Blockade des Cargill-Werks in Salzgitter (bei Braunschweig).

Übrigens: Wir blockieren gerade das Werk von Cargill bei Salzgitter! Kommt doch eben noch vorbei und macht mit. Ticker und Bilder folgen…

Hier unsere Pressemitteilung:

„Stoppt die Rodung, die Ausbeutung, den Klimawandel!“

Aktivist*innen besetzen Zufahrt von Cargill bei Salzgitter

Etwa 20 Umwelt- und Tierrechtsaktivist*innen blockieren aktuell die Zufahrt bei einer der 12 deutschen Standorte des Agrarunternehmens Cargill bei Salzgitter. Die Aktion steht im Kontext einer Studie der Umweltorganisationen ROBIN WOOD und Mighty Earth, die gestern veröffentlicht wurde. Angeprangert werden Tropenwaldrodungen für den Futtermittelanbau in Lateinamerika, woran der Konzern maßgeblich beteiligt ist und unter anderem der Belieferung des deutschen Hühnerfleischkonzern Rothkötter dient. Bereits gestern hatten die Umweltorganisationen eine Kletteraktion bei dem Rothkötterstandort im Emsland gemacht (https://bit.ly/2zPMmaS).

„Wir sind hier, weil wir die Bedrohungen für Mensch, Tier und Umwelt, die der Klimawandel hervorbringt, ernst nehmen und es für notwendig halten angesichts der Dringlichkeit aktiv zu sein. Wir wollen direkt zu den Unternehmen gehen, die eine Verantwortung für die Zerstörung tragen,“ begründet eine Aktivistin der Kampagne gegen Tierfabriken ihre Teilnahme. Mittels mehrerer mit Luft gefüllten Würfeln sowie einem Metallgestell, auf die eine Aktivistin geklettert ist und weiteren Personen die mit Transparenten im Weg stehen und sitzen, blockieren die Aktivist*innen die Hauptzufahrt.
Cargill gehört zu den vier Großkonzernen die gemeinsam 70% des globalen Agrarhandels auf sich vereinen. Die Hauptaktivität von Cargill liegt in der Futtermittelproduktion, was im Zentrum der heutigen Aktion steht, denn für den Anbau werden tagtäglich Waldflächen insbesondere in Südamerika gerodet und damit wichtige CO2 Speicher zerstört, wie durch die Studie erneut belegt wird. Diese Rodungen finden weiterhin statt, obwohl der Konzern wie auch ein weiterer Konzern namens Bunge, in diesem Jahr zu Strafzahlungen wegen illegaler Rodungen in Brasilien aufgefordert wurden.

Zudem, so betonen es die Aktivist*innen, deckt Cargill selbst in den USA 20% des Fleischmarktes und ist in Thailand der größte Hühnerfleischkonzern. Zusätzlich taucht der Konzernname im Kontext von Regenwaldrodungen für Palmölplantagen auf. Im Jahr 2016 lag der Umsatz bei etwa 110 Mrd. US Dollar, womit das Unternehmen doppelt so groß wie Nestlè ist. Eine Studie des Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP) belegt, dass die Menge an Treibhausgas-Emissionen, die durch Cargill und vier weitere führende Fleisch- und Molkereikonzerne emittiert wird, die Menge der größten Ölkonzerne (Exxon-Mobil, Shell und BP) überschreitet.

„Cargill ist für viele Menschen kein Begriff – wir hoffen dass sich das durch Aktionen wie diese ändert und Cargill als Gobal Player im Rennen um Profite, was auf Kosten der Lebewesen und Umwelt passiert, mehr ins Bewusstsein rückt,“ erläutert die Aktivistin.
Als Kampagne gegen Tierfabriken betonen die Aktivist*innen die enorme Bedeutung der Landwirtschaft und insbesondere der Tierhaltungsindustrie. So wird für die deutsche Tierproduktion derzeit eine Fläche von 2,5 Millionen Hektar für den Anbau von Soja genutzt. Dafür werden global Wälder zerstört und Bewohner*innen der Flächen vertrieben.
„Die sozialen und ökologischen Folgen, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden, sind bekannt und zunehmend spürbar. Dieses Jahr wurde durch einen Zwischenbericht des IPCC (Intergovermantal Panel on Climate Change) die dringende Notwendigkeit für ein sofortiges und radikales Handeln unterstrichen, da die angestrebten 1,5 Grad Erderwärmung nach den aktuellen Prognosen weit überschritten werden würden, obwohl bereits eine Erwärmung um 2 Grad weit aus verehrende Folgen haben würden.“ erläutert Doro bei der Aktion.
Die Aktivist*innen erklären das Scheitern der Klimaziele und die Handlungen von Konzernen wie Cargill und Rothkötter mit der grundlegenden Systematik im Kapitalismus. Die ständige Notwendigkeit in der Konkurrenz zu überleben und die Orientierung an Profiten steht für sie im Widerspruch zu einer ökologischen und solidarischen Gesellschaft, für die sie sich einsetzen. Dabei betonen die Aktivist*innen, dass es ihnen neben den ökologischen Folgen auch um die Tiere geht, die jeden Tag tausendfach in den Schlachtfabriken getötet werden und ebenfalls um die Menschen, die unter extrem prekären Bedingungen dort arbeitet müssen.

Neben der Anknüpfung an die ROBIN WOOD Studie steht die Aktion im Kontext der Climate and Justice Games, die diese Woche als Protest gegen die EuroTier Messe in Hannover stattfinden.

Weitere Informationen unter:
climate-and-justice.games

Pressemitteilung von ROBIN WOOD zur genannten Studie und der gestrigen Aktion:
https://bit.ly/2zPMmaS

Kampagne gegen Tierfabriken (Niedersachsen)