„Die dringend nötige Agrarwende wird nicht von der Politik ausgehen.“ (Ein Kommentar von Friederike Schmitz)

Morgen kommen EU-Agrarkommissar Phil Hogan, Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU), Niedersachsens Landtagspräsidentin Gabriele Andretta (SPD) und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) im Schloss Herrenhausen in Hannover zusammen und diskutieren über die Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik ab 2020. Dabei wird sehr wahrscheinlich nichts positives herauskommen. Agrarwende also unmöglich? Einen passenden Kommentar dazu hat Friederike Schmitz bei Deutschlandfunkkultur verfasst:

„(…) Das Problem ist strukturell, und daher muss die Politik tatsächlich endlich etwas tun, Gesetze ändern und Subventionen umverteilen. Nur: Diese Aufforderung ergeht an sie schon seit langem. Die „Wir haben es satt“-Demo feiert bald zehnjähriges Jubiläum. Trotzdem ändert sich fast nichts. Das liegt auch an der Macht des Bauernverbandes, dessen Verflechtungen mit der Politik mehrfach nachgewiesen wurden.

Um dem etwas entgegensetzen, muss der gesellschaftliche Druck für die Agrarwende steigen. Die Klimabewegung mit Ende Gelände oder Fridays for Future macht es vor: Der kalkulierte Regelbruch funktioniert, um ein Thema dauerhaft auf die Tagesordnung zu bringen. Auch Futtermittelwerke und Schlachthöfe lassen sich besetzen und blockieren. Daneben müssen die Alternativen zur Agrarindustrie aufgebaut und gelebt werden – die Konzepte sind da: Permakultur, Agroforst, bioveganer Anbau, essbare Städte, Gemeinschaftsgärten, Solidarische Landwirtschaft.

Die dringend nötige Agrarwende wird nicht von der Politik ausgehen und man kann sie auch nicht im Supermarkt kaufen. Sie erfordert den aktiven Einsatz von uns allen.“

Den kompletten Kommentar gibt es hier zum lesen:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/agrarwende-ethischer-k…

Und mehr zum Agrar-Treffen in Hannover:

https://www.ndr.de/…/Duenge-Streit-Otte-Kinast-trifft-EU-Ko…