Das Elend des parlamentarischen Tierschutzes – Die Positionen der etablierten Parteien zur Bundestagswahl 2017

Das Bündnis Marxismus und Tierbefreiung hat die relevanten Parteien die zur Bundestagswahl antreten werden, auf ihre Positionen in Sachen Tierschutz und Tierrechte, analysiert.

Das Elend des parlamentarischen Tierschutzes – Die Positionen der etablierten Parteien zur Bundestagswahl 2017
Marxismus und Tierbefreiung·Monday, September 11, 2017

Es ist mal wieder soweit: Am 24. September 2017 werden die BürgerInnen der Bundesrepublik Deutschland zur Bundestagswahl an die Urnen geladen. Dass Parteien im Kampf um WählerInnenstimmen allerlei für „Bürgerinnen und Bürger“ und für die Tiere versprechen und hinterher bestenfalls kosmetische Reformen vorgenommen werden, ist nichts Neues. Ebenso wenig wie die Erkenntnis, dass sich allein mit Wahlen, parlamentarischer Repräsentation oder dem Mitmachzirkus von Bürgerbeteiligung bis Volksabstimmungen keine wirklich grundsätzlichen gesellschaftlichen Veränderungen – wie die Abschaffung des Privateigentums – durchsetzen lassen. Ein Beispiel dafür sind die Tierschutzgesetze in Deutschland oder der Schweiz: Die Zahlen der geschlachteten Tiere sind so hoch wie nie zuvor, obwohl der Tierschutz in beiden Staaten Verfassungsrang besitzt.

Nichtsdestotrotz lohnt es sich, einen Blick in die Programme zu werfen, mit denen die größten Parteien in Deutschland derzeit für sich werben. Denn diese Parteien organisieren nicht nur die politisch-ökonomischen Interessen verschiedener Klassenfraktionen in der Zivilgesellschaft und im Staat. Sie besorgen auch ihre politische Durchsetzung und ideologische Vermittlung. Das betrifft nicht nur die Ausbeutung der ArbeiterInnen oder die imperialistische Unterwerfung peripherer Staaten im kapitalistischen Weltsystem (bzw. gegebenenfalls die reformistische oder revolutionäre Opposition dagegen). Auch die ökonomische Ausbeutung der Natur im Allgemeinen und der Tiere im Besonderen durch Staat und Kapital wird mit Hilfe der Parteien politisch exekutiert und legitimiert. Damit sich dies nicht ändert, müssen die Kapitäne insbesondere der Fleischindustrie dafür Sorge tragen, dass die größte aller Nahrungsmittelindustrien der Republik und die führende in der Europäischen Union weiterhin durch den Staat und seine VertreterInnen hofiert, protegiert und alimentiert wird. Wie die Parteien in der gegenwärtigen historischen Konstellation das politische Geschäft für die Fleischindustrie besorgen und wie sie dies rechtfertigen, kann man den Parteiprogrammen entnehmen. weiterlesen

Es hat sich ausgeschlachtet! Weiterer Prozesstag gegen Wiesenhof am Landgericht Oldenburg!

Gestern ging es am Landgericht Oldenburg weiter gegen den Geestland-Geschäftsführer Norbert Deeken* und den ehemaligen Wiesenhof-Prokuristen und Pro Work Geschäftsführer (ehemals ZVS GmbH – Die Personalvermittlungsfirma -) Frank Diekmann* wegen vorgeworfener illegaler Beschäftigung zu Dumpinglöhnen von 800 Arbeiter*innen aus Bulgarien in der Wildeshausener Schlachtfabrik. Ein interessanter Artikel darüber findet sich bei der TAZ.

http://www.taz.de/!5444786/

* Die vollständigen Namen wurden von uns noch nachrecherchiert.

Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klima retten!

Via Animal Climate Action

— 13. Oktober 2017: Podiumsdiskussion in Berlin —
— 14. Oktober 2017: Demonstration in Fürstenwalde 11.30 uhr am Marktplatz–

Die Herstellung von Futtermitteln und deren Verfütterung in der Tierproduktion trägt maßgeblich zum Klimawandel bei. Eine zentrale Rolle im Futtermittelhandel in Deutschland nimmt dabei der Konzern Agravis ein. Das Agravis-Werk in Fürstenwalde stellt eine Drehscheibe für den überregionalen Handel dar, mit eigenem Hafen sowie Gleisanschluss und Be- und Entladestationen für Lastwagen. Aktuell strebt Agravis eine Erweiterung der Anlage an, um die Kapazitäten noch weiter auszubauen. Mit einer Demonstation in Fürstenwalde machen wir auf die Problematiken von Futtermitteln aufmerksam. Wir fordern einen Stopp von Futtermittelimporten!

