Das Landwirtschafts – Barrio auf dem Klimacamp

kampagne gegen tierfabriken - klimacamp im rheinland

Vom 19ten bis zum 29ten August wird das 6. Klimacamp im Rheinland stattfinden. Neben vielen spannenden Aktionen gegen die Verstromung und den Abbau von Kohle durch den Energiekonzern RWE wird es auch viele interessante Veranstaltungen im Camp geben.

Wie bereits im vergangenem Jahr, wird dieses Jahr auch wieder ein Landwirtschafts – Barrio auf dem Klimacamp organisiert. An der Orga beteiligten sich unter anderem Aktivist*innen aus dem Netzwerk Animal-Climate-Action.
– Animal-Climate-Action wurde letzten Herbst neben anderen Aktiven aus anderen Gruppen auch von Aktivist*innen der Kampagne gegen Tierfabriken gegründet. Seitdem versuchen wir den Zusammenhang von Klimawandel und Tierproduktion nachdrücklich in den Blickpunkt zu rücken.Das Selbstverstandnis findet ihr hier.

Via Landwirtschafts-Barrio

Das Landwirtschafts – Barrio auf dem Klimacamp

Was hat Landwirtschaft eigentlich mit dem Klimawandel zu tun?
Die industrielle Landwirtschaft ist global für etwa ein Drittel der klimaschädlichen Treibhausgase verantwortlich. Daher ist es extrem wichtig die Themen Klimawandel und Landwirtschaft stärker zusammen zu denken – Gruppen und Menschen zu vernetzen und gemeinsam Widerstand zu leisten. Im Landwirtschaft – Barrio, dem themenspezifischen „Stadtteil“ in der „Zeltstadt“, wollen wir Klima – und Landwirtschaftsfragen miteinander verknüpfen – Wie im letzten Jahr wird es möglich sein in der Nachbarschaft des Landwirtschaftszeltes die eigenen Zelte aufzuschlagen. Hier gibt es über den Verlauf des Klimacamps Workshops, Vorträge, Vernetzungstreffen und kreative Aktionen. Neben Open Space Tagen, wo jede*r selbst Themen bestimmen kann, werden Thementage organisiert. An diesen Tagen wollen wir mit euch diskutieren wie Tierproduktion das Klima beeinflusst, was für bio – solidarische Alternativen es zur konventionellen Landwirtschaft gibt und wie wir auf kleinem Maßstab, etwa in der Stadt, aktiv die große Transformation zu einer sozialeren, ökologischeren Gesellschaft anstoßen können.

Das Barrio bietet einen Raum, um aktivistische Ideen nicht nur für die Kohleproblematik zu entwickeln, sondern dies auch für den Acker in den Fokus zu rücken. Auch in diesem Jahr soll das Barrio Plattform für Gruppen – und Planungstreffen sein (z.B. von Reclaim the Fields, Nyéléni, La Via Campesina).
macht mit!

Die Zeit drängt und wir müssen dringend gegen den Klimawandel aktiv werden! Wir wollen eine breite Spanne von Handlungsmöglichkeiten analysieren, von der persönlichen zur globalen Ebene und mit euch diskutieren wie die Zukunft der Landwirtschaft aussehen könnte. Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es um die jetzige prekäre Situation zu verbessern? Um diese und weitere Fragen zu beantworten braucht es noch Menschen, Gruppen oder Einzelpersonen, die Lust haben, sich einzubringen, zu organisieren und natürlich teilzuhaben. Widerstand ist fruchtbar — lasst uns weitere Samen säen!

Wir freuen uns über Rückmeldungen, Feedback, Ideen, motivierte Menschen…

Meldet euch unter: rtf-kartoffel@riseup.net

Programm im Lawi- Barrio

Alle unten aufgeführten Programmpunkte finden im Zelt des Lawi – Barrios statt.

Freitag 19.08.2016:
Ankommen und helfen beim Zelt(e) – Aufbauen

Samstag 20.08.2016:
Camp erkunden und Vorbereitung
10:00 Uhr:
Orgatreffen für alle, die beim Lawi Barrio mit
helfen möchten

Sonntag, 21.08.2016:
THEMENVORMITTAG Kennenlernen und Vernetzen
10:00 Uhr:
„Vernetzungsvormittag für Landwirtschaftsinteressierte“ Du bist an Landwirtschaft, Ernährung und Klimafragen interessiert? Du bist in diesen Bereichen aktiv oder möchtest es werden? Du bist Teil einer agrar politischen Gruppe oder stehst selbst anbauend auf dem Feld? Dann komm am Sonntagvormittag ins LaWi – Zelt! Der Kennenlern – und Vernetzungsvormittag schafft Raum für Austausch und Verbändelung und bildet den Auftakt für eine bunte Workshopwoche, in der du dich in vielerlei Hinsicht einbringen kannst, inhaltlich, organisatorisch etc.

