Neue Selbstbeschreibung der Kampagne gegen Tierfabriken Niedersachsen (KgT)

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Jetzt wo die Schlachtfabrik in Wietzen-Holte schließt, haben wir unsere Selbstbeschreibung dementsprechend aktualisiert und konkretisiert. Den neuen Text findet ihr im Menüpunkt “Hintergrund” unter “Kampagne gegen Tierfabriken Niedersachsen (KgT)” und hier:

Wer wir sind

Die Kampagne gegen Tierfabriken Niedersachsen (KgT) richtet sich gegen industrielle Tierhaltung in Niedersachsen. Unser Fokus liegt dabei auf der sich stark im Wachstum befindlichen Hühnerindustrie. Unsere Kritik widmet sich nicht allein der massiven Tierausbeutung, sondern thematisiert ebenso Menschenrechtsverletzungen wie die Ausbeutung von Fabrikarbeiter*innen und die massive Natur- und Klimazerstörung dieser Industrie. Die KgT ist ein Netzwerk von linkspolitischen und unabhängigen Aktivist*innen vorwiegend aus Braunschweig und Umgebung. Ihren Anfang nahm die KgT 2010 mit der Bauplatzbesetzung von Europas größter Hühnerschlachtfabrik in Wietze und fokussierte sich später auf eine Wiesenhof-Fabrik in Wietzen-Holte, die Anfang 2019 schließen musste. Wir nutzen vielfältige Protestaktionen wie Aktionscamps, Straßentheater, Kundgebungen oder auch Aktionen des zivilen Ungehorsams wie Bauplatzbesetzungen, GoIn´s und Blockaden.

Unsere Ziele dabei sind:

 

  • Die Schließung von bestehenden Mast- und Schlachtfabriken, sowie die Verhinderung von geplanten Neu- und Ausbauten.
  • Die Förderung einer kritischen Auseinandersetzung mit der Tierindustrie in der Gesellschaft.
  • Die Verdeutlichung der Zusammenhänge zwischen der Tierindustrie und vieler Probleme unserer Zeit wie z.B. Ressourcenverschwendung, Klimawandel und Artensterben.
  • Wir wollen Menschen motivieren sich aktiv gegen Ausbeutung und Zerstörung von Leben und deren Grundlage zu stellen.

Tiere sind keine Ware

Allein in Deutschland werden jedes Jahr circa 600 Millionen Hühner in den Schlachtfabriken getötet und zu Ware gemacht. Für die Tierindustrie sind die Tiere bloßes Mittel zum Profit und so werden sie auch behandelt. Sogenannte Masthühner werden auf engstem Raum in riesige Masthallen mit Kapazitäten von zehntausenden Tieren gesperrt und nach kürzester Zeit (konventionell nach 38-42 Tagen) in den Schlachtfabriken im Akkord getötet. Die Tierindustrie – hier speziell die Hühnerindustrie – ignoriert, dass Hühner fühlende Lebewesen sind und stellt nach kapitalistischer Logik ihren Gewinn über das Leben von anderen.

Industrielle Tierhaltung und die Zerstörung von Umwelt und Klima

Auch unsere Umwelt nimmt erheblichen Schaden durch die industrielle Tierhaltung. Die Tierindustrie ist mitverantwortlich für die Belastung der Böden, des Grundwassers und der Luft. Durch die intensive Haltung von so vielen Tieren entstehen Unmengen an Gülle und Mist. Bei der Ausbringung dieser Gülle gelangen klimaschädliche Gase und Feinstaub in die Luft und zu viel Nitrat ins Grundwasser und damit auch in Bäche, Flüsse, Seen und das Meer.

Zudem wird auch global vergiftet und zerstört: Für die Futtermittel werden beispielsweise in Südamerika riesige Flächen Tropenwald – und somit große CO2-Speicher und Lebensräume – gerodet, um mit Pestiziden durchsetzte Sojamonokulturen anzulegen. Dieses Futtersoja landet dann auch überwiegend in den europäischen Tierfabriken. Die Tierausbeutungsindustrie trägt damit einen enormen Anteil zum Klimawandel bei und bedroht somit das Leben auf diesem Planeten.

Die Tierindustrie missachtet Menschenrechte

Nicht nur Tiere leiden unter dieser Industrie. In den Tierfabriken werden oft Leih- und Werkvertragsarbeiter*innen beschäftigt. Diese werden in den Fabriken zu Niedriglöhnen ausgebeutet und teils noch um diesen geringen Lohn betrogen, indem sie z.B. für miserable Unterkünfte, oder Arbeitsgerät extra zahlen sollen. Und auch an anderen Stellen werden die Menschenrechte mit Füßen getreten: In den Futtermittelanbaugebieten im globalen Süden werden Menschen von ihrem Land vertrieben, um Platz für die Futtersoja-Monokulturen zu schaffen und alle die weiterhin in der Nähe dieser Futtermittelanbaugebiete leben, werden durch den enormen Pestizideinsatz vergiftet. Die vielen Versprechen von Fleischindustrie und aus der herrschenden Politik die Menschenrechte zu achten wie z.B die Arbeitsbedingungen von Leih- und Werkvertragsarbeiter*innen zu verbessern, sind dann genauso leere Worthülsen wie die Versprechen von Tierwohl und Klimaschutz.

Kapitalismus überwinden

In der zerstörerischen Kapitalbesitz- und ungebremster Wachstumslogik der kapitalistischen Produktionsweise ist kein Platz für Menschenrechte, Tierrechte und Klimaschutz. Mit so einer Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung die Profitmaximierung über alles andere stellt, wird eine solidarische Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung nicht zu haben sein. Die ständig wachsende Tierindustrie erzielt ihre Milliarden-Gewinne mit systematischer Ausbeutung, Ressourcenverschwendung, Zerstörung, Greenwashing(1) und Gewalt. Sie ist ein perfekter Auswuchs dieses ungerechten Systems, wo Geld mehr Wert hat als Leben, wo alles zur Ware gemacht wird und wo herrschende Politik hauptsächlich für Konzerne gemacht wird.

1) Greenwashing: Betrügerische PR-Methoden um sich als Unternehmen ein umweltbewusstes und soziales Image zu verleihen, dass in Wirklichkeit gar nicht existiert.