Futtermittel und Tierproduktion

Die globale Landwirtschaft ist für ein Fünftel bis ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Zusätzlich hat die Landwirtschaft auch vielfältige Auswirkungen auf weitere planetare Grenzen wie z. B. die Landnutzung, die Biodiversität und den Stickstoffkreislauf. Diese Auswirkungen führen auch dazu, dass die Folgen des Klimawandels schwerer abzufedern sind.
Einen großen Anteil an diesen Folgen der Landwirtschaft hat die Tierproduktion – und dabei spielt die damit verbundene Futtermittelherstellung eine der Hauptrollen. Im Vergleich dazu trägt die Tierproduktion nur einen vergleichsweise kleinen Teil zur Welternährung bei und kommt vorwiegend der wohlhabenderen Weltbevölkerung zugute. Erkauft wird die Produktion mit der Verwüstung ganzer Landstriche, der immer weitgehenderen Erzeugung multiresistenter Krankheitserreger, extrem ausbeuterischen Arbeitsbedingungen auch im industrialisierten Norden und nicht zuletzt durch Ausbeutung nichtmenschlicher fühlender Lebewesen: zig Milliarden Landtiere und Billionen Wassertiere fallen jährlich der Tierproduktion zum Opfer.

Futtermittel als Teil des Problems
Futtermittel stellen eine zentrale Ursache dieser Probleme dar. Im Zuge der Industrialisierung wurde die Weidehaltung zunehmend durch intensive Tierhaltung ersetzt. Es entstanden viele Großbetriebe, die eine große Anzahl an Tieren auf geringem Raum konzentrieren. In der Regel sind dort keine ausreichenden landwirtschaftlichen Nutzflächen zur Erzeugung der dafür benötigten Futtermittel vorhanden, daher wird auch von „landloser Tierproduktion“ gesprochen.

Verschwendung aufgrund von Verfütterung

Für die Produktion von Futtermitteln werden Ressourcen wie Land und Wasser verbraucht, die anstelle des Einsatzes im Rahmen der Tierproduktion direkt für die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel verwendet werden könnten. Vor diesem Hintergrund stellt Tierproduktion eine verschwenderische Nahrungsmittelproduktion dar.
Für die Produktion einer tierischen Kalorie werden je nach Tierspezies und Haltungsbedingungen ca. 1,5 bis 21 pflanzliche Kalorien benötigt. Der Land- und Ressourcenverbrauch lässt sich daher bei direkter Produktion pflanzlicher Lebensmittel drastisch verringern. Des Weiteren entstehen fast die Hälfte der Treibhaushasemissionen der Tierproduktion bei der Herstellung von Futtermitteln. Dieser Anteil kann durch eine Umstellung auf pflanzliche Lebensmittelproduktion umfassend reduziert werden, während die direkten Emissionen der Tierhaltung entfallen könnten.
Auch hinsichtlich des Wasserverbrauchs stellen Futtermittel eine krasse Verschwendung dar. Für die Herstellung eines Kilogramms Rindfleisch werden vor allem für Futtermittel durchschnittlich 16.500 Liter Wasser, für ein Kilogramm Schweinefleisch oder Käse 5.000 Liter verbraucht. Im Vergleich entfallen zum Beispiel auf ein Kilogramm Sojabohnen rund 2500 Liter Wasser und auf ein Kilogramm Kartoffeln 130 Liter.

