Bildungsangebote

Folgende Vorträge und Workshops bieten Aktive der Kampagne an – ihr könnt euch gerne per Mail an uns wenden, wenn ihr gerne einen Vortrag oder einen Workshop organisieren wollt.

Wenn ihr auf dieser Seite selber Bildungsangebote anbieten möchtet und diese thematisch zu der Kampagne passen, könnt ihr euch ebenfalls gerne melden.

Hühner, Spitzel, Widerstand
Vortrag zu Geschichte und Zukunft der Kampagne gegen Tierfabriken

Seit 6 Jahren gibt es in Niedersachsen die Kampagne gegen Tierfabriken, die es sich zum Ziel machte den Bau bzw. Ausbau der Schlachtfabriken in Wietze (bei Celle) und Holte/Wietzen (bei Nienburg) zu stören und am Beispiel der Schlachtfabriken die kapitalistische Produktion und ihre Folgen für Mensch, Tier und Umwelt zu verdeutlichen.

Auch wenn die Schlachtfabriken noch stehen und eine freie, solidarische Gesellschaft noch nicht erkämpft wurde, gibt es auch politische Erfolge:

Immerhin hat Wiesenhof, entgegen der Pläne, die Schlachtfabrik noch nicht ausgebaut und Rothkötters Schlachtfabrik läuft mangels Zulieferbetriebe nur auf halber Kapazität. Das alles hat Profiteinbußen zur Folge, die mit staatlicher Repression beantwortet wurden.

Bei dem Vortrag wollen wir die Kampagne vorstellen, einen Einblick in unsere Kritik geben und die Geschichte der Kampagne – von Widerstand, Diskussion, Spitzeln und Hühnern erzählen.

Tierhaltung und was damit zusammenhängt

Vorträge

Eine grundsätzliche Kritik an Tierausbeutung – Vortrag mit Diskussion

Bilder aus Massentierhaltungen – von Hühnern dicht an dicht gedrängt in engen Hallen und in Kisten auf LKWs, Hühner
deren Beine aufgrund optimierter Züchtungen nach 3 Wochen Lebenszeit unter ihren Gewicht zusammen brechen;

Schweine die sich in ihren Käfigen nicht einmal umdrehen können und sich Verletzungen durch Spaltenböden zuziehen
– wer kennt die Bilder aus den Fabriken nicht?

Die Haltung und Tötung von Tieren in Fabriken ist eine Zuspitzung eines komplexen Herrschaftsverhältnisses zwischen
Menschen und Tieren.

In dem Vortrag wollen wir euch einen Einblick in unsere Kritik an der Tierhaltung geben und begründen, warum sie sich nicht losgelöst von den gegenwärtig vorherrschenden Eigentumsverhältnissen betrachten lässt.

Weshalb werden Tiere in dieser Gesellschaft unterdrückt und ausgebeutet? Gibt es eine „gute“ und eine „schlechte“
Gefangenschaft? Weshalb sollten Tiere unsere Solidarität erfahren und wie kann diese in der Praxis aussehen?

In den Vortrag werden wir euch unsere grundsätzliche Kritik an Tierausbeutung vorstellen und sie zur Diskussion
stellen.

Einblicke in das System der Hühnerfleischindustrie

Wie beschenkt der Deutsche Tierschutzbund die Fleischindustrie? Welche Rollen spielen Universitäten in der “Geflügelwirtschaft“? Wie verdient einer der größten Hühnerzuchtunternehmen an der Biofleischbranche? Unter welchen Bedingungen leben Hühner in Mastanlagen in Deutschland?

In 1 ,5 Stunden wollen wir unsere Rechercheergebnisse über das System der Hühnerfleischindustrie präsentieren. Wir wollen euch einen Überblick und eine Faktensammlung darüber geben welche Unternehmen vor allem in Niedersachsen eine Rolle beim Wettbewerb um Hühnerleichenteile spielen. Welche kritischen Diskurse existieren im Bezug auf Massentierhaltung und wie versucht die Branche darauf zu reagieren und welche Unterstützung erhält sie aus der Politik, Forschung und von Tierschutzverbänden.
Außerdem wollen wir an Hand von Beispielen Widerstandsmöglichkeiten gegen die Tierhaltungsindustrie
aufzeigen und diskutieren.

