationen zur Aktions- und Solidaritätswoche (24ter Februar bis 03ter März) findet ihr hier:

http://kampagne-gegen-tierfabriken.info/wp-content/uploads/2018/02/Soliwocheflyer.pdf