Futtermittelimporte
Im Zuge der Globalisierung werden auch Futtermittel über immer weitere Strecken und in größeren Mengen gehandelt. Ein Großteil des in Europa verfütterten eiweißreichen Futtermittels stammt gegenwärtig aus Lateinamerika. Dort sind eine Vielzahl von Problemen mit der Produktion verbunden. Für die stetige Erweiterung der Anbauflächen werden oft große Flächen Regenwald gerodet – mit langfristigen negativen Folgen für das Klima, die Biodiversität und die Landschaft. Gleichzeitig werden die Futtermittel oft in Monokulturen und unter zum Teil massivem Einsatz genmanipulierter Saaten und von Pestiziden angebaut. Viele vormals relativ nachhaltig wirtschaftende Kleinbäuer*innen werden durch die aggressive Expansion der Produzenten ihrer Lebensgrundlage beraubt, und die Arbeiter*innen beim Futtermittelanbau leiden in vielen Fällen unter prekären Bedingungen.
Des Weiteren entsteht dort, wo die importierten Futtermittel verfüttert werden, oft ein Überschuss an nährstoffreicher Gülle, was in einigen Gebieten zu einem übermäßigem Nährstoffeintrag (Eutrophierung) führt. In Folge dessen kommt es zu negativen Auswirkungen für die Biodiversität, die CO2-Aufnahmefähigkeit von Gewässern und auch für die menschliche Trinkwasserversorgung.

Fischmehl
Fischmehl, das heißt getrocknete und gemahlene Teile von Fischen, stellt eine weitere Form von Futtermittel dar, welches überwiegend in der Aquakultur sowie in der Schweine- und Hühnermast als Beimischung verwendet wird. Verklärend wird vonseiten der produzierenden Unternehmen oft behauptet, dass Fischmehl lediglich aus Beifang hergestellt werde. Doch gerade in den letzten Jahrzehnten hat sich die Fischmehlproduktion zu einem neuen Zweig der Hochseefischerei entwickelt, so dass bestimmte Fischarten ausschließlich für die Produktion von Fischmehl gefangen werden. Die Produktion von Fischmehl ist damit eine zentrale Ursache für die Ausrottung einzelner Fischarten und die Überfischung einiger Meeresgegenden.
Ähnlich wie beim Import von Soja sind auch die Hauptlieferanten von Fischmehl lateinamerikanische Länder. Die Verarbeitung von Fischmehl hat dort katastrophale Folgen für Menschen und Umwelt. So wird regelmäßig publik, dass mit Chemikalien versetzte Abfälle aus Fischmehlfabriken ungefiltert ins Meer geleitet werden. Zusätzlich leiden Anwohner*innen an Haut- und Atemwegserkrankungen, da der bei der Verarbeitung entstehende Fischmehlstaub in den Fabriken verbrannt wird.

Fr. 13. & Sa. 14.10.2017: Podiumsdiskussion in Berlin und Demonstration in Fürstenwalde

Zunächst wollen wir am Freitagabend in Berlin im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum
Thema Tierproduktion und Futtermittelimporte mit Akteuren aus verschiedenen Gruppen ins Gespräch kommen.
Anschließend wollen wir am Samstag die globalen Auswirkungen des Futtermittelhandels an einem lokalen Akteur verdeutlichen: dem Konzern Agravis mit seinem Futtermittelwerk in Fürstenwalde. Gegenwärtig plant Agravis eine Erweiterung des Werks – die Kapazität soll auf 405.606 Tonnen Mischfutter pro Jahr steigen. Nach einer Kundgebung und Infoständen fordern wir mit einer Demonstration vom Stadtkern zum Futtermittelwerk den Stopp von Futtermittelimporten!

Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klima retten!

Globale Klimagerechtigkeit setzt das Ende der Tierproduktion voraus – Klimawiderstand durch Aktionen gegen Tierproduktion! Kommt zur Podiumsdiskussion nach Berlin und zur Demonstration nach Fürstenwalde!

Animal Climate Action, 5.09.2017

Steine in die Abläufe der Fleischindustrie

Heute haben wir erfahren, dass an zwei unterschiedlichen Orten und in
zwei unterschiedliche Abläufe, der Produktion und Vermarktung von
Fleisch, eingegriffen wurde.

In Großbritanien streiken Arbeiter*innen von MC Donalds für höhere Löhne
und gegen Mobbing, willkürliche Gehaltskürzungen und sexualisierte
Belästigung.
https://www.jungewelt.de/artikel/317641.streik-bei-mcdonald-s.html

In Gleina – eine Gemeinde in Sachsen-Anhalt – wurde der Bau einer
Hühnermastanlage für 207 000 Tiere, vom Landesverwaltungsamt abgelehnt.
Der Investor Richard Wermuth hat jedoch angekündigt wegen der Ablehnung
nun vor Gericht zu ziehen.

http://www.lvz.de/Region/Altenburg/Landesverwaltungsamt-lehnt-Antrag-fuer-Haehnchenmast-Anlage-bei-Gleina-ab

Für ein Klima der Gerechtigkeit!