THEMENNACHMITTAG „Klima und Tierproduktion“
Ansprechpartner*innen: Animal Climate Action
Mit Klimaaktivismus wird in Deutschland zur Zeit vor allem der Widerstand gegen die Kohleverstromung verbunden. Dadurch bleiben große Bereiche des klimarelevanten Kapitalismus von einer Konfrontation verschont – Rüstungsindustrie, deutsche Autokonzerne und insbesondere auch die Tierindustrie. Die Klimabewegung hat gerade hier die Möglichkeit, umfassende gesellschaftliche Bündnisse zu schließen: Wer der Ansicht ist, dass ein breiter antikapitalistischer Widerstand der einzige Weg ist, nachhaltig für Klimagerechtigkeit zu sorgen, dem sollte gerade dieses Bündnispotential der bislang vernachlässigten Bereiche besonders am Herzen liegen.

17:00 Uhr:
Workshop „Klimagerechtigkeit und Tierbefreiung“ Sollte die Abschaffung der Tierproduktion eine Hauptforderung der Klimabewegung werden? In einem Input wird es zunächst um relevante Forschungsergebnisse und Statistiken zum Ausstoß von Klimagasen aus der Nutztierhaltung gehen. Vor diesem Hintergrund wollen wir uns dann über Möglichkeiten austauschen, über das Klimathema Bündnisse herzustellen und größere klimapolitisch motivierte Kampagnen gegen die Tieproduktion zu organisieren.

20:30 Uhr:
Diskussion/Vernetzung: „Klimabewegte Aktionen gegen die Tierindustrie“ Das Netzwerk Animal Climate Action stellt sich vor und bietet Raum für Austausch über mögliche zukünftige Aktionen und Kampagnen.

21:30 Uhr:
„Cowspiracy“ (Film, 91 min., engl. mit dt. UT) mit kritischer Diskussion

Montag, 22.08.2016:
THEMENTAG „Solidarische Landwirtschaft“ Raus aus dem Markt, rein ins Vergnügen!

Solidarische Landwirtschaft als alternativer Ansatz: Risiken und Nutzen werden solidarisch zwischen den Produzent*innen und Konsument*innen geteilt, um eine nachhaltige, regionale und kleinbäuerliche Landwirtschaft zu ermöglichen.

10:00 Uhr:
„Solidarische Landwirtschaft und Land[frei]kauf“ (Workshop) Referenten der Freiburger Gartencoop und der Berliner Solawi Basta Warum sollten wir solidarisch (land-) wirtschaften? Was hat das mit dem Klima zu tun? Wie genau funktioniert es in der Praxis? Dieser Workshop bietet eine Einführung in Solidarische Landwirtschaft und verschiedene Formen des gemeinschaftlichen Landbesitzes.

Dienstag, 23.08.2016:
THEMENTAG „Guerilla Composting“

Ansprechpartner*innen: Ariane und Niels
Der urbane Raum bietet unzählige ungenutzte Nischen zum Gärtnern. Hier interveniert „Guerilla Gardening”: Aktivist*innen und ihre vegetarischen Helfer*innen gehen mit Einfallsreichtum und Witz unbürokratisch gegen Betonwüste und Rasenmonokultur vor und schaffen grüne Räume in der Stadt. Sowie der städtische Raum uns nicht gehören muss, damit wir in begrünen, können wir auch kompostieren, ohne die entstehende Erde direkt selbst nutzen zu wollen. Diesem Gedanken folgenden, möchten wir euch gerne die Idee „Guerilla Composting“ vorstellen. An diesem Thementag soll es also um die Möglichkeiten der Kompostierung in der Stadt, auf kleinem Raum und zum Beispiel auch in der Wohnung gehen. Wir wollen diskutieren und ausprobieren, wie vorhandene Ressourcen – zum Beispiel Schnippel – oder Containerreste – kompostiert werden können, um die darin enthaltenen Nährstoffe zu recyceln um am Ende fruchtbare Erde statt „Biomüll“ entstehen zu lassen. Make Compost – Not War!

