AIN’T NO BORDER HIGH ENOUGH


An dieser Stelle möchten wir unseren Genoss_innen des Soli-Konvois „AIN’T NO BORDER HIGH ENOUGH“, der sich dieser Tage zum wiederholten mal aufmacht um der europäischen Abschottung praktische Solidarität entgegenzusetzen, Solidarische Grüße überbringen.

Sehr Eindrucksvolle Bilder und Berichte des letzten Soli-Konvois findet ihr auf der Facebookseite von Mastanlagen Widerstand.

Verbreitet folgenden Aufruf und sammelt Geld für den Soli-Konvoi.

Via Mastanlagen Widerstand
Bis auf die Daten und Zielort ist alles beim alten. Wir finden unseren ersten Aufruf immer noch sehr lesenswert. Also bitte lesen und teilen!!!

No Nation! No Border!
Refugees Welcome!

Wir, der Soli-Konvoi „AIN’T NO BORDER HIGH ENOUGH“, fahren am Sontag den 20ten Dezemberfahren wir von Regensburg aus nach Griechenland. Der europäischen Abschottung wollen wir praktische Solidarität entgegensetzen.

Seit Tagen eskaliert die Situation auf der sogenannten Balkanroute zunehmend.

Menschen, die sich auf der Flucht befinden, unter anderem aufgrund der Gewalt des IS, treffen auf Abschottung und Gewalt.

Ungarn errichtet einen 175 km langen Zaun entlang der Grenze zu Serbien, um die Menschen nicht in die EU zu lassen. Wer es doch geschafft hat und in Ungarn gelandet ist, soll dort registriert werden, bevor der Weg weiter nach Österreich und Deutschland angetreten werden kann.
Doch in den letzten Tagen zeigten sich andere Szenarien. Mehrere tausend Menschen harrten am Bahnhof in Budapest aus, um eine Zugverbindung in Richtung Österreich zu bekommen. Doch die einzigen Züge, die Menschen aufnahmen, brachten diese ohne ihr Wissen ins nahe gelegene Bicske, um sie in Lager zu internieren. Die verheerende Situation auf dem Vorplatz des Budapester Bahnhofs, der Versuch Menschen gegen ihren Willen in Lager zu sperren und zu registrieren, hat am Freitag 4000 Flüchtlinge dazu gebracht, sich
eigenständig und per Fuß auf den Weg von Budapest nach Österreich zu machen.

Als Reaktion darauf wurden rund 8000 Flüchtlingen die Einreise nach Deutschland über Österreich gewährt. Doch auch wenn Frau Merkel betont, dass die Grenzen aufgrund einer Ausnahmesituation bedingt durch die eigens herbeigeführte Not geöffnet wurden und dies nicht wieder geplant ist, hat sich die Lage nicht entspannt.
Übergriffe von rechten Hooligans auf Geflüchtete. Zäune die an diversen Grenzen entstehen, um Menschen ihre Flucht zu erschweren. Gewalttätige Polizei und Militär, dass gegen die Flüchtlinge eingesetzt wird. Und immer wieder Menschen, die in Budapest eintreffen und keine internationalen Bus- oder Zugverbindungen vorfinden. Genau mit diesen Menschen möchten wir uns solidarisch zeigen. Mit Menschen, die sich gegen Abschottung wehren, die sich gegen Lager wehren, die sich gegen Registrierung wehren. Mit Menschen, die sich auf
der Flucht befinden.

Aus Situationen in Deutschland, beispielsweise der seit Wochen von staatlicher Seite unversorgten Menschen am LaGeSo in Berlin, wissen wir, das praktische Unterstützung nötig ist und diese vorerst in der Versorgung mit dem allernötigsten. Essen, Trinken, warmen Klamotten und Hygieneartikeln.

Auch hier werden Erwartungen auf ein Leben in Sicherheit nicht erfüllt.

Menschen treffen auf Deutschland, dem Land, dass es schaffte
Rostock-Lichtenhagen ’92 hervorzubringen. Auf Deutschland, das als Reaktion auf diese rassistischen Übergriffe das Recht auf Asyl faktisch abschaffte. Auf Deutschland, dass im Jahr 2015 feststellen muss, dass sich nichts geändert hat, sondern dass Rostock-Lichtenhagen nun nurmehr Freital oder Heidenau heißt. Sie treffen auf das Deutschland, in dem derzeit beinahe jede Nacht eine Flüchtlingsunterkunft brennt, in dem Rassisten auf kleine Kinder in der S-Bahn urinieren, da sie die vermeintlich falsche Herkunft haben.

Wir wollen nicht von Willkommenskultur sprechen. Wir wollen keine Willkommensfeste feiern, die Schlagzeilen produzieren, welche das neue und „bessere“ Deutschland repräsentieren sollen. Kurzum wir wollen unseren eigenen politischen Ausdruck nicht zum Standortfaktor verkommen lassen.

Wir wollen uns dagegen solidarisch zeigen mit allen Menschen, die von der europäischen Abschottungspolitik, von Rassismus und Ausgrenzung betroffen sind.

So drängten uns die Ereignisse der letzten Wochen dazu, uns aufzuraffen. Denn selten war es offensichtlicher als die letzten Tage: die „Europäische Idee“ ist Tod. Wir wollen nicht über die Mauern an den Außengrenzen diskutieren, wir wollen diese Mauern einreißen. Wir wollen nicht von Zügen voller Menschen lesen, welche in Lager gebracht werden, wir wollen von Zügen voller Menschen lesen die dort hinfahren können, wo sie wollen.

Wir wollen nicht das Ganze ändern, wir wollen ein ganz anderes Ganzes. Lieber sind wir ein Tropfen auf dem heißen Stein, als gar kein Tropfen zu sein.

Soliconvoy „Aint no border high enough

Wir freuen um über weitere Unterstützung

Spendenkonto:
Name: Residenzpflicht abschaffen GLS Gemeinschaftsbank eG
IBAN: DE 8143 0609 6782 1991 7100
BIC: GENODEM1GLS
Betreff: Budapest „