Über eine Woche trafen sich viele Menschen aus vielen Ländern und sozialen Bewegungen im Rheinischen Braunkohlerevier. Gemeinsam stritten und kämpften wir für ein Klima der Gerechtigkeit und blockierten die Infrastruktur von RWEs Kohlakraftwerken.

Am ersten Tag der Aktionstage gab es eine Fahrradtour zu Tierproduktionsstätten in der Region.

Es folgt ein Bericht von Animal Climate Action zu der Fahrradtour:

Fahrraddemo „Tierproduktion heißt: Klimawandel, Landraub, Ausbeutung“

Die Fahrraddemo startete bei bestem Wetter, mit super Laune und mit gut 75 Teilnehmer*innen vom Klimacamp am Lahey Park und führte an fünf Stationen vorbei, an denen verschiedene Aspekte der Tierproduktion in Form von Redebeiträgen beleuchtet wurden.

Nachdem einigen noch ein Fahrrad organisiert und letzte Reparaturen durchgeführt wurden, startete die Fahrrad-Demo mit einer Rede zur Motivation und dem vor uns liegenden Programm. Am ersten Stop auf dem Feldweg nach Immerath ließen wir die Blicke schweifen über die umliegenden Felder. Neben traditionellen Ackerfrüchten wie Getreide, Rüben und Kartoffel legten wir unser Augenmerk auf Pflanzen, die im Rahmen der Industrialisierung insbesondere für die Verwendung als Futtermittel in Mastanlagen angebaut werden.

Die zweite Etappe der Tour führte zum Dingbuchenhof, einem Rinderzuchtbetrieb. In einem Redebeitrag thematisierten wir die Probleme, die mit der Zucht von Rindern und anderen Tieren einhergehen. Die Fleischproduktion in Deutschland wächst immer weiter, inzwischen ist Deutschland der viertgrößte Fleischexporteur weltweit und der größte in Europa. Traditionell große Fleischexporteure sind riesige Flächenländer wie Argentinien, Brasilien oder die USA. Deutschland ist die große Ausnahme in dieser Liste, mit gravierenden Umweltfolgen und extremer Ausbeutung der darin arbeitenden Menschen. Der Wachstum der deutschen Fleischindustrie ist unter anderem begründet in der Schaffung eines massiven Niedriglohnsektors. Fleischproduktion ist aber keine Branche wie jede andere. Sie ist mit einem hohen Ausstoß an Treibhausgas-Emissionen verbunden und ohne massive Gewalt gegen die Tiere, exzessiven Flächenverbrauch insbesondere auch im globalen Süden und schwerer Schädigung von Wäldern und anderen Ökosystemen nicht zu haben.

Die dritte Station führte uns ins „Industriegebiet“ in Glimbach. In direkter Nachbarschaft standen wir einer Putenmastanlage, einer Hähnchenmastanlage sowie einer daran angebundenen Biogasanlage gegenüber. Wir berichteten von der örtlichen Entstehungsgeschichte und dem damit verbundenen Widerstand der Anwohner*innen. Nach und nach entstand an dieser Anhöhe eine Anlage nach der anderen, mit immer weiteren Erweiterungen. Die Betreiber*innen hatten sogar eine Zucht tropischer Meerwassergarnelen geplant, um die in der Biogasanlage aus tierischen Exkrementen produzierte Wärme effektiver zu nutzen. Dabei machten wir uns bewusst, wie unscheinbar die Anlagen von außen anmuten, welches Leid darin jedoch existiert und welche Folgen damit einhergehen für die Umwelt. Von dieser Stelle hatte man auch einen freien Ausblick auf die umliegende Gegend und damit auch auf die massiven landschaftlichen Veränderungen, die mit dem Kohleabbau einhergehen. Unter anderem war die sich durchschnittlich 200 m über die Umgebung erhebende Abraumhalde Sophienhöhe gut sichtbar.

