Aufruf zur Solidarität mit den angeklagten Tierbefreiungsaktivisten aus Braunschweig!

Kommt zur Berufungsverhandlung am 23.11. in Braunschweig!

Kampagne gegen Tierfabriken - Solidarity

Am 03ten Mai 2016 endete nach fünf Prozesstagen der Prozess gegen zwei Tierbefreiungsaktivisten mit Haftstrafen die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Ihnen wurde vorgeworfen am 25.12.2014 mehrere Schaufensterscheiben des Pelzgeschäftes „Michelen“ und jeweils eine Scheibe bei den Geschäften „Milkau“ und „Ernsting`s Family“ kaputt gemacht zu haben. Zusätzlich sollen sie sich mittels einer Brechstange und Pfefferspray gegen zwei angreifende Sicherheitsbeamte gewehrt haben.

Sowohl die Angeklagten mit ihren Anwält*innen, als auch die Staatsanwaltschaft legten Berufung gegen das Urteil vom Amtsgericht Braunschweig ein. Trotz der sehr dünnen Beweislage und vieler Ungereimtheiten im ersten Prozess – die von der Justiz in der Urteilsbegründung teilweise einfach ignoriert wurden -, fordert die Staatsanwaltschaft nun in ihrer Berufungsbegründung noch höhere Strafen für die beiden Aktivisten, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden sollen. Der erste Tag des Berufungsprozess findet am 23ten November 2016 vor dem Landgericht Braunschweig statt.

Schon während des ersten Prozesses erhielten die Angeklagten viel Solidarität. Eine Solidaritätserklärung mit über dreißig unterzeichnenden Gruppen und Einzelpersonen, Kundgebungen, ein GoIn beim Pelzgeschäft „Michelen“ und viele solidarische Prozessbeobachter*innen begleiteten die beiden Aktivisten.

Dort soll wieder angeknüpft werden. Es wird wieder einige Solidaritätsveranstaltungen geben und natürlich kommen wir auch in den Gerichtsaal um zu zeigen, dass die angeklagten Aktivisten nicht alleine sind!

Freiheit für Mensch und Tier!
Kein Knast für Andre und Philipp!

Termine:

Berufungsprozess – 23ter November 2016 – 10:30 Uhr – Landgericht Braunschweig

Kundgebung vor Prozessbeginn – 23ter November 2016 – 09.45 Uhr – Haupteingang Landgericht Braunschweig

Kundgebung gegen „Michelen“ – 22ter November 2016 – 16 Uhr – Poststraße vor dem Pelzgeschäft

Vortrag: Die Pelzindustrie und wie Tierbefreier*innen ihr das Handwerk legen – 18ter November 2016 – 18.30 Uhr – Haus der Kulturen Braunschweig e.V. Am Nordbahnhof 1 –

Die Pelzindustrie versuchte Ende der 1990er Jahre einen Strategiewechsel einzuleiten, weg von ganzen Pelzmänteln hin zu Pelzverbrämungen, massenhaft verkauft in Warenhäusern und Bekleidungsketten. Doch Tierbefreiungsgruppen organisierten sich deutschland- und österreichweit und gingen als Offensive gegen die Pelzindustrie mit kraftvollen Kampagnen erfolgreich gegen Unternehmen vor, die Pelzwaren in ihre Sortimente aufnahmen. Pelzartikel sucht man bei C&A, Karstadt oder Peek&Cloppenburg heutzutage vergebens.

Derweil versuchen Lobbyvereine wie das Deutsche Pelzinstitut Jahr für Jahr ein Comeback der Pelzindustrie herbeizureden. Tatsache ist, die ewige Wiederholung von “Pelz ist wieder im kommen” macht die Aussage nicht wahrer. Tatsächlich sinken die Absätze der Pelzindustrie, gleichsam die Anzahl von Kürschner*innen, „Pelzfarmen“ und pelzverarbeitenden Unternehmen in Deutschland.

In einem Vortrag gibt ein Aktivist einen Überblick über die Entwicklungen der Pelzindustrie in Deutschland und berichtet von Protesten der Anti-Pelz-Kampagnen, Tierbefreiungen auf den verbliebenen Pelzfarmen und den wiederkehrenden Repressalien gegen Aktive der Tierbefreiungsbewegung.

Weitere Informationen und die Berichte vom ersten Prozess findet ihr hier:

AG Antirepression der „Kampagne gegen Tierfabriken“ Niedersachsen