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Über eine Woche trafen sich viele Menschen aus vielen Ländern und sozialen Bewegungen im Rheinischen Braunkohlerevier. Gemeinsam stritten und kämpften wir für ein Klima der Gerechtigkeit und blockierten die Infrastruktur von RWEs Kohlakraftwerken.

Am ersten Tag der Aktionstage gab es eine Fahrradtour zu Tierproduktionsstätten in der Region.

Es folgt ein Bericht von Animal Climate Action zu der Fahrradtour:

Fahrraddemo „Tierproduktion heißt: Klimawandel, Landraub, Ausbeutung“

Die Fahrraddemo startete bei bestem Wetter, mit super Laune und mit gut 75 Teilnehmer*innen vom Klimacamp am Lahey Park und führte an fünf Stationen vorbei, an denen verschiedene Aspekte der Tierproduktion in Form von Redebeiträgen beleuchtet wurden.

Nachdem einigen noch ein Fahrrad organisiert und letzte Reparaturen durchgeführt wurden, startete die Fahrrad-Demo mit einer Rede zur Motivation und dem vor uns liegenden Programm. Am ersten Stop auf dem Feldweg nach Immerath ließen wir die Blicke schweifen über die umliegenden Felder. Neben traditionellen Ackerfrüchten wie Getreide, Rüben und Kartoffel legten wir unser Augenmerk auf Pflanzen, die im Rahmen der Industrialisierung insbesondere für die Verwendung als Futtermittel in Mastanlagen angebaut werden.

Die zweite Etappe der Tour führte zum Dingbuchenhof, einem Rinderzuchtbetrieb. In einem Redebeitrag thematisierten wir die Probleme, die mit der Zucht von Rindern und anderen Tieren einhergehen. Die Fleischproduktion in Deutschland wächst immer weiter, inzwischen ist Deutschland der viertgrößte Fleischexporteur weltweit und der größte in Europa. Traditionell große Fleischexporteure sind riesige Flächenländer wie Argentinien, Brasilien oder die USA. Deutschland ist die große Ausnahme in dieser Liste, mit gravierenden Umweltfolgen und extremer Ausbeutung der darin arbeitenden Menschen. Der Wachstum der deutschen Fleischindustrie ist unter anderem begründet in der Schaffung eines massiven Niedriglohnsektors. Fleischproduktion ist aber keine Branche wie jede andere. Sie ist mit einem hohen Ausstoß an Treibhausgas-Emissionen verbunden und ohne massive Gewalt gegen die Tiere, exzessiven Flächenverbrauch insbesondere auch im globalen Süden und schwerer Schädigung von Wäldern und anderen Ökosystemen nicht zu haben.

Die dritte Station führte uns ins „Industriegebiet“ in Glimbach. In direkter Nachbarschaft standen wir einer Putenmastanlage, einer Hähnchenmastanlage sowie einer daran angebundenen Biogasanlage gegenüber. Wir berichteten von der örtlichen Entstehungsgeschichte und dem damit verbundenen Widerstand der Anwohner*innen. Nach und nach entstand an dieser Anhöhe eine Anlage nach der anderen, mit immer weiteren Erweiterungen. Die Betreiber*innen hatten sogar eine Zucht tropischer Meerwassergarnelen geplant, um die in der Biogasanlage aus tierischen Exkrementen produzierte Wärme effektiver zu nutzen. Dabei machten wir uns bewusst, wie unscheinbar die Anlagen von außen anmuten, welches Leid darin jedoch existiert und welche Folgen damit einhergehen für die Umwelt. Von dieser Stelle hatte man auch einen freien Ausblick auf die umliegende Gegend und damit auch auf die massiven landschaftlichen Veränderungen, die mit dem Kohleabbau einhergehen. Unter anderem war die sich durchschnittlich 200 m über die Umgebung erhebende Abraumhalde Sophienhöhe gut sichtbar.

Die Abdeckerei in Linnich stellte die vorletzte Station der Fahrrad-Demo dar. Laut Eigenbeschreibung sieht sich das Unternehmen SecAnim GmbH als Dienstleister für die Unschädlichmachung gefährlicher tierischer Nebenprodukte. Tatsächlich stellen Abdeckereien die Endstation für Tieren dar, die in der industriellen Tierproduktion aus Effizienzkalkül frühzeitig versterben müssen. In einem Redebeitrag beschäftigten wir uns außerdem mit den Verhältnissen und Klimaauswirkungen in der Hähnchenzucht.

An der letzten Station in Ameln erhielten die Radler*innen der Fahrrad-Demonstration „Tierproduktion heißt: Klimawandel, Landraub, Ausbeutung“ von Animal Climate Action ein wohlverdientes Mittagessen, das freundlicherweise von der KüFa des Klimacamps und Unterstützer*innen zur Verfügung gestellt wurde. Nach dem Essen folgte ein weiterer inhaltlicher Beitrag zur Geschichte der Tierproduktion in der Landwirtschaft. Anschließend fuhr der Großteil der Gruppe zum Klimacamp am Lahey Park zurück, während einige zum Aktionscamp von Ende Gelände in Bedburg weiterzogen.

Infos zu der Aktion von Kohle erSetzen findet ihr hier

Infos zu den vielfältigen Kleingruppenaktionen von Zucker im Tank findet ihr hier

Infos zu den Aktionen von Ende Gelände findet ihr hier

Infos zur Aktion Rote Linie gegen Kohle findet ihr hier