Workshops

Zusammenwirken verschiedener Herrschaftsmechanismen in der industriellen Tierhaltung

In diesem Workshop werden die verschiedenen Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnisse dargestellt, welche die ndustrielle Tierhaltung nach sich zieht, wie zum Beispiel die Unterdrückung und Vertreibung kleinbäuerlicher, indigener Familien in Südamerika für den Futtermittelanbau, die Herrschaft des Menschen über die Umwelt und die Ausbeutung derselben, die Unterdrückung sogenannter Nutztiere sowie die prekären Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen. Wer aus dem einen oder anderen Grund gegen industrielle Tierhaltung aktiv ist, wird zwangsläufig auch mit den anderen Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnissen in Kontakt kommen, da diese durch den Faktor industrielle Tierhaltung untrennbar miteinander verbunden sind.

Das Problem heißt Kapitalismus!?

Dauer: variabel 3 – 6 Stunden

Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit, Arten- und Umweltschutz: Diese Schlagworte sind in aller Munde und finden sich auch in den Unternehmensphilosophien und Selbstdarstellungen vieler Firmen wieder. In diesem Workshop sehen wir uns an, nach welchen Prinzipien im Kapitalismus gewirtschaftet wird und wir diskutieren die These, dass echter Umweltschutz im Kapitalismus nicht möglich ist!
Dazu werden wird es einen kleinen Theorie-Teil geben um ein par Begriffe die in einer Kapitalismuskritik wichtig sind zu klären und eine weitere Methode anwenden um die Problematik deutlich zu machen. Der Workshop ist für alle offen und es werden keine Vorkenntnisse erwartet.

bio vegane Landwirtschaft

Zu Beginn wird es einen kleinen Input zu Theorie und vor allem Praxis des veganen Landbaus geben. Was bedeutet Bio veganer Anbau und was ist der Unterschied zu anderen Anbaumodellen? Ich möchte versuchen darauf eine Antwort zu geben. Da ich eine Ausbildung bei einer bio veganen Gärtnerei mache werde ich von der praktischen Umsetzung dort erzählen und je nach Interesse der Teilnehmer*innen auf verschiedene Aspekte eingehen.
Anschließend können Fragen gestellt, über Erfahrungen berichtet und sich über Ideen ausgetauscht werden… Zusätzlich wird es eine Samentauschbörse geben.

Aktionstrainings

Aktionsworkshop

In dem Workshop wollen wir euch anhand einer Reihe von Fotos Aktionen vorstellen und sie mit euch diskutieren. Was gibt es für Aktionsformen? Was kann mensch tun gegen Tierfabriken?
Je nach Interesse können wir zu einigen mehr sagen und evtl. Sachen selber ausprobieren und konkret umsetzen.

Anketten und blockieren

(Anti-)Repression

Über die Möglichkeit, der kapitalistischen Ausbeutungsmaschinerie nicht nur symbolisch, sondern direkt Sand ins Getriebe zu streuen

