Erneuter Fall von Vogelgrippe in Niedersachsen

Kampagne gegen Tierfabriken - Putenhaltung

Wie aus einer Pressemitteilung des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Niedersachsen, zu lesen ist „gibt es einen dritten Fall von Geflügelpest in einem Nutztierbestand“ in Niedersachsen. Endeckt wurde das Virus in einem Betrieb mit 10.000 Mastputen in Dötlingen, Landkreis Oldenburg. Die 17 Wochen alten Puten sollen am Sontag getötet werden.

Das gigantische Ausmaß der Geflügelproduktion in Niedersachsen wird in folgenden Abschnitt der Pressemitteilung deutlich:

„Das Veterinäramt des Landkreis Oldenburg hat ab heute 16 Uhr für 72 Stunden ein sogenanntes Stand-Still für den Bereich der Gemeinde Dötlingen angeordnet, dort befinden sich 91 Betriebe mit rund einer Million Stück Geflügel. In dieser Überwachungszone ist das Verbringen von Geflügel, sonstigen gehaltenen Vögeln und Eiern, die das hochpathogene Virus verschleppen könnten, verboten. Im Umkreis von einem Kilometer um den Betrieb liegen zwei weitere Geflügelställe mit insgesamt rund 24.000 Puten. Diese werden nun ebenfalls auf das Vogelgrippevirus hin untersucht. Ob weitere Geflügelbestände vorsorglich getötet werden müssen, entscheidet sich erst nach der Risikobewertung des Landkreises. Der Landkreis hat außerdem einen Sperrbezirk im Radius von drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet im Radius von zehn Kilometern um den Ausbruchsbetrieb eingerichtet. In beiden Gebieten zusammen befinden sich rund 400 Geflügelhaltungen mit rund 4,6 Millionen Stück Geflügel.“

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer wurde in der Pressemitteilung mit folgenden Worten zitiert: „Jeder Fall von Vogelgrippe in einem Nutztierbestand ist ein schlimmes Ereignis. Bisher haben wir aber nur vereinzelte Fälle. Dies zeigt wie wichtig es ist, dass die Betriebe alle Biosicherheitsmaßnahmen strikt einhalten, damit das Virus nicht in die Ställe gelangen kann.“

Dieses Zitat verdeutlicht die scheinbare Hilfslosigkeit und Kurzsichtigkeit des Ministeriums. Wen sie Epidemien wie die Vogelgrippe tatsächlich und umunfänglich bekämpfen wollen würden müssten sie alles in ihrer Macht stehende dafür tun wenigstens die industrielle Tierproduktion abzuschaffen.

Die Tierrechtsorganisation ARIWA (Animal Rights Watch) machte in einer Pressemitteilung vom 18. Dezember deutlich, das „Ein Stopp von Epidemien aus der Tierhaltung und der Schutz von Mensch und Tier nur unter Beibehaltung der kommerziellen Tierhaltung schlicht nicht gewährleistet werden kann. Das Pulverfass Tierindustrie lässt sich nur entschärfen, indem es stillgelegt wird.“

Hier findet ihr die Pressemitteilung Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Niedersachsen.

Hier findet ihr die Pressemitteilung von ARIWA