XXL-Klimabilanz der Fleisch- und Milchindustrie übertrifft Deutschlands Emissionen

Pünktlich zum diesjährigen Klimagipfel in Bonn veröffentlichte die Heinrich-Böll-Stiftung zusammen mit Institute for Agriculture Trade Policy und GRAIN einen Fact Sheet zum ökologischen Fußabdruck der globalen Fleisch- und Milchindustrie.

Zu begrüßen ist das sich mehrere NGOs international vernetzen und Medienwirksam die von der Klimabewegung viel zu oft vernachlässigten Klimaauswirkungen der Milch- und Fleischindustrie thematisieren und dabei die weltweit größten Unternehmen untersuchen und benennen.

Fatal ist das sie sich in ihren Fazit für eine kleinerer Tierhaltung, die auch aus rein ökologischer Perspektive mehr als fraglich ist, aussprechen. Was genau sie darunter verstehen erklären sie nicht. Auch der Kapitalismus als Produktionsweise die ohne permanentes Wachstum nicht funktionieren kann und deshalb nicht nur aus Sicht der Klimagerechtigkeit lieber Heute als Morgen abgeschafft werden muss, wird in den Forderungen der NGOs leider nicht thematisiert.

Es folgt eine Pressemitteilung der Heinrich-Böll-Stiftung:

Berlin: Die 20 weltweit größten Fleisch- und Milchkonzerne verursachen mit 932 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr mehr Emissionen als Deutschland, der viertgrößte Industriestaat der Welt, mit 902 Millionen Tonnen CO2/Jahr. Das stellt ein heute veröffentlichtes Fact Sheet der Heinrich-Böll-Stiftung, des Institute for Agriculture & Trade Policy und GRAIN zum ökologischen Fußabdruck der globalen Fleisch- und Milchindustrie fest.

Auch im Vergleich mit den großen Energie- und Öl-Konzernen wird die klimaschädliche Wirkung der Tierindustrie deutlich: Die Top 5 der größten Fleisch- und Milchproduzenten verursachen mit 578 Millionen Tonnen CO2/Jahr zusammen mehr Treibhausgase als die Öl-Riesen ExxonMobil mit 577 Millionen Tonnen oder BP mit 448 Millionen Tonnen.

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, sagte: „Die Fakten liegen auf dem Tisch – das weltweit prognostizierte Wachstum der industriellen Tierhaltung hebelt das 1,5° und sogar das 2°-Ziel des Pariser Klimaabkommens aus. Alleine die prognostizierten CO2-Emissionen der Fleisch- und Milchindustrie im Jahr 2050 würden rund 81% der in einem 1,5°- Ziel erlaubten Emissionen entsprechen“, so Unmüßig weiter.

„Die Emissionen aus der industriellen Landwirtschaft verursachen nicht nur zunehmend lokale Umweltzerstörungen und soziale Krisen, sondern sind in großem Umfang mitverantwortlich für den Klimawandel .Die Pariser Klimaziele sind nur mit einer globalen sozialen und ökologischen Agrarwende zu erreichen“, sagte Unmüßig.

„Für die neue Bundesregierung muss gelten, diese Agrarwende endlich einzuleiten“, so Barbara Unmüßig weiter. „Darüber existiert mittlerweile ein gesellschaftlicher Konsens. Inzwischen sind über 80 Prozent der Menschen in der Bundesrepublik bereit, für bessere und nachhaltigere Haltungsbedingungen von Tieren höhere Preise zu zahlen und viele Bauern und Bäuerinnen in Deutschland zeigen, wie eine nachhaltige Landwirtschaft funktioniert. Ihre Existenz darf nicht weiter durch eine zerstörerische Form der Agrarindustrie bedroht werden.“

In der Reihe der „Fleischatlas“ hat sich die Heinrich-Böll-Stiftung mehrfach mit den globalen und lokalen Dimensionen von Klimawandel und industrieller Fleisch- und Lebensmittelproduktion befasst. Der „Konzernatlas“ 2017 beleuchtet die globalen Machtstrukturen der Agrar- und Ernährungsindustrie.

Alle Publikationen sind kostenlos bei der Heinrich-Böll-Stiftung bestellbar.

Das Factsheet ist hier abrufbar

Braunschweiger Pelz- und Lederladen Michelen macht dicht!

Nach all den Berichten über die Repression gegen unsere beiden Genossen Andre und Philipp im Rahmen der Proteste gegen das Pelz- und Ledergeschäft Michelen in Braunschweig (Polizeigewalt, langwierige Gerichtsprozesse, Bewährungsstrafen und die aktuell andauernde bundesweite Fahndung im DNA-Verfahren) wird es auch mal wieder Zeit erfreuliche Meldungen in diesem Zusammenhang bringen zu können: Michelen gibt auf und schließt seinen Laden in der Braunschweiger Innenstadt! Nach einigen Protest-Kundgebungen, einem Go-In und drei Beschädigungen der Schaufenster des Ladens prangern nun hinter eben diesen Scheiben große Schilder mit der Aufschrift: „Total Ausverkauf wegen Geschäftsaufgabe“ und „Wir schliessen. Alles muss raus“!

Gut so!

Wer von Ausbeutung profitiert, dem sei die Pleite garantiert!
Für die Befreiung von Mensch,Tier und Natur!

Aktionen anlässlich des Klimagipfels in Bonn

Vom 6. bis 17. November findet in Bonn die Weltklimakonferenz statt.