Die Abdeckerei in Linnich stellte die vorletzte Station der Fahrrad-Demo dar. Laut Eigenbeschreibung sieht sich das Unternehmen SecAnim GmbH als Dienstleister für die Unschädlichmachung gefährlicher tierischer Nebenprodukte. Tatsächlich stellen Abdeckereien die Endstation für Tieren dar, die in der industriellen Tierproduktion aus Effizienzkalkül frühzeitig versterben müssen. In einem Redebeitrag beschäftigten wir uns außerdem mit den Verhältnissen und Klimaauswirkungen in der Hähnchenzucht.

An der letzten Station in Ameln erhielten die Radler*innen der Fahrrad-Demonstration „Tierproduktion heißt: Klimawandel, Landraub, Ausbeutung“ von Animal Climate Action ein wohlverdientes Mittagessen, das freundlicherweise von der KüFa des Klimacamps und Unterstützer*innen zur Verfügung gestellt wurde. Nach dem Essen folgte ein weiterer inhaltlicher Beitrag zur Geschichte der Tierproduktion in der Landwirtschaft. Anschließend fuhr der Großteil der Gruppe zum Klimacamp am Lahey Park zurück, während einige zum Aktionscamp von Ende Gelände in Bedburg weiterzogen.

Infos zu der Aktion von Kohle erSetzen findet ihr hier

Infos zu den vielfältigen Kleingruppenaktionen von Zucker im Tank findet ihr hier

Infos zu den Aktionen von Ende Gelände findet ihr hier

Infos zur Aktion Rote Linie gegen Kohle findet ihr hier

Märchenstunde bei der Tierindustrie: Neue Studie soll Klimafreundlichkeit der Intensivhühnerhaltung belegen.

Die Massenhühnerhaltung schützt den Regenwald und ist viel klimafreundlicher als ökologische Landwirtschaft! Die tierquälerischen Zustände in den Mastfbriken gibt es nicht, die Vorwürfe sind lediglich Verunglimpfungen und Ideologie… Das besagt eine neue besonders glaubwürdige Studie: Finanziert – ganz klar – von der Geflügelwirtschaft selbst und von „(…) der QS-Fachgesellschaft Geflügel GmbH, einem Kontrollsystem der Fleischwirtschaft, in dessen Gremien die Großmäster wie Heidemark und Wiesenhof („Lohmann & Co.“), der Deutsche Verband Tiernahrung oder Händler wie Rewe, Aldi und Edeka sitzen. Herausgegeben hat die Studie eine „HFFA Research GmbH“.
Die arbeitet auch für Agrarchemiefirmen wie BASF, Bayer Cropscience, für Nestlé.(…)“

Quelle:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/studie-behauptet-huehner-massenhaltung-schuetzt-den-regenwald-15161582.html

Drei Monate Knast wegen Sitzblockade?!

Ein Bericht über ein laienverteidigten Strafverfahrens zu §240 (Nötigung) welches am 17.08. vorm Amstgericht Nienburg abgeschlossen wurde – Von der Aktion bis zum Urteil

Die Aktion
Parallel zum „Aktionscamp gegen Tierfabriken“ 2016 wurden am 02.08.2016 die drei Zufahrtsstraßen zu Wiesenhofs Schlachtfabrik in Wietzen-Holte über mehrere Stunden blockiert. Die Fabrik stand still. LKWs konnten weder ein- noch ausfahren. Im Rahmen dieser Aktion wurden auch LKWs beklettert.
Siehe: http://kampagne-gegen-tierfabriken.info/en/blockade-der-wiesenhof-schlachtfabrik-in-wietzen-holte-nach-sechs-stunden-beendet/

Der Straftatvorwurf
Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, einen LKW-Fahrer daran gehindert zu haben, seine Fahrt nach Plan fortzusetzen. Dies sei strafbar gemäß §240 (Nötigung). §240 erfordert eine Nötigung durch „Gewalt“ (sehr spezielle Auslegung) oder „Drohung mit einem empfindlichen Übel“. Darauf wurde seitens der Staatsanwaltschaft – sogar als die Verteidigung darauf hinwies – in der Hauptverhandlung gar nicht eingegangen.

Das Verfahren
Der Angeklagte hatte vor, sich selbst mit Hilfe von Laienverteidigern -also nicht formell ausgebildeten Juristinnen- vor Gericht zu verteidigen. weiterlesen

PM: Zweiter Prozesstag gegen Wiesenhof- Gegner vor dem Amtsgericht Nienburg

Beim ersten Verhandlungstag gegen einen Aktivisten, der sich letzten Sommer an einer Blockade des Wiesenhof-Schlachthofs in Holte beteiligte, warf Richter Förtsch nach kurzer Zeit den Angeklagten und mehrere Zuschauer*innen aus dem Saal und verhängte letztendlich vier Tage Ordnungshaft gegen den Aktivisten. Am Donnerstag, den 17.08 um 9 Uhr soll das Verfahren fortgesetzt werden. Diesmal wieder in Anwesenheit des Angeklagten.