10:00 Uhr:
„ Skills for „Guerilla Composting“ (optional in German/English)

Ausgehend von euren mehr oder weniger konkreten Kompost – Situationen und – Ideen möchten wir verschiedene Arten der Kompostierung vorstellen und analysieren, wann, unter welchen Umständen und für wen, was geeignet ist. Bei Interesse diskutieren wir Kompostierung im Klima – Kontext: welche Gase entstehen bei der Kompostierung, wie schädlich sind die fürs Klima und welche Möglichkeiten haben wir, diese zu beeinflussen. Dabei werden Kräuter, Bakterien und auch Kohle ins Spiel kommt.

17:00 Uhr:
„Composting in the city – a practical introduction“ (optional in German/English)

In diesem Teil praktisch werden, d.h. experimentieren und/oder selber was bauen. Wir zeigen euch technische Ideen zur Bokashi – Kompostierung, für Wurmkisten, zur Urinfermentation, sowie kleine selbst gebaute Holzvergaseröfen (aka Mikrovergaser). Mit diesen „Campingkochern“ könnt ihr nicht nur Kaffee oder Suppe kochen, sondern euch auch Biokohle selbst herstellen. Diese könnt ihr dann, nach dem Prinzip der „Terra Preta“ selbst kompostieren und schlussendlich dahin stecken, wo sie hingehört: in the ground!

Mittwoch, 24.08.2016:
THEMENTAG „Aktiv werden“

Zugang zu Land, Agrarpolitik und Neokolonialismus, faire Löhne in der Landwirtschaft, Preisdiktat und Macht der Konzerne, Massentierhaltung (Nährstoffkonzentration, Gülle, Nitratbelastung), klimaschädliche Treibhausgase, Gentechnik, Glyphosat, Monokulturen, Biogas, Grundwasserverunreinigung, Überproduktion in Deutschland und Hunger anderswo, Verwüstung… Freies Saatgut, Ernährungssouveränität, Bodenfruchtbarkeit erhalten und aufbauen, solidarische Konzepte…
Es gibt viel zu tun! Die Zeit ist reif! Überreif!!
Auf geht’s! Ab geht’s! Packen wir es an!

10:00 Uhr:
„Nyéléni – Werkstatt“
Wie organisieren wir die Bewegung für Ernährungssouveränität in Deutschland und Europa? Auf dem Weg zum Nyéléni Forum in Rumänien Das Konzept der Ernährungssouveränität (ES) ist eine echte Alternative! Die Realisierung des Konzepts ist im globalen Süden und Norden notwendiger denn je. 2007 haben die Teilnehmenden an dem 1. globalen Nyéléni Forum in Mali beschlossen, Vernetzungsforen zur ES auf regionaler Ebene zu organisieren. Ende Oktober 2016 findet das zweite Nyéléni Forum Europe mit Delegationen aus mehr als 40 Ländern statt. In der Werkstatt wollen wir von Kämpfen rund um ES in Europa berichten. Außerdem wollen wir diskutieren, wie eine stärker organisierte Nyéléni – Bewegung in Deutschland aussehen könnte? Was sind zentrale Forderungen? Wie können Strategien aussehen, um Ernährungssouveränität zu stärken? Wir werden auch von den Planungen des Nyéléni Forums in Rumänien berichten.

17:00 Uhr:
„Aktionen im Bereich Landwirtschaft und Ernährung“

Ideenaustausch / Vernetzung / Open Space Es gibt viele Möglichkeiten aktiv zu werden, als Einzelperson, in losen Zusammenhängen oder Gruppen (wie Reclaim the Fields, Nyéléni, La Via Campesina…), in der Stadt oder auf dem Land (Urban Gardening, solidarische Landwirtschaft…). Es gibt vielfältige Aktions – und Protestformen – kreativ, bunt und widerständig. Wir wollen Erfahrungen und Ideen austauschen, Pläne schmieden und uns vernetzen. Den konkreten Workshopinhalt werden wir gemeinsam gestalten.

Donnerstag bis Sonntag:
„Open Space / Vernetzung / Aktionsplanung“

Vom 25.8. bis zum 28.8. gibt es die Möglichkeit das Lawi – Zelt für Vernetzungstreffen, Open Space Veranstaltungen, Aktionsvorbereitung und spontane Workshops zu nutzen. Bei Interesse sprecht bitte mit den Organisator*innen, die euch mit weiteren Infos und Materialien unterstützen können.