Viele NGOs und Graswurzelgruppen nehmen das zum Anlass um auf die Straße und in die Kohlegruben zu gehen.

Am Samstag den 4. November findet eine Großdemonstration mit dem Motto „Klima schützen! Kohle stoppen!“ in der Innenstadt von Bonn statt.

Mehr dazu findet ihr hier

Am 5. November wird es spannend bei Ende Gelände …

Mehr dazu findet ihr hier

Am 6. und 7. November findet der People’s Climate Summit in Bonn statt

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Am 7. November organisiert das Netzwerk Animal Climate Action zusamen mit der Gruppe Aseed eine Demonstration gegen Tierprodoktion vor dem Sitz des Deutschen Verbandes für Tiernahrung e.V.

Mehr Infos dazu findet ihr hier

Am Samstag den 11. November gibt es eine weitere Großdemonstration mit dem Motto „Schluss mit dem faulen Zauber – Wir treiben die bösen Geister des Klimawandels aus“ in Bonn.

mehr Infos dazu findet ihr hier

Fahndung und DNA: Repression gegen Umwelt – und Tierbefreiungsaktivist aus Braunschweig

Im Dezember 2014 gab es die Zweite von inzwischen drei Attacken (Schaufenster beschädigt) auf das Braunschweiger Pelz- und Lederwarengeschäft Michelen. Wegen dieser zweiten Beschädigung der Glasfassade wurden damals zwei Tierbefreiungsaktivisten aus Braunschweig beschuldigt, denen sowohl vor dem Amtsgericht als auch in zweiter Instanz vor dem Landgericht deswegen der Prozess gemacht wurde. Das Urteil lautete letztendlich Sachbeschädigung für beide Aktivisten, die seit der Rechtskraft des Urteils eine drei Jahre lang andauernde Bewährungsstrafe haben.

Am 09ten September 2015, also noch bevor die damaligen Gerichtsverhandlungen um die Sachbeschädigung bei Michelen überhaupt begannen, beantragte die Staatsanwaltschaft Braunschweig schon – wegen dieser noch gar nicht verurteilten Tat – eine DNA-Abnahme bei einem der angeklagten Aktivisten. Die Begründung dafür war und ist: „Es besteht Grund zu der Annahme, dass gegen den Betroffenen zukünftig erneute Strafverfahren von erheblicher Bedeutung zu führen sind.“

Nach dem Urteil wegen des beschädigten Pelz- und Lederladens flatterte dann im Juni 2017 der Beschluss zur DNA-Abnahme vom Amtsgericht Braunschweig ein. Auf rechtliches Gehör des davon betroffenen Aktivisten wurde bis dahin rechtswidrig verzichtet und zusätzlich wegen dessen „polizeifeindlicher Einstellung“ auch auf eine Terminsetzung zur DNA-Abnahme. So musste der Aktivist ständig damit rechnen aus heiterem Himmel von der Polizei aufgegriffen zu werden, was beispielsweise im Juli 2017 glücklicherweise misslang, da die Polizei trotz Aufenthaltsfahndung und dem Wissen über die Wohnadresse des Betroffenen nicht in der Lage war die richtige Adresse zu finden.

Der Aktivist legte mit einer Anwältin umgehend Beschwerde gegen die Umtriebe der Polizei und gegen den DNA-Abnahme-Beschluss ein. Es wurde Akteneinsicht in das DNA-Verfahren und aufschiebende Wirkung beantragt, um die Beschwerde ausführlich begründen zu können. Als das erste Beschwerdeschreiben des Betroffenen, die wohl von so viel rechtlichem Gehör überforderte Ermittlungsrichterin Serra de Oliveira erreichte, wollte diese die noch gar nicht ausführlich begründete Beschwerde schlicht sofort zurückgewiesen sehen. Zu lange hat sie scheinbar auf ihre begehrten Körperzellen gewartet und noch am selben Tag schrieb sie: „(…) die Beschwerde (ist) sofort dem Beschwerdegericht über die Staatsanwaltschaft vorzulegen, so dass wegen der gem. § 306 Abs. 2 StPO bestehenden Pflicht zur größtmöglichen Beschleunigung eine weitere Beschwerdebegründung nicht abgewartet werden darf (…)“ Das Amtsgericht versuchte es also weiter ohne die lästigen Rechte des betroffenen Aktivisten, doch das Landgericht, was über die Beschwerde entscheiden musste, verkündete circa eine Woche darauf: „Dem Beschwerdeführer wurde hinsichtlich des Vorgehens gem. §81a StPO (DNA-Entnahme) bislang scheinbar kein rechtliches Gehör gewährt. (…) Es sollen aus diesen Gründen die Beschwerdebegründung und die Entscheidung der Kammer abgewartet und die Rechte des Beschwerdeführers durch Aussetzung der Vollstreckung gesichtet werden.“

