Braunschweig: Veganes Café “Micky und Molly” diskriminiert Person und wirft sie raus!

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“(…)Mir wurde klar und deutlich gezeigt, dass ich aufgrund einer vermuteten Krankheit* nicht erwünscht war… Denn warum greift man sonst auf die Staatsgewalt zurück? Daraus kann man wohl schlussfolgern, dass Menschen mit Tourette* oder Ähnlichem* im Micky und Molly nicht willkommen sind(…)”

Da wir auch in Braunschweig aktiv sind bzw. unseren “Sitz” in Braunschweig haben, möchten wir folgende/n Kritik und Erfahrungsbericht zu einem aktuellen Vorfall im Braunschweiger Vegan-Café “Micky und Molly” teilen. Wir solidarsieren uns ganz klar mit der rausgeworfenen Person. Wir sind nicht nur gegen jede Form der Ausbeutung/Naturzerstörung, sondern auch gegen jede Form der Diskriminierung!

Hier der ganze Bericht:

“Veganes Café “Micky und Molly” diskriminiert Person und wirft sie raus!

Hier ein Text einer Person, die ihre Erfahrung teilen möchte (Verfasser*in anonym):

Heute (16.09.2018) war ich im veganen Katzencafé Micky und Molly in Braunschweig. Dort ausliegend entdeckte ich eine Broschüre („VEGAN. Die gesündeste Ernährung“ von Dr. med. Ernst Walter Henrich), die unter anderem diskriminierende Inhalte verbreitet. Zum Beispiel enthält dieses Heftchen (mindestens) einen Holocaust-Vergleich. Zitat: „Hätten dann diese „Super-Lebewesen“ ein „moralisches“ Recht des Stärkeren, … Menschen in Massenhaltungen bzw. KZs ihr Leben lang zu quälen?“. Darüber wollte ich reden. Statt mir zuzuhören, wurde mein Ansatz zur Kritik seitens Sabine Pankau (Chef*in des Cafés) mit einem „ich habe die Broschüre ja nicht geschrieben“ abgetan.

Da ich unter anderem unkontrollierte Ausrufe/gesagte Wörter und Bewegungen/Bewegungsabläufe habe (manche kennen so etwas/ Ähnliches unter dem Namen Tourette*), warf ich eine davon hinter den Tresen und sagte Schimpfwörter. Daraufhin kam eine Person (M1), die am Tresen saß auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht mehr „ganz frisch“ sei. Gleiche Frage von mir zurück an M1, die daraufhin mein Verhalten als „unglaublich“ einstufte und mich zum Gehen aufforderte. Das verstand ich nicht. Warum genau sollte ich jetzt gehen und warum denkt er*sie mir Befehle erteilen zu können? Meines Erachtens war er*sie ein bis dahin unbeteiligter Gast. Sabine Pankau und eine andere Person (M2), die ebenfalls mit am Tresen, neben besagter*m M1 saß, wendeten daraufhin den Begriff „Tourette“ auf mich an. Sie begriffen nun spätestens ab diesem Zeitpunkt alle drei, dass ich das alles -also Kraftausdrücke sagen und Sachen durch die Gegend werfen- nicht extra tat. Trotzdem muss ich den feinen Menschen wohl lästig gewesen sein. Als ich daraufhin eine Entschuldigung einforderte wurde das mit einem „das wird nichts“ kommentiert.

Ich stand immer noch am Tresen, versuchte mir das Heftchen, an dem ich Kritik üben wollte, nochmal näher anzugucken, da kamen plötzlich M1 und M2 zusammen auf mich zu und meinten mich „rausbegleiten“ zu müssen. Als ich nach dem Grund fragte, wurde das unkontrollierte Verhalten genannt und dass ich mein „Willkommen-sein überstrapaziere“. Das fand ich wenig plausibel (=einleuchtend/überzeugend). Ich fragte (mich) auch, warum diese beiden Menschen, die eigentlich nur am Tresen gesessen hatten, sich auf einmal verantwortlich dafür fühlten, mich rauszuwerfen. Es gab keine hinreichende, vernünftigte Begründung und leider auch von Sabine Pankau keine Solidarität (=zusammen mit Betroffenen auf einer Seite stehen). Das Ganze endete damit, dass Frau* Pankau Partei für M1 und M2 ergriff (=sich auf deren Seite stellte). Mit den Worten: „hier wird randaliert“ rief sie* dann auch noch die Polizei. Das war eine enorme Übertreibung. Es sind ja nur ein paar „Flyer“ ihrem Namen gerecht geworden („fly“ ist Englisch und bedeutet „fliegen“). Kein Grund die Polizei zu rufen…

Dieses Verhalten finde ich enorm diskriminierend: Es macht mich betroffen, dass zu diesen gewaltvollen Mitteln gegriffen wurde, obwohl allen Beteiligten bewusst gewesen ist, dass mein „schlechtes Benehmen“ nicht beabsichtigt war. Mir wurde klar und deutlich gezeigt, dass ich aufgrund einer vermuteten Krankheit* nicht erwünscht war… Denn warum greift man sonst auf die Staatsgewalt zurück? Daraus kann man wohl schlussfolgern, dass Menschen mit Tourette* oder Ähnlichem* im Micky und Molly nicht willkommen sind… Immer wenn man die Polizei als Mittel einsetzt, muss man auch damit rechnen, dass die Person, gegen die sich diese Maßnahme richtet, von der Polizei schikaniert, verletzt bis schwer verletzt werden kann.

Da wird sich auf der einen Seite sozial und engagiert gegeben, aber wenns mal drauf ankommt, wird ohne Skrupel gegen Menschen vorgegangen, die nicht in das Norm-Bild der Betreibenden dieses Lokals passen. Inhaltliche Kritik am ausliegenden Info-Material ist ebenso wenig erwünscht.
Schade.
Ich werde allen meinen (veganen) Freund*innen und Bekannten von dieser Situation berichten und rufe auch hier dazu auf das Micky und Molly nicht mehr zu besuchen oder besagte Personen mit der beschriebenen Situation zu konfrontieren (=z.B. darauf anzusprechen)!

Kein Platz für Ableismus und Mentalismus (=Diskriminierung von Menschen mit z.B. (vermuteten) Behinderungen*, psychiatrischen Diagnosen, psychischen Krankheiten*, …)!
Gegen Repression (=staatliche Unterdrückung), Zwangspsychiatrie und Polizeistaat!
Für eine solidarische Gesellschaft und Problemlösungen auf Augenhöhe!
Tierfabriken abschaffen!
Hambacher Forst bleibt!
Neues Polizeigesetz (NPOG) verhindern!
#NoNPOG!”