In diesem Verfahren wird dem Angeklagten Nötigung vorgeworfen – ein Tatvorwurf, bei welchem der Angeklagte durch das Beklettern eines Fleischtransporters Gewalt ausgeübt haben soll, da er den Fahrer am Weiterfahren hinderte. Bereits beim ersten Verhandlungstag wurde von dem Angeklagten in seiner Einlassung die Absurdität dieses Gewaltbegriffes thematisiert. „Angeklagt wird nicht die Gewalt, die täglich 125.000 Hühnern in der Fabrik angetan wird, ebenso wenig die katastrophalen Arbeitsbedingungen und auch nicht die Folgen, die die Fleischindustrie für die Umwelt hat. Für das Gesetz und Richter Förtsch ist eine Protestaktion gegen eben diese gewaltvollen Verhältnisse Gewalt. Jemanden 4 Tage einzusperren, weil er angeblich jemanden Unterbrochen hat, scheint dagegen vollkommen legitim zu sein.“ empört sich Chris K.

Der Angeklagte musste die vier Tage in der JVA Vechta absitzen. Doch kündigt er an, sich davon nicht einschüchtern zu lassen und weiterhin darauf zu bestehen, seine Rechte vor Gericht wahrzunehmen und sich selbst zu verteidigen.

Der Prozess ist das Dritte Verfahren dass im Zusammenhang mit den zahlreichen Protestaktionen gegen den Ausbau der Schlachtfabrik stattfindet. In der Vergangenheit hat es sowohl Freisprüche als auch Verurteilungen gegeben.

Weitere Informationen und Berichte unter:

kampagne-gegen-tierfabriken.info

zum ersten Prozesstag:
http://kampagne-gegen-tierfabriken.info/en/wiesenhof-gegner-in-ordnungs-haft-prozess-wegen-wiesenhof-blockade-ausgesetzt/
http://kampagne-gegen-tierfabriken.info/en/4-tage-ordnungshaft-fuer-aktivisten-never-trust-the-judge/

der Aktionsbericht von damals:
http://kampagne-gegen-tierfabriken.info/en/blockade-der-wiesenhof-schlachtfabrik-in-wietzen-holte-nach-sechs-stunden-beendet/
http://kampagne-gegen-tierfabriken.info/en/blockade-bei-der-wiesenhof-schlachtfabrik-in-wietzen-holte/

zum Camp damals:
http://kampagne-gegen-tierfabriken.info/en/eindruecke-vom-aktionscamp/

18ter bis 29ter August: Camps und Aktionstage im Rheinland

In wenigen Wochen starten die Klimaaktionstage im Rheinland. Vom 24. bis 29. August rufen verschiedene Initiativen zu unterschiedlichsten Aktionen gegen die Verstromung der Braunkohle – des klimaschädlichsten aller fossilen Energieträger – und Tierproduktion auf:

Das Aktionsbündnis Ende Gelände https://www.ende-gelaende.org/de/ lädt ein zu Massenblockaden der Kohleinfrastruktur im Revier.

Bei der Aktion KOHLE erSETZEN http://kohleersetzen.blogsport.eu/ werden Zuwege zu einem Kohlekraftwerk blockiert werden. Die Aktion richtet sich an Menschen mit und ohne Blockadeerfahrung

Die Kampagne Zucker im Tank https://www.zuckerimtank.net/ unterstützt Kleingruppenaktionen im Revier mit dem Ziel die Abläufe der Kohleindustrie effektiv zu stören.

Lokale Initiativen und Umweltorganisationen rufen zur Großdemo im Hambacher Wald am 26.8. unter dem Motto „Rote Linie gegen Kohle“ auf. Infos unter http://zukunft-statt-braunkohle.de/

Die Gruppe Animal Climate Action organisiert eine Fahrraddemo durchs Kohlerevier am 24. 8. https://animal-climate-action.org/de/

Als Orientierungshilfe, um die für jede*n Einzelne*n passende Aktionsform zu finden, haben Menschen den „Action-Finder“ https://www.zuckerimtank.net/?page_id=293 entwickelt. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Camps:

Wie in den letzten Jahren gibt es auch schon vor den Aktionstagen wieder Camps im Revier, auf denen es um Bildung, Vernetzung und das Leben von Alternativen geht. Alle drei Camps finden statt vom 18.-29. August.

