Demonstration gegen die Wiesenhof-Schlachtfabrik in Wietzen-Holte!

Demo Holte

Heute versammelten sich im Rahmen des Aktionscamps gegen Tierfabriken ungefähr 60 Menschen im niedersächsischen Wietzen-Holte für eine Demonstration gegen Wiesenhof’s Schlachtanlage im Ort. Start der Demo war in der Straße Moorheide, in der auch der Geschäftsführer der PHW/Wiesenhof-Fabrik wohnt. Einige Anwohner*innen kamen neugierig aus ihren Häusern und schauten aus den Fenstern. In mehreren Redebeiträgen wurde die auf vielen Ebenen stattfindende Ausbeutung durch PHW/Wiesenhof thematisiert und über die Ausbaupläne der Fabrik in Holte informiert. In einer Rede, die sich speziell an die Holter Anwohner*innen richtete, hieß es unter anderem:

„Vielleicht will euch die Firma Nienburger Geflüglspezialitäten den Ausbau mit Versprechen von Arbeitsplätzen und wirtschaftlichem Aufschwung der Region verkaufen. Das Arbeitsplatzargument ist jedoch absurd, da die Arbeitsbedingungen unter anderem über Werkverträge organisiert sind. Werkverträge nutzt PHW/Wiesenhof dazu viele Arbeitende unter unwürdigen Bedingungen zu beschäftigen. Und was hat es mit dem Versprechen von wirtschaftlichem Aufschwung an sich? Wir dürfen nicht vergessen, dass dieser eventuelle Aufschwung auf Kosten von Mensch, Tier und Natur geht und das auch hier in der Region. Den einzigen wirklichen Aufschwung wird PHW/Wiesenhof in seinen Profiten verzeichnen können. Für die Region bleibt Grundwasserabsenkung, Lärm, Nitratbelastung von Boden und Grundwasser.“

Nachdem die Anwohner*innen zum Protest gegen PHW/Wisenhof aufgerufen wurden, ging die Demo mit Parolen wie: „Menschen und Tiere sind kein Kapital!“ und unter den Klängen der Sambagruppe weiter durch Holte bis zur Biogasanlage. Dort wurde auf die Geschäftsbeziehungen (Stromlieferung für die Schlachtanlage) hingewiesen. Die Abschlusskundgebung fand dann direkt vor der Schlachtfabrik statt. Diese wurde fast komplett mit Bauzäunen abgeschottet. Selbst Teile des gegenüberliegenden Waldes und Maisfeldes wurden mit Bauzäunen abgestellt. Zusätzlich sicherten mehrere Polizist*innen das Fabrikgelände ab. Ein kritischer Anruf bei der Bauzaunfirma, indem sich bei dieser beschwert wurde, dass Mensch ja so gar nicht bis zur Schlachtanlage könne, wurde mit dem Kommentar beantwortet: „ Ja, wenn der Kunde will, dass wir die ganze Welt einzäunen, dann zäunen wir die ganze Welt ein!“

Ein weiterer Redebeitrag auf der Abschlusskundgebung verdeutlichte schließlich noch einmal die Motivation hinter der Demonstration:

„Wir solidarisieren uns mit den ausgebeuteten Arbeiter*innen, mit den anderswo vertriebenen und hier wohnenden Menschen und mit den schon und noch nicht ermordeten Hühnern. Wir als Kampagne gegen Tierfabriken setzen uns am Beispiel Wiesenhof und Rothkötter gegen diese kapitalistische Unterdrückung ein, indem wir auf die Schließung aller Käfige, Mast- und Schlachtanlagen hinarbeiten und solidarisieren uns mit anderen freiheitlichen/emanzipatorischen Kämpfen. Heute und immer gilt also für immer: Menschen und Tiere sind kein Kapital!“

Nach diesen Worten hinterließen die Demonstrant*innen noch einige Kreidesprüche auf den Zufahrtswegen der Fabrik und machten sich wieder auf den Weg zum Aktionscamp gegen Tierfabriken auf dem der Tag bei einem Konzert ausklingen kann.