„Protest gegen Schlachthof – Tiertransporte bleiben draußen …“, titelte die taz am 20. Mai 2014, nachdem am 19. Mai ca. 60 Umwelt- und Tierbefreiungsaktivist*innen dem Aufruf von Blockupy gefolgt sind und sich an den europaweiten Mai-Aktionstagen beteiligten, indem sie zwei Schlachtfabriken in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen für 7 bis 10 Stunden blockierten. Einige von ihnen ketteten sich an Betonfässer, Blöcke und Lkws.
Doch wie funktioniert dieses Anketten, mit deren Hilfe sich nicht nur umweltzerstörende und tierausbeutende Betriebe für einige Zeit lahmlegen lassen, eigentlich? Welche Möglichkeiten haben sich in der Vergangenheit bewährt? Welches Material wird dabei immer wieder verwendet? Was für Risiken birgt diese Aktionsform? Welche juristischen Folgen kann eine Ankettaktion haben – auf den Schienen, auf der Straße, auf einer Besetzung etc.?
In einem zweistündigen Workshop wird euch anhand von Bildern, Anekdoten und kurzen Videos ein Einblick in diese Aktionsform gegeben. Auch könnt ihr ausprobieren wie es sich anfühlt, sich mit dem Arm oder Hals an einen anderen Gegenstand zu ketten.

Vorträge

Spitzel, Telefonüberwachung – Repressionsvorgänge des LKA Nds enttarnt!

Ende 2013 wurde der Spitzel Ralf Gross enttarnt. Eineinhalb Jahre war er undercover in Tierbefreiungs- und anderen linken Zusammenhängen unterwegs. Seit dem 26.1.2014 ist es nun öffentlich.

In einer Infoveranstaltung wollen wir euch vorstellen, wie Ralf in die Szene kam, wie er sich verhalten hat und wie er letztendlich geoutet wurde. Seit dem Sommer 2014 ist nun außerdem bekannt, dass es noch weitere Überwachungsmaßnahmen gegeben hat – wie eine 3 monatige Telefonüberwachung. Wir wollen euch in dem Vortrag zum einen die Kampagnen gegen Tierfabriken vorstellen, in die sich Ralf eingeschlichen hat, und zum anderen gemeinsam versuchen ein Fazit aus dem Fall zu ziehen. „Wie können sich Zusammenhänge davor schützen?“ – eine wichtige Frage, die wir gemeinsam diskutieren wollen. Dabei wollen wir auch einen Blick in die Medien und ihre Reaktion auf die Enttarnung werfen. Spitzel und andere Formen der Überwachung hat es schon immer gegen Linke Bewegungen gegeben und wird es vermutlich immer wieder geben. Um uns davor zu schützen, sollten wir nach solchen Fällen einen möglichst breiten Austausch schaffen.

Die Veranstaltung machen Aktivist*innen der Kampagne gegen Tierfabriken aus Niedersachsen, die selbst vom Spitzelfall betroffen waren.

Von Spitzeln und Strafbefehlen

Wie der Staat versucht, soziale Bewegungen zu kontrollieren

Mit welchen Ermittlungsmethoden gehen die Behörden gegen Aktivist*innen vor? Wie schaffen sie Informationslecks in Gruppen und Zusammenhängen, und was kann mensch dagegen tun? Und wenn es zum Strafverfahren kommt: Womit muss ich rechnen, und wie komme ich aus der Rolle der Verfolgten in die Rolle der handlungsfähigen Akteurin?
Diese und weitere (Eure!) Fragen werden wir in unserem Input thematisieren und verschiedene Beantwortungsmöglichkeiten aufzeigen

Wochenendseminar

Selbstverteidigung und Prozessführung vor Gerichten

Im Workshop wird es zunächst um die theoretischen Rahmenbedingungen im Gerichtsverfahren gehen. Wie läuft dieses generell ab, welche Rechte haben die Beschuldigten/Angeklagten? Wie können wir unsere politischen Argumentationen einfließen lassen? Grundsätzlich geht es darum, Ängste vor Gerichten, Richter*innen und der Justiz überhaupt abzubauen und ein Selbstvertrauen zu entwickeln, dass es den Aktivist*innen erlaubt, Prozesse auch ohne Rechtsanwält*innen zu führen bzw. die Vorgänge mitgestalten zu können. Dazu wird es u.a. ein Rollenspiel geben, in dem eine Gerichtsverhandlung mal „probiert“ werden kann. Außerdem werden wir verschiedene Werkzeuge zeigen, die vor Gericht zur Verteidigung genutzt werden können.