Zügig wie sonst selten urteilte das Landgericht Braunschweig dann über die begründete Beschwerde. In der Beschwerde wurde beispielsweise kritisiert, dass dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit nicht genügt wird und keine hinreichende Negativprognose erstellt wurde. Eine ausreichende Begründung, warum das Amtsgericht Braunschweig wegen einer einzigen Verurteilung wegen einer 3 Jahre zurückliegenden Sachbeschädigung (die auch nicht als Straftat von „erheblicher Bedeutung“ gilt) nun Grund zur Annahme hat, dass gegen den Aktivisten künftig wegen weiterer Straftaten von „erheblicher Bedeutung“ Strafverfahren geführt werden, fehlt gänzlich. Ganz im Gegenteil zu einer Negativprognose bescheinigte das Landgericht dem Aktivisten im Urteil des Michelen-Berufungsverfahrens sogar eine positive Sozialprognose. Die Verurteilung zu der Sachbeschädigung, die nun als Grund für eine DNA-Entnahme herhalten soll, wurde zur Bewährung ausgesetzt und der damals vorsitzende Richter hielt in seiner Urteilsbegründung fest: „Der Angeklagte ist nicht einschlägig vorbestraft und wird das erste Mal zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Allein das Festhalten an seiner tatbegründeten Gesinnung als Tierrechtsaktivist führt nicht notwendig zu einer negativen Sozialprognose. Die Kammer geht vielmehr davon aus, dass der Angeklagte, der in der Hauptverhandlung trotz seines Schweigens zur Tat einen reflektierten Eindruck gemacht hat, (…) seinen legitimen Protest gegen Tierausbeutung künftig auf legale Weise zum Ausdruck bringen wird.“

Dem Urteil des Landgerichts zum Trotz wurde die Beschwerde am 21ten September 2017 durch eben selbiges zurückgewiesen. Der betroffene Aktivist sei ein „Überzeugungstäter“ mit „erheblicher krimineller Energie“ heißt es nun. Er sei in Vergangenheit schon öfter wegen Straftaten im Rahmen seines Tierrechtsaktivismus verurteilt worden – bei denen es sich übrigens um die Ausübung zivilen Ungehorsams wie Blockaden von Schlachtfabriken handelt – deswegen müsse an der DNA-Abnahme festgehalten werden.

Jetzt, ganze zwei Jahre nach dem ersten Antrag auf die DNA-Abnahme, soll es geschehen. Zwei Wochen nach dem endgültigen Beschluss vom Landgericht gab die Polizei auch ihre „Taktik“ des Suchens, Findens und Entführens auf und schickte dem Aktivisten einen Termin zur Entnahme seiner DNA. Am 27ten Oktober 2017 fordert der Zentrale Kriminaldienst eine netterweise „Verletzungsfrei mit einem Wattestäbchen“ durchgeführte DNA-Abnahme, damit das DNA-Muster dann von einem LKA-Beamten untersucht und in einer Analyse-Datei des Bundeskriminalamtes (BKA) gespeichert werden kann. Sollte dem Termin nicht nachgekommen werden, so würde eine bundesweite Fahndung nach dem betroffenen Tierbefreiungsaktivisten erfolgen, um die Entnahme seiner Körperzellen mit Zwang durchzusetzen!

Update:

Heute war der Termin für die DNA-Abnahme bei unserem Genossen. Dieser Termin musste jedoch ohne den Genossen stattfinden. Er hat sich dazu entschlossen der Polizei nicht so einfach seine DNA zu überlassen.

„Ich möchte damit meinen bescheidenen Teil gegen eine stetig wachsende staatliche Datensammelwut/ Überwachung beitragen. Die „Arbeit“ der Polizei besteht darin sich auf Befehl vor die zu stellen, die Ausbeutung, Leid und Zerstörung bringen. Die Repressionsbehörden wenden regelmäßig Gewalt gegen Menschen an, sie schikanieren, sie überwachen, sie schlagen zu, sie sperren ein, sie schieben ab… Was kann man da besseres tun als es solchen wie der Polizei möglichst schwer zu machen.“

Nun wird die Polizei bundesweit nach ihm fahnden, um sich seine DNA mit Zwang zu holen.

Diesen massiven Eingriff der Repressionsbehörden in das Leben unseres Genossen verurteilen wir scharf! Wir erklären uns solidarisch mit dem Betroffenen und fordern die verantwortlichen Behörden auf, sich ihre Wattestäbchen sonstwo hinzustecken und aufzuhören entschiedenen Protest gegen Ausbeutung zu kriminalisieren.

Für die Befreiung von Mensch, Tier und Natur!

Kampagne gegen Tierfabrik (KgT)

Wiesenhof-Schlachtfabrik in Wietzen-Holte schwächelt! Ab 2018 werden Schichten abgebaut!

Wie die Harke (Lokalzeitung) am 20ten Oktober 2017 berichtete, wird der Betrieb in der Schlachtanlage ab Januar 2018 nur noch einschichtig gefahren (Vorher zwei Schichten). Entlassungen soll es deswegen aber nicht gegeben haben. Alle FESTANGESTELLTEN Arbeiter*innen würden weiterbeschäftigt. Nach den Leih- und Werkvertragsarbeiter*innen wird da natürlich nicht gefragt…

Wie es in Zukunft mit der Holter-Fabrik weitergeht wollte Wiesenhof-Sprecherin Maria Große Böckmann dann auch nicht sagen. Auch bezüglich der Erweiterungspläne scheint Wiesenhof in Wietzen-Holte immer noch nicht weiter zu kommen. Böckmann dazu: „Bezüglich Ihrer weiteren Fragen kann ich Ihnen leider immer noch nicht viel mehr Neues mitteilen, da das Genehmigungsverfahren immer noch läuft.“

Wie gesagt: Wir würden auch beim Rückbau der Schlachtfabrik in Wietzen-Holte helfen bzw. bei dessen Umbau hin zu einem Betrieb ohne Ausbeutung…

Es folgt der Harke-Artikel:

„Wiesenhof baut Schichten ab

Nicht alle Bereiche der Produktion betroffen

Bei Wiesenhof in Wietzen-Holte stehen Veränderungen an: Die Nienburger Geflügelspezialitäten GmbH plant für Anfang Januar 2018, den Betrieb auf eine einschichtige Schlachtung zurückzufahren. Das betrifft die drei Produktionsbereiche Schlachtung, Zerlegung und Würzen.

„Die Verpackungs- und Logistikbereiche sind hiervon nicht betroffen und werden im Zweischichtbetrieb weiterarbeiten“, berichtet Unternehmenssprecherin Maria Große Böckmann auf HARKE-Nachfrage. „Grund hierfür ist zum einen die Wiederaufnahme der Produktion in Lohne und zum anderen die Veränderung des Absatzmarktes für Grillhähnchen in Deutschland.“ Besonders Letzteres mache eine Grillerschlachtung über zwei Schichten wie in der Vergangenheit nicht notwendig. Es habe deswegen keine Kündigungen gegeben, alle festangestellten Mitarbeiter würden weiterbeschäftigt.

Die Frage, ob die Zukunft des Standortes im Landkreis Nienburg gefährdet sei, wurde nicht beantwortet. Weiterhin unklar ist darüber hinaus, ob die vor Jahren gestartete Beantragung eines Ausbaus in Holte noch weiterverfolgt wird. Große Böckmann: „Bezüglich Ihrer weiteren Fragen kann ich Ihnen leider immer noch nicht viel mehr Neues mitteilen, da das Genehmigungsverfahren immer noch läuft.““

https://www.dieharke.de/Lokales/Lokalnachrichten-6/60154/Wiesenhof_baut_Schichten_ab.html

Nach Fabrik-Brand in Lohne. Wiesenhof hat Kunden verloren und steht nun vor der Wiederinbetriebnahme..

Es geht wieder los bei PHW/Wiesenhof in Lohne. Nach dem Großbrand in der Schlachtfabrik zu Ostern 2016 darf in der Fabrik wieder getötet werden.

„(…)Vor dem Brand lag die Kapazität bei 432.000 geschlachteten Tieren pro Tag. Nach früheren Angaben von Wiesenhof, dem größten Geflügelfleischproduzenten Deutschlands, wird es nach der Wiederinbetriebnahme noch einige Zeit dauern, bis dieses Niveau wieder erreicht wird. Wegen des Brandes seien Kunden und damit Marktanteile verloren worden.(…)

https://www.kreiszeitung.de/lokales/niedersachsen/wiesenhof-schlachthof-lohne-wird-wieder-betrieb-genommen-8794945.html

Geestland-Prozess: Freispruch aber Strafzahlung für Wiesenhof!

Das Urteil im Prozess gegen Geestland (Wiesenhof-Tochter) wegen illegaler Beschäftigung von über 900 Arbeiter*innen zu Niedriglöhnen ist gefallen!

Die beiden Angeklagten (Geestland Geschäftsführer Norbert Deeken und dem wegen Beihilfe angeklagten ehemaligen Wiesenhof-Prokuristen und Pro Work Geschäftsführer Frank Diekmann) wurden vom Landgericht Oldenburg freigesprochen. Der Vorwurf sei zwar erwiesen, die Taten sind aber bereits verjährt. Dennoch muss PHW/Wiesenhof die Lohnkosten, die durch die Dumpinglöhne aufs Konzernkonto gespart wurden an die Staatskasse zahlen. Das sind zehn Millionen Euro, die eigentlich den ausgebeuteten Arbeiter*innen gehören und nicht dem Staat, der mit diesem Geld dann wieder riesige Tierfabriken subventioniert.

Hier der NDR-Bericht dazu:

http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Landgericht-spricht-Ex-Wiesenhof-Manager-frei,wiesenhof630.html

Plädoyers beim Prozess gegen Geestland (Wiesenhof-Tochter)! 4 Euro Stundenlohn für die Arbeiter*innen (!!!!)

Das Urteil soll Mitte Oktober fallen! Die Staatsanwaltschaft fordert für den Geestland Geschäftsführer Norbert Deeken 2 Jahre Haft auf Bewährung und für den wegen Beihilfe angeklagten ehemaligen Wiesenhof-Prokuristen und Pro Work Geschäftsführer Frank Diekmann 9 Monate Haft auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft bescheinigte beiden Angeklagten, wegen der illegalen Beschäftigung zu 4 Euro die Stunde von 800 Arbeiter*innen, in grobem Eigennutz gehandelt zu haben. Die dadurch gesparten 11 Millionen Euro müssten von Geestland zurückgezahlt werden, sollte das Gericht ein strafbares Handeln erkennen.

Mehr dazu findet sich hier:

https://www.nwzonline.de/blaulicht/wildeshausen-garrel-lohne-oldenburg-wiesenhof-tochter-geestland-800-bulgaren-illegal-beschaeftigt_a_32,0,4111445050.html

Skandalurteil aus Nienburg: Ziviler Ungehorsam in der Unrechtstradition der SA?

Am 30ten Januar 1933 marschierten viele Fackeln durch das Brandenburger Tor und bejubelten die Machtergreifung Hitlers, zu der die Fackelträger selbst mit beigetragen haben. Die Sturmabteilung (SA) der NSDAP feiert an diesem Januartag mit ihren Fackeln den Nationalsozialismus. Mit brutaler Gewalt hatten die faschistischen Schläger der SA unzählige Menschen verfolgt, gefoltert und ermordet und mit diesem Terror so zum Aufbau des Nationalsozialismus beigetragen, der in den Jahren seiner Gewaltherrschaft Millionen von Menschen in den Tod schicke.

Am 02ten August 2016 blockierten rund 30 Umwelt- und Tierbefreiungsaktivist*innen die Wiesenhof-Schlachtfabrik in Wietzen-Holte, um mit dieser Aktion des Zivilen Ungehorsams auf die in Bezug auf Tiere,Natur und Menschen ausbeuterische Geschäftspraxis des PHW-Konzerns (Marke Wiesenhof) aufmerksam zu machen und direkt in den gewaltvollen Betriebsablauf der Fabrik einzugreifen. Ein Aktivist wurde deshalb am 17ten August 2017 vom Amtsgericht Nienburg mit aller Schärfe der Justiz zu drei Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt.

Ein ungewöhnlich hartes Urteil für einen bislang nicht vorbestraften Aktivisten, der lediglich den Fahrer eines LKWs an der Weiterfahrt gehindert haben soll, in dem er auf dem LKW-Dach saß und sich die „durch seine eigene Masse vermittelte Schwerkraft und die daraus resultierende Reibung auf der Oberfläche als eigene körperliche Kraftentfaltung zu Nutze gemacht hat“ (Zitat aus dem Urteil).

Woher diese Schärfe kommt und was das mit den Verbrechen der Nationalsozialisten zu tun hat, versucht Amtsrichter Förtsch in seiner verfassten Urteilsbegründung, die uns vorliegt, zu erläutern. Jan-Hauke Förtsch begründete sein hartes Urteil völlig ungeniert mit fragwürdigen und unerträglichen Aussagen. Umsäumt von persönlichen Angriffen gegen den damals angeklagten Aktivisten, der in Förtschs Urteilsschreiben als „verbohrt und engstirnig“ betitelt wird, münden seine Ausführungen in einem Nazivergleich der besonders geschmacklosen Art. weiterlesen

Das Elend des parlamentarischen Tierschutzes – Die Positionen der etablierten Parteien zur Bundestagswahl 2017

Das Bündnis Marxismus und Tierbefreiung hat die relevanten Parteien die zur Bundestagswahl antreten werden, auf ihre Positionen in Sachen Tierschutz und Tierrechte, analysiert.

Das Elend des parlamentarischen Tierschutzes – Die Positionen der etablierten Parteien zur Bundestagswahl 2017
Marxismus und Tierbefreiung·Monday, September 11, 2017

Es ist mal wieder soweit: Am 24. September 2017 werden die BürgerInnen der Bundesrepublik Deutschland zur Bundestagswahl an die Urnen geladen. Dass Parteien im Kampf um WählerInnenstimmen allerlei für „Bürgerinnen und Bürger“ und für die Tiere versprechen und hinterher bestenfalls kosmetische Reformen vorgenommen werden, ist nichts Neues. Ebenso wenig wie die Erkenntnis, dass sich allein mit Wahlen, parlamentarischer Repräsentation oder dem Mitmachzirkus von Bürgerbeteiligung bis Volksabstimmungen keine wirklich grundsätzlichen gesellschaftlichen Veränderungen – wie die Abschaffung des Privateigentums – durchsetzen lassen. Ein Beispiel dafür sind die Tierschutzgesetze in Deutschland oder der Schweiz: Die Zahlen der geschlachteten Tiere sind so hoch wie nie zuvor, obwohl der Tierschutz in beiden Staaten Verfassungsrang besitzt.

Nichtsdestotrotz lohnt es sich, einen Blick in die Programme zu werfen, mit denen die größten Parteien in Deutschland derzeit für sich werben. Denn diese Parteien organisieren nicht nur die politisch-ökonomischen Interessen verschiedener Klassenfraktionen in der Zivilgesellschaft und im Staat. Sie besorgen auch ihre politische Durchsetzung und ideologische Vermittlung. Das betrifft nicht nur die Ausbeutung der ArbeiterInnen oder die imperialistische Unterwerfung peripherer Staaten im kapitalistischen Weltsystem (bzw. gegebenenfalls die reformistische oder revolutionäre Opposition dagegen). Auch die ökonomische Ausbeutung der Natur im Allgemeinen und der Tiere im Besonderen durch Staat und Kapital wird mit Hilfe der Parteien politisch exekutiert und legitimiert. Damit sich dies nicht ändert, müssen die Kapitäne insbesondere der Fleischindustrie dafür Sorge tragen, dass die größte aller Nahrungsmittelindustrien der Republik und die führende in der Europäischen Union weiterhin durch den Staat und seine VertreterInnen hofiert, protegiert und alimentiert wird. Wie die Parteien in der gegenwärtigen historischen Konstellation das politische Geschäft für die Fleischindustrie besorgen und wie sie dies rechtfertigen, kann man den Parteiprogrammen entnehmen. weiterlesen

Es hat sich ausgeschlachtet! Weiterer Prozesstag gegen Wiesenhof am Landgericht Oldenburg!

Gestern ging es am Landgericht Oldenburg weiter gegen den Geestland-Geschäftsführer Norbert Deeken* und den ehemaligen Wiesenhof-Prokuristen und Pro Work Geschäftsführer (ehemals ZVS GmbH – Die Personalvermittlungsfirma -) Frank Diekmann* wegen vorgeworfener illegaler Beschäftigung zu Dumpinglöhnen von 800 Arbeiter*innen aus Bulgarien in der Wildeshausener Schlachtfabrik. Ein interessanter Artikel darüber findet sich bei der TAZ.

http://www.taz.de/!5444786/

* Die vollständigen Namen wurden von uns noch nachrecherchiert.

Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klima retten!

Via Animal Climate Action

— 13. Oktober 2017: Podiumsdiskussion in Berlin —
— 14. Oktober 2017: Demonstration in Fürstenwalde 11.30 uhr am Marktplatz–

Die Herstellung von Futtermitteln und deren Verfütterung in der Tierproduktion trägt maßgeblich zum Klimawandel bei. Eine zentrale Rolle im Futtermittelhandel in Deutschland nimmt dabei der Konzern Agravis ein. Das Agravis-Werk in Fürstenwalde stellt eine Drehscheibe für den überregionalen Handel dar, mit eigenem Hafen sowie Gleisanschluss und Be- und Entladestationen für Lastwagen. Aktuell strebt Agravis eine Erweiterung der Anlage an, um die Kapazitäten noch weiter auszubauen. Mit einer Demonstation in Fürstenwalde machen wir auf die Problematiken von Futtermitteln aufmerksam. Wir fordern einen Stopp von Futtermittelimporten!

Futtermittel und Tierproduktion

Die globale Landwirtschaft ist für ein Fünftel bis ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Zusätzlich hat die Landwirtschaft auch vielfältige Auswirkungen auf weitere planetare Grenzen wie z. B. die Landnutzung, die Biodiversität und den Stickstoffkreislauf. Diese Auswirkungen führen auch dazu, dass die Folgen des Klimawandels schwerer abzufedern sind.
Einen großen Anteil an diesen Folgen der Landwirtschaft hat die Tierproduktion – und dabei spielt die damit verbundene Futtermittelherstellung eine der Hauptrollen. Im Vergleich dazu trägt die Tierproduktion nur einen vergleichsweise kleinen Teil zur Welternährung bei und kommt vorwiegend der wohlhabenderen Weltbevölkerung zugute. Erkauft wird die Produktion mit der Verwüstung ganzer Landstriche, der immer weitgehenderen Erzeugung multiresistenter Krankheitserreger, extrem ausbeuterischen Arbeitsbedingungen auch im industrialisierten Norden und nicht zuletzt durch Ausbeutung nichtmenschlicher fühlender Lebewesen: zig Milliarden Landtiere und Billionen Wassertiere fallen jährlich der Tierproduktion zum Opfer.

Futtermittel als Teil des Problems
Futtermittel stellen eine zentrale Ursache dieser Probleme dar. Im Zuge der Industrialisierung wurde die Weidehaltung zunehmend durch intensive Tierhaltung ersetzt. Es entstanden viele Großbetriebe, die eine große Anzahl an Tieren auf geringem Raum konzentrieren. In der Regel sind dort keine ausreichenden landwirtschaftlichen Nutzflächen zur Erzeugung der dafür benötigten Futtermittel vorhanden, daher wird auch von „landloser Tierproduktion“ gesprochen.

Verschwendung aufgrund von Verfütterung

Für die Produktion von Futtermitteln werden Ressourcen wie Land und Wasser verbraucht, die anstelle des Einsatzes im Rahmen der Tierproduktion direkt für die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel verwendet werden könnten. Vor diesem Hintergrund stellt Tierproduktion eine verschwenderische Nahrungsmittelproduktion dar.
Für die Produktion einer tierischen Kalorie werden je nach Tierspezies und Haltungsbedingungen ca. 1,5 bis 21 pflanzliche Kalorien benötigt. Der Land- und Ressourcenverbrauch lässt sich daher bei direkter Produktion pflanzlicher Lebensmittel drastisch verringern. Des Weiteren entstehen fast die Hälfte der Treibhaushasemissionen der Tierproduktion bei der Herstellung von Futtermitteln. Dieser Anteil kann durch eine Umstellung auf pflanzliche Lebensmittelproduktion umfassend reduziert werden, während die direkten Emissionen der Tierhaltung entfallen könnten.
Auch hinsichtlich des Wasserverbrauchs stellen Futtermittel eine krasse Verschwendung dar. Für die Herstellung eines Kilogramms Rindfleisch werden vor allem für Futtermittel durchschnittlich 16.500 Liter Wasser, für ein Kilogramm Schweinefleisch oder Käse 5.000 Liter verbraucht. Im Vergleich entfallen zum Beispiel auf ein Kilogramm Sojabohnen rund 2500 Liter Wasser und auf ein Kilogramm Kartoffeln 130 Liter.

Futtermittelimporte
Im Zuge der Globalisierung werden auch Futtermittel über immer weitere Strecken und in größeren Mengen gehandelt. Ein Großteil des in Europa verfütterten eiweißreichen Futtermittels stammt gegenwärtig aus Lateinamerika. Dort sind eine Vielzahl von Problemen mit der Produktion verbunden. Für die stetige Erweiterung der Anbauflächen werden oft große Flächen Regenwald gerodet – mit langfristigen negativen Folgen für das Klima, die Biodiversität und die Landschaft. Gleichzeitig werden die Futtermittel oft in Monokulturen und unter zum Teil massivem Einsatz genmanipulierter Saaten und von Pestiziden angebaut. Viele vormals relativ nachhaltig wirtschaftende Kleinbäuer*innen werden durch die aggressive Expansion der Produzenten ihrer Lebensgrundlage beraubt, und die Arbeiter*innen beim Futtermittelanbau leiden in vielen Fällen unter prekären Bedingungen.
Des Weiteren entsteht dort, wo die importierten Futtermittel verfüttert werden, oft ein Überschuss an nährstoffreicher Gülle, was in einigen Gebieten zu einem übermäßigem Nährstoffeintrag (Eutrophierung) führt. In Folge dessen kommt es zu negativen Auswirkungen für die Biodiversität, die CO2-Aufnahmefähigkeit von Gewässern und auch für die menschliche Trinkwasserversorgung.

Fischmehl
Fischmehl, das heißt getrocknete und gemahlene Teile von Fischen, stellt eine weitere Form von Futtermittel dar, welches überwiegend in der Aquakultur sowie in der Schweine- und Hühnermast als Beimischung verwendet wird. Verklärend wird vonseiten der produzierenden Unternehmen oft behauptet, dass Fischmehl lediglich aus Beifang hergestellt werde. Doch gerade in den letzten Jahrzehnten hat sich die Fischmehlproduktion zu einem neuen Zweig der Hochseefischerei entwickelt, so dass bestimmte Fischarten ausschließlich für die Produktion von Fischmehl gefangen werden. Die Produktion von Fischmehl ist damit eine zentrale Ursache für die Ausrottung einzelner Fischarten und die Überfischung einiger Meeresgegenden.
Ähnlich wie beim Import von Soja sind auch die Hauptlieferanten von Fischmehl lateinamerikanische Länder. Die Verarbeitung von Fischmehl hat dort katastrophale Folgen für Menschen und Umwelt. So wird regelmäßig publik, dass mit Chemikalien versetzte Abfälle aus Fischmehlfabriken ungefiltert ins Meer geleitet werden. Zusätzlich leiden Anwohner*innen an Haut- und Atemwegserkrankungen, da der bei der Verarbeitung entstehende Fischmehlstaub in den Fabriken verbrannt wird.

Fr. 13. & Sa. 14.10.2017: Podiumsdiskussion in Berlin und Demonstration in Fürstenwalde

Zunächst wollen wir am Freitagabend in Berlin im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum
Thema Tierproduktion und Futtermittelimporte mit Akteuren aus verschiedenen Gruppen ins Gespräch kommen.
Anschließend wollen wir am Samstag die globalen Auswirkungen des Futtermittelhandels an einem lokalen Akteur verdeutlichen: dem Konzern Agravis mit seinem Futtermittelwerk in Fürstenwalde. Gegenwärtig plant Agravis eine Erweiterung des Werks – die Kapazität soll auf 405.606 Tonnen Mischfutter pro Jahr steigen. Nach einer Kundgebung und Infoständen fordern wir mit einer Demonstration vom Stadtkern zum Futtermittelwerk den Stopp von Futtermittelimporten!

Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klima retten!

Globale Klimagerechtigkeit setzt das Ende der Tierproduktion voraus – Klimawiderstand durch Aktionen gegen Tierproduktion! Kommt zur Podiumsdiskussion nach Berlin und zur Demonstration nach Fürstenwalde!

Animal Climate Action, 5.09.2017

Steine in die Abläufe der Fleischindustrie

Heute haben wir erfahren, dass an zwei unterschiedlichen Orten und in
zwei unterschiedliche Abläufe, der Produktion und Vermarktung von
Fleisch, eingegriffen wurde.

In Großbritanien streiken Arbeiter*innen von MC Donalds für höhere Löhne
und gegen Mobbing, willkürliche Gehaltskürzungen und sexualisierte
Belästigung.
https://www.jungewelt.de/artikel/317641.streik-bei-mcdonald-s.html

In Gleina – eine Gemeinde in Sachsen-Anhalt – wurde der Bau einer
Hühnermastanlage für 207 000 Tiere, vom Landesverwaltungsamt abgelehnt.
Der Investor Richard Wermuth hat jedoch angekündigt wegen der Ablehnung
nun vor Gericht zu ziehen.

http://www.lvz.de/Region/Altenburg/Landesverwaltungsamt-lehnt-Antrag-fuer-Haehnchenmast-Anlage-bei-Gleina-ab

Für ein Klima der Gerechtigkeit!

Über eine Woche trafen sich viele Menschen aus vielen Ländern und sozialen Bewegungen im Rheinischen Braunkohlerevier. Gemeinsam stritten und kämpften wir für ein Klima der Gerechtigkeit und blockierten die Infrastruktur von RWEs Kohlakraftwerken.

Am ersten Tag der Aktionstage gab es eine Fahrradtour zu Tierproduktionsstätten in der Region.

Es folgt ein Bericht von Animal Climate Action zu der Fahrradtour:

Fahrraddemo „Tierproduktion heißt: Klimawandel, Landraub, Ausbeutung“

Die Fahrraddemo startete bei bestem Wetter, mit super Laune und mit gut 75 Teilnehmer*innen vom Klimacamp am Lahey Park und führte an fünf Stationen vorbei, an denen verschiedene Aspekte der Tierproduktion in Form von Redebeiträgen beleuchtet wurden.

Nachdem einigen noch ein Fahrrad organisiert und letzte Reparaturen durchgeführt wurden, startete die Fahrrad-Demo mit einer Rede zur Motivation und dem vor uns liegenden Programm. Am ersten Stop auf dem Feldweg nach Immerath ließen wir die Blicke schweifen über die umliegenden Felder. Neben traditionellen Ackerfrüchten wie Getreide, Rüben und Kartoffel legten wir unser Augenmerk auf Pflanzen, die im Rahmen der Industrialisierung insbesondere für die Verwendung als Futtermittel in Mastanlagen angebaut werden.

Die zweite Etappe der Tour führte zum Dingbuchenhof, einem Rinderzuchtbetrieb. In einem Redebeitrag thematisierten wir die Probleme, die mit der Zucht von Rindern und anderen Tieren einhergehen. Die Fleischproduktion in Deutschland wächst immer weiter, inzwischen ist Deutschland der viertgrößte Fleischexporteur weltweit und der größte in Europa. Traditionell große Fleischexporteure sind riesige Flächenländer wie Argentinien, Brasilien oder die USA. Deutschland ist die große Ausnahme in dieser Liste, mit gravierenden Umweltfolgen und extremer Ausbeutung der darin arbeitenden Menschen. Der Wachstum der deutschen Fleischindustrie ist unter anderem begründet in der Schaffung eines massiven Niedriglohnsektors. Fleischproduktion ist aber keine Branche wie jede andere. Sie ist mit einem hohen Ausstoß an Treibhausgas-Emissionen verbunden und ohne massive Gewalt gegen die Tiere, exzessiven Flächenverbrauch insbesondere auch im globalen Süden und schwerer Schädigung von Wäldern und anderen Ökosystemen nicht zu haben.

Die dritte Station führte uns ins „Industriegebiet“ in Glimbach. In direkter Nachbarschaft standen wir einer Putenmastanlage, einer Hähnchenmastanlage sowie einer daran angebundenen Biogasanlage gegenüber. Wir berichteten von der örtlichen Entstehungsgeschichte und dem damit verbundenen Widerstand der Anwohner*innen. Nach und nach entstand an dieser Anhöhe eine Anlage nach der anderen, mit immer weiteren Erweiterungen. Die Betreiber*innen hatten sogar eine Zucht tropischer Meerwassergarnelen geplant, um die in der Biogasanlage aus tierischen Exkrementen produzierte Wärme effektiver zu nutzen. Dabei machten wir uns bewusst, wie unscheinbar die Anlagen von außen anmuten, welches Leid darin jedoch existiert und welche Folgen damit einhergehen für die Umwelt. Von dieser Stelle hatte man auch einen freien Ausblick auf die umliegende Gegend und damit auch auf die massiven landschaftlichen Veränderungen, die mit dem Kohleabbau einhergehen. Unter anderem war die sich durchschnittlich 200 m über die Umgebung erhebende Abraumhalde Sophienhöhe gut sichtbar.

Die Abdeckerei in Linnich stellte die vorletzte Station der Fahrrad-Demo dar. Laut Eigenbeschreibung sieht sich das Unternehmen SecAnim GmbH als Dienstleister für die Unschädlichmachung gefährlicher tierischer Nebenprodukte. Tatsächlich stellen Abdeckereien die Endstation für Tieren dar, die in der industriellen Tierproduktion aus Effizienzkalkül frühzeitig versterben müssen. In einem Redebeitrag beschäftigten wir uns außerdem mit den Verhältnissen und Klimaauswirkungen in der Hähnchenzucht.

An der letzten Station in Ameln erhielten die Radler*innen der Fahrrad-Demonstration „Tierproduktion heißt: Klimawandel, Landraub, Ausbeutung“ von Animal Climate Action ein wohlverdientes Mittagessen, das freundlicherweise von der KüFa des Klimacamps und Unterstützer*innen zur Verfügung gestellt wurde. Nach dem Essen folgte ein weiterer inhaltlicher Beitrag zur Geschichte der Tierproduktion in der Landwirtschaft. Anschließend fuhr der Großteil der Gruppe zum Klimacamp am Lahey Park zurück, während einige zum Aktionscamp von Ende Gelände in Bedburg weiterzogen.

Infos zu der Aktion von Kohle erSetzen findet ihr hier

Infos zu den vielfältigen Kleingruppenaktionen von Zucker im Tank findet ihr hier

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Märchenstunde bei der Tierindustrie: Neue Studie soll Klimafreundlichkeit der Intensivhühnerhaltung belegen.

Die Massenhühnerhaltung schützt den Regenwald und ist viel klimafreundlicher als ökologische Landwirtschaft! Die tierquälerischen Zustände in den Mastfbriken gibt es nicht, die Vorwürfe sind lediglich Verunglimpfungen und Ideologie… Das besagt eine neue besonders glaubwürdige Studie: Finanziert – ganz klar – von der Geflügelwirtschaft selbst und von „(…) der QS-Fachgesellschaft Geflügel GmbH, einem Kontrollsystem der Fleischwirtschaft, in dessen Gremien die Großmäster wie Heidemark und Wiesenhof („Lohmann & Co.“), der Deutsche Verband Tiernahrung oder Händler wie Rewe, Aldi und Edeka sitzen. Herausgegeben hat die Studie eine „HFFA Research GmbH“.
Die arbeitet auch für Agrarchemiefirmen wie BASF, Bayer Cropscience, für Nestlé.(…)“

Quelle:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/studie-behauptet-huehner-massenhaltung-schuetzt-den-regenwald-15161582.html