Das Achte Klimacamp im Rheinland http://www.klimacamp-im-rheinland.de/ bietet wieder ein großes Programm rund um Klimawandel, Kapitalismus und Lösungsansätze und beherbergt auch wieder die diesjährige degrowth-Sommerschule https://www.degrowth.info/de/sommerschule-2017/ (mit Anmeldung, aber noch viele Plätze frei!).

Das Connecting-Movenments-Camp http://www.klimacamp-im-rheinland.de/como/ will Menschen verschiedener sozialer Kämpfe und Bewegungen zusammenbringen, um neue Perspektiven emanzipatorischer Politik zu entwickeln.

Das camp for [future] https://www.campforfuture.de/ richtet sich an junge Menschen ab 16 Jahren und thematisiert Zukunftsthemen wie Klimaschutz, Feminismus oder Migration.

„Um den Klimawandel aufzuhalten und eine global gerechte Gesellschaft zu schaffen, müssen wir die Landwirtschaft verändern – gemeinsam!“

Es folgt ein Aufruf zum Barrio für Ernährungssouveränität beim diesjährigen Klimacamp im Rheinland. Wir werden – als Teil vom Netzwerk Animal Climate Action – auch dabeisein!

Wir beteiligen uns auf dem Klimacamp im Rheinland (18.-24. August) am Barrio für Ernährungssouveränität, das auf dem Connecting-Movements-Camp stattfindet.

Hier der Aufruf zum Barrio: weiterlesen

Neuer Prozesstermin wegen Wiesenhofblockade

Nachdem der erste Prozesstag am 27.7. in Nienburg damit endete das Richter Förtsch unseren Genossen für vier Tage in Ordnungshaft steckte, wurde nun ein neuer Termin festgelegt.

17. August um 9:00 uhr
Amtsgericht Nienburg
(Berliner Ring 98)

Zeugen wir Richter Förtsch das er mit seinen Einschüchterungsversuchen und Grundrechtsverletzungen nicht durchkommen wird!

Zeigt euch solidarisch mit den Angeklagten und betroffenen von Repression!

Einen Bericht vom ersten Tag findet ihr hier

Einen Bericht von der Aktion und den damit verbundenen Vorwurf findet ihr hier

Grundwasserentnahme: Nabu-Klage gegen Wiesenhof Lohne war erfolgreich!

Kein Wasser für Wiesenhof!

Jedoch wittert Wiesenhof noch Chancen – Mit gekauften Gutachter*innen!

„(…)Jährlich bis zu 800.000 Kubikmeter Grundwasser will der Konzern für Schlachthof fördern, der nach dem Brand gerade neu aufgebaut wird. Doch daraus wird vorerst nichts. Die Genehmigung ist im Juli in letzter Instanz vom Bundesverwaltungsgericht verworfen worden.

Das Urteil begründete das Gericht vor allem mit einem formellen Fehler. Der Landkreis Vechta hatte im Verfahren auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet und somit aus Sicht der Richter falsch gehandelt.(…)“

„(…) Wiesenhof hat allerdings noch nicht aufgegeben. „Die Firma Oldenburger Geflügelspezialitäten hat inzwischen einen neuen Antrag auf die Grundwasserentnahme in Höhe von 250.000 Kubikmeter pro Jahr gestellt“, sagt Jochen Steinkamp, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit vom Landkreis Vechta. Die Prüfung laufe derzeit.(…)“

„(…) Der Nabu traut einer mit dem neuen Verfahren fälligen Umweltverträglichkeitsprüfung nicht zu, die Risiken für Pflanzen- und Tierwelt aufzudecken. „Die Gutachter werden vom Antragsteller ausgewählt und bezahlt“, sagt Berater Neubauer. Er spricht von „Parteigutachten“.

Der Nabu-Vorsitzende von Vechta erhebt den gleichen Vorwurf: Wiesenhof beauftrage seit Jahren das gleiche geohydrologische Planungsbüro, kritisiert Ludger Frye.(…)“

Dieses Planungsbüro ist in Wietzen-Holte (so wohl auch in Lohne) übrigens das Ingenieurbüro H. -H. Meyer aus Bad Nenndorf.

http://www.taz.de/!5433067/

Wiesenhof und 800 illegal eingesetzte Arbeitskräfte! Gerichtsverfahren in Oldenburg!

Heute begann der Prozess gegen den Geschäftsführer von der Wiesenhof-Tochterfirma „Geestland Putenspezialitäten“ in Wildeshausen vor dem Landgericht Oldenburg. Und auch der ehemalige kaufmännische Leiter von PHW/Wiesenhof sitzt in diesem Verfahren auf der Anklagebank. Ihm wird in diesem Verfahren Beihilfe vorgeworfen. Es geht um den illegalen Einsatz von 800(!) Menschen, deren Arbeitskraft zu Dumpinglöhnen ausgenutzt wurde. Zehn Millionen Euro sollen dadurch eingespart worden sein. Weiterführend findet im kommendem Jahr noch ein Verfahren statt. Dort wird es darum gehen, dass nicht nur der Wiesenhof-Tochter-Schlachtfabrik in Wildeshausen, sondern auch PHW/Wiesenhof selbst illegal Arbeiter*innen verschafft wurden!!!

Macht diesen Laden endlich dicht!

Mehr dazu hier:

https://www.kreiszeitung.de/lokales/oldenburg/wildeshausen-ort49926/geschaeftsfuehrer-geestland-angeklagt-8579409.html

4 Tage Ordnungshaft für Aktivisten – Never trust the judge!

Vielen Dank an die Genoss*innen vom Antirepressionskollektiv Koblenz für den Bericht vom gestrigen Tag!

27.07.17 – Nienburg. Ein Aktivist der Gestern seinen ersten Prozesstag wegen einer angeblichen Nötigung vergangenes Jahr erleben „durfte“ endete in einer Gefängniszelle.

Der Angeklagte soll mit dem Erklettern eines LKW im Rahmen einer Blockade-Aktion gegen die Firma Wiesenhof und deren Tierausbeutung den Fahrer vom Weiterfahren abgehalten und somit genötigt haben. weiterlesen

Wiesenhof-Gegner in Ordnungs-Haft! Prozess wegen Wiesenhof-Blockade ausgesetzt!

 
28ter Juli Update: Wir haben mit unseren Gefangenen Genossen telefoniert und bestätigt bekommen das er sich in der JVA Vechta befindet. Am Montag Nachmittag den 31. Juli wird er dort entlassen. Selbstverständlich werden wir ihn abholen.

Update: Laut Richter Förtsch befindet sich unser Genosse in der JVA Vechta. Diese Information wurde von der JVA allerdings noch nicht bestätigt. Wir werden weiter dran bleiben. Wer sich in der Zwischenzeit über die Anordnung der Ordnungshaft beschweren möchte kann dieses beim Amtsgericht Nienburg tun. 

Postanschriften: Amtsgericht Nienburg
Postfach 1112
31561 Nienburg
Telefon: 05021 6018-0 (Amtsgericht Nienburg)
Telefax: 05021 6018-60 (Amtsgericht Nienburg)

Heute fand im Amtsgericht Nienburg der erste Prozesstag gegen einen Aktivisten statt, dem vorgeworfen wird an einer Blockade der Schlachtfabrik in Wietzen-Holte beteiligt gewesen zu sein. In seiner Einlassung vor Gericht thematisierte er noch die Gewalt der Fleischindustrie und der Justiz, wenig später bekam er letztere gleich zu spüren. Der Aktivist beharrte auf sein Recht Befangenheitsanträge gegen den vorsitzenden Richter Förtsch stellen zu dürfen. Daraufhin verwies der Richter ihn aus dem Gerichtssaal, dieser Anordnung soll der angeklagte Aktivist nicht sofort nachgegangen sein. Nach dem Rauswurf verhängte Richter Förtsch vier tage Ordnungshaft gegen den Aktivisten und setzte den Prozess aus. Zur Zeit befindet sich der Aktivist in den Zellen des Amtsgerichts Nienburg.

Neue Infos findet ihr hier, oder auf unserer Facebookseite.

Einen ausführlichen Prozessbericht wird es in den nächsten